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Musik, Enkelkinder und mehr Zeit für Wichtiges

Corona-Jahr : Auch 2020 gab es im Eifelkreis noch Momente des Glücks und unerwartete Geschenke

Das Jahr 2020 war für alle ein schwieriges Jahr. Die Corona-Pandemie hat allen viel abverlangt, Gewohntes musste aufgegeben werden, manch einer ist in wirtschaftliche Not gekommen. Dennoch gab es für viele Menschen auch schöne Erlebnisse, die einen wohlwollenden Rückblick auf das Jahr ermöglichen. Einige haben uns davon berichtet.

Alwine Moos-Müller hat besonders glückliche Momente im Jahr 2020 bei der Musik gefunden. Sie schreibt: „Während meiner Berufstätigkeit fand ich kaum Zeit, meinem Hobby Akkordeonspielen, das ich vor einigen Jahren im Unterricht wieder aufgefrischt habe, nachzukommen.“ Das habe sich schlagartig am 18.März 2020 geändert, sagt sie.

„Nicht systemrelevante Geschäfte mussten pandemiebedingt schließen. Betroffen war auch der Betrieb, bei dem ich als Verkäuferin (Gastronomiebedarf) tätig war. Die Zeit der Kurzarbeit nutzte ich, um meine musikalischen Kenntnisse zu erweitern. Mit der Zeit wurde es allerdings etwas trostlos, immer nur im ,stillen Kämmerlein’ zu musizieren. Da kam mir eine Idee! Ich lud die Nachbarschaft zu einem ,Hinterhofkonzert’ ein“, sagt Moos-Müller.

Eine Nachbarin sei davon begeistert gewesen, und habe sie musikalisch mit der Gitarre begleiten wollen. „Dies kam aber leider nicht zustande, da sie berufsbedingt wenig Zeit hatte. Also musste ich alleine antreten. Zu meiner Überraschung kamen zwölf Personen. Den Nachbarn hat es gefallen und mir natürlich auch!“

Daraufhin sei beschlossen worden, ein Mal wöchentlich bei schönem Wetter den musikalischen Plauder-Nachmittag zu wiederholen. „Auf meiner Suche nach musikalischer Unterstützung habe ich einen Akkordeonspieler dazugewonnen. Ein Saxophonspieler möchte im nächsten Jahr auch gerne mitmachen. Corona-bedingt haben wir diese Aktion im Spätsommer eingestellt. Ich freue mich auf ein Wiedersehen beziehungsweise Wiederhören im nächsten Jahr.“ Alwine Moos-Müller hat sogar einen weiteren Glücksmoment erlebt: die Geburt ihres ersten Enkels, Tom.

Auch andere Leser freuten sich im Jahr 2020 über die Geburt von Enkelkindern. Über zwei Enkelkinder freuen sich Wilma und Willi Hoffmann: „In diesem Jahr durften wir gleich ein doppeltes freudiges Ereignis erleben. Wir haben drei Kinder, und unsere älteste Tochter bekam am 31. Januar ihr zweites Kind. Nach der jetzt vierjährigen Lara einen kleinen Lenny. Unsere zweite Tochter brachte neun Tage später ein kleines Mädchen, Mila, zur Welt. Auch für sie war es das zweite Kind, der ,große Bruder’, Elisas war da 17 Monate alt. Wir freuen uns sehr über jetzt vier Enkelkinder, die aber leider so weit weg von uns wohnen.“ Die eine Tochter wohnt mit ihrer Familie in Buchholz bei Hamburg und die andere Tochter in Münster.

Für Uschi Wittgens-Drees war die Geburt ihrer Zwillingsenkel ebenfalls die Krönung dieses Jahres. Aber auch sonst erinnert sie sich gerne an schöne Dinge: „Anfang des Jahres bin ich nach langem zähen Kampf endlich Rentnerin geworden. Zudem haben meine drei Kinder jeder eine totale Veränderung zum absolut Positiven gemacht. Ich konnte im Sommer eine tolle Hochzeit-Revival-Party feiern und hatte Zeit für meine Freundschaften, mit denen ich wunderbare Events hatte. In diesem Jahr erkundete ich ausgiebig meine Heimat durch unzählige Wander- und Radtouren. Ich kann mich glücklich schätzen.“

Auch Tiere können Menschen in schwierigen Zeiten Freude bringen. Das bestätigt Maria Loeffen-Giese: „Bei allem Mitgefühl für Menschen, die durch Corona Leid und Sorge erfahren mussten, - ich selbst habe durch einen Hundewelpen, der im März zu mir und meinem Mann zog, die ganze Zeit über bis heute viel Freude geschenkt bekommen.“

Dankbar ist Michael Fischer aus Waxweiler: „Es ist sicher schwer, bei einem Rückblick auf das Jahr 2020 direkt an etwas Erfreuliches zu denken. Die Corona-Pandemie hat die ganze Welt nachhaltig verändert. Diesbezüglich danke ich allen Menschen, die sich verantwortungsvoll um die Verhinderung der bedrohlichen Auswirkungen einsetzen, um Leben zu schützen.“

Gedanken um das Zusammensein der Menschen macht sich Ralf Britten aus Bitburg: „Seit Anfang diesen Jahres hat Corona völlig unverhofft unser gesell­schaftliches Leben und unsere Wirtschaft zum Erliegen gebracht - kein Bereich, der unverschont geblieben wäre, allem voran unser persönliches Mit­einander, die Art unseres Um­gangs und Aus­tauschs, der physisch um so vieles reicher ist, als es ein Bildschirm, eine Kamera und ein Laut­spre­cher jemals sein können. Das Internet ist uns in diesen Zeiten privat wie beruflich eine Hilfe.“

Für Unternehmen bringen Online-Meetings die Erkenntnis, dass es teurer Dienstreisen offenbar nicht bedürfe und Homeoffice Bürofläche ersetzen könne. Corona und die Isolierung zeigten aber auch, dass der Mensch nicht nur vom Brot allein lebe und kein Wesen häuslicher Legebatterien sei.

„Wir brauchen den physischen Kontakt und die Interaktion mit all unseren Sinnen. Sie sind es, die uns das Bewusstsein unserer körperlichen Existenz, Identität und unseres Sozialverhaltens in der Gesellschaft geben. Wenn die Coronakrise für etwas gut ist und es hoffentlich bald war, dann vielleicht für gerade diese Erkenntnis und wie dankbar wir zukünftig sein sollten für die „Normalität“, schöne wie traurige Zeiten gemeinsam zu teilen und dies zu wertschätzen.“

Glückliche Momente bei der Arbeit hat Andrea Kalkes aus Bitburg erlebt: „Besonders hervorzuheben ist in 2020, dass wir mit unserer Arbeit im DRK-Mehrgenerationenhaus Bitburg vielen älteren Menschen ein Lächeln ins Gesicht gezaubert haben. Wenn schon keine Veranstaltungen in unserem Hause stattfinden konnten, wollten wir dennoch zeigen, dass keiner allein sein muss. So konnte der ein oder andere vom Balkon aus den Akkordeonklängen aus dem Garten zuhören. Oder es gab viele Überraschungen per Post, angefangen von Aufgaben zum Gedächtnistraining bis hin zur handgeschriebenen Postkarte. Dem Volksfreund sei Dank wurde immer wieder auf unsere Aktionen aufmerksam gemacht.“

Hedy Ewertz aus Bitburg denkt auch an alle, die besonders unter der Krise leiden mussten, wie Berufsgruppen wie Gaststätten- und Hotelbetreiber oder Friseure und auch Bewohner und Mitarbeiter in Pflegeheimen. Für sie gibt es aber auch Erfreuliches: „ Dass wir die ehrenamtliche Tätigkeit des Fahrdienstes für Senioren weitestgehend aufrechterhalten konnten, dass mir alle echten, wertvollen Freundschaften erhalten blieben und dass mein Sohn doch noch eine Reiseerlaubnis bekam, an Weihnachten zwei Tage seine Mutter zu besuchen.“ Sie erinnert auch daran, dass es wenig an wirklich Überlebenswichtigem fehlt.

Ein Umzug in die Eifel kann auch glücklich machen. Das schreibt Udo Kolbe aus Wallersheim: „Wir haben uns entschieden, aus der Voreifel (Euskirchen) in die Eifel zu ziehen. In Wallersheim haben wir das richtige Haus für uns gefunden und sind zum 1. Oktober dort eingezogen. Wir werden dort mit mehreren Generationen aus der Familie leben. Um uns herum gibt es so viel schöne Natur und sehr viele nette Menschen. Wir genießen jeden Tag. Das ist ein absolutes Highlight für uns in dieser verrückten Zeit.“

Siegfried Mathieu aus Neuerburg kann dem schwierigen Jahr 2020 auch etwas Positives abgewinnen: „Das Team des Musikalischen Sommers Neuerburg freut sich über das Glück, die Veranstaltungen im Sommer diesen Jahres erfolgreich durchgeführt zu haben. Hierzu passten die Zeit im Juli und August und das herrliche Sommerwetter optimal. Die erfreuten Besucher hatten vollstes Verständnis für die Coronabedingungen und haben diese diszipliniert beachtet.“

Ganz persönlich freut er sich auch darüber, dass er endlich Zeit hatte zum „Aufräumen“ und um schon lange geplante Vorhaben zu erledigen. „Und das Beste: Ich hatte mehr Zeit für die Familie sowie für Bekannte und Freunde.“

Ilona Meyers aus Karlshausen ist dankbar für Freunde und Verwandte, „die immer für einen da sind und über Liebe und selbstlose Hilfsbereitschaft von Freunden, Bekannten und völlig Unbekannten, die uns und unserer Tochter geholfen haben, ihren Weihnachtswunsch zu verwirklichen.“

Für vieles dankbar ist auch Brigitte Wanke-Leibisch. Sie beginnt ihre Nachricht mit einem Zitat von Konrad Lorenz: „Ich glaube, die Einsicht in die eigene Begrenztheit

ist Voraussetzung für das Weiterleben des Menschen“. Weiter schreibt sie: „Vielleicht wegen dieser Begrenztheit durfte ich nach der Ohnmacht am 13. März ein hohes Maß an Verantwortungsbewusstsein, Einsatz, Menschlichkeit und Solidarität erfahren. Dankbar bin ich für die Menschen die mich beruflich unterstützen, begleiteten, beauftragten, mich in Anspruch nahmen, die mir vertrauten, Corona-konform lernten und unterwegs waren. Danke an unser Team, das Stellung gehalten hat, für die Kreativität, in einer nie da gewesenen Herausforderung. Besonders dankbar bin ich, dass meine Familie, die Kolleginnen und Kollegen sowie unsere Kita-Familien gesund geblieben sind.“

In diesem Sinne wünscht das Team der Eifelredaktion des Trierischen Volksfreundes allen Gesundheit und viele persönliche Glücksmomente für das Jahr 2021.