Musik schenkt Kindern Hoffnung

BITBURG-PRÜM/DAUN/GEROLSTEIN. Musik ist Medizin. Davon sind nicht nur Wissenschaftler überzeugt, sondern auch der Verein "Eifellicht" und der russische Komponistenverband. Aus diesem Grund will letzterer mit Unterstützung von "Eifellicht" ein Musikfestival auf die Beine stellen, das benachteiligten Kindern den Zugang zur Musik ermöglichen soll.

"Die Seelen der Kinder reinigen" - das ist das ehrgeizige Ziel von Nikolay Pisarenko. Sein Mittel: die Musik. Der Vorsitzende der Smolensker Abteilung des russischen Komponistenverbandes und bekannte Sänger will im kommenden Jahr ein Projekt stemmen, das sich vor allem an die Schwächsten richtet: an elternlose Kinder in der Region um Smolensk, die auch mehr als 50 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkrieges noch geprägt ist von Arbeitslosigkeit, Not und Verwahrlosung. Eine Region, jahrelang von der Regierung vernachlässigt und vergessen, in der die Kinder besondere Not leiden. Elternlos oder von den Eltern verstoßen fristen viele von ihnen ein trauriges Dasein in den Waisenhäusern, ohne Perspektive und Hoffnung. Dagegen richtet sich das Musikfestival zum 200. Geburtstag von Michael Glinka, dem Vater der russischen nationalen Orchester- und Opernmusik, das Pisarenko und seine Mitstreiter im Sommer 2004 veranstalten wollen. An dem Festival sollen 30 Komponisten aus ganz Russland teilnehmen, die in Konzerten für Kinder und vor allem mit Kindern musizieren wollen. Schwerpunkt ist die Folkloremusik. Daneben findet ein Kinderfest mit 400 Kindern statt, das Folkloregruppen des Smolensker Gebiets auf einer Tournee durch diese Region führt. Es sind bereits die 20. Musikfestspiele dieser Art, zum zehnten Mal findet das Kinderfest statt - aber im kommenden Jahr soll alles etwas größer werden. Denn das Vorhaben, benachteiligte Kinder mit Musik aus ihrer Lethargie herauszuführen, soll keine Eintagsfliege und das Festival lediglich die Initialzündung sein. Das Problem: Dem Verband fehlt Geld, um das Projekt so umzusetzen, das es nachhaltig wirken kann. Und hier kommt "Eifellicht" ins Spiel. Der Verein engagiert sich seit zwölf Jahren für Menschen in mittel- und osteuropäischen Ländern, die unverschuldet in Not geraten sind. Bei einem großen russischen Folkloreabend in Gerolstein im Oktober bat Nikolay Pisarenko "Eifellicht" um Hilfe. Die Mitglieder waren begeistert von der Idee. Schließlich kennen sie die Not der Kinder in den Waisenhäusern in der Region Smolensk von vielen Besuchen.

Allerdings ist "Eifellicht" nur ein kleiner Verein. "Alles, was über die materielle Versorgung vor Ort hinaus geht, ist kaum zu leisten", sagt Martin Topel vom Verein. Gemeint sind damit vor allem Lebensmittel und Kleider, die der Verein in großen Transporten - der 17. wird gerade vorbereitet - zu den bedürftigen Menschen bringt.9000 Euro für ein großes Projekt

Also sucht der Verein gemeinsam mit seinen russischen Mitstreitern nach Sponsoren für das Projekt. "Das können sowohl Einzelpersonen als auch Firmen sein", sagt Topel. Im Gegenzug bietet Pisarenko sogar an, zusammen mit Sänger- und Musikerkollegen aus Russland Konzerte für die entsprechenden Sponsoren in Deutschland zu gestalten. Der ehemalige Leiter der Smolensker Philharmonie und als "verdienter Künstler Russlands" ausgezeichnete Musiker benötigt für die Umsetzung des Projekts etwa 9000 Euro - vergleichsweise wenig für ein großes Festival, dessen Ergebnisse die Herausgabe eines Sammelbandes mit Kompositionen für Kinder sowie eine langfristige musikalische Betreuung der Kinder sein soll. Denn Musikmachen steigert das Selbstbewusstsein und gibt Hoffnung - und das brauchen die Kinder in der Region Smolensk. Wer helfen will, wende sich an den Verein "Eifellicht": Martin Topel, Telefon 06558/1026; Ludwig Hahn, Telefon 06591/4433; post@eifellicht.de. Weitere Informationen über den Verein: im Internet unter www.eifellicht.de

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