Musikalischer Ausflug über Grenzen hinweg

Musikalischer Ausflug über Grenzen hinweg

Ein Konzerterlebnis der besonderen Art haben das Eifel-Projekt Orchester und die Coverband Roxxbusters 600 Zuschauern im Echternacher Trifolion geboten. Gemeinsam brachten das Concerto for Group and Orchestra von Deep-Purple-Gründer Jon Lord auf die Bühne.

Echternach. Das Eifel-Projekt-Orchester hat sich einem Ziel verschrieben: der sinfonischen Blasmusik zu größerer Wahrnehmung zu verhelfen. Zum Beispiel, indem die Musiker Konzerte an ungewöhnlichen Orten oder mit Interpreten aus ganz anderen Sparten spielen.
Der neueste Auftritt des Orchesters passt da ins Bild: Die Blasmusiker spielen gemeinsam mit der Cover-Rockband Roxxbusters im Echternacher Trifolion. Ein Volltreffer, das bekunden stehende Ovationen, tosender Applaus und Gratulationen vom Publikum.
Rockoper von Deep Purple


Die überwiegend jungen Musiker zeigen Einsatz und Können. Orchesterleiter Rainer Serwe war es, der das Projekt "Concerto for Group and Orchestra" angestoßen hatte. Er war im vergangenen Jahr, als Jon Lord, der ehemalige Organist der legendären Rockband Deep Purple starb, auf dessen Komposition aus dem Jahr 1969 gestoßen.
Besonders habe ihn an dem Werk gereizt, dass es der erste Versuch überhaupt war, Klassik und Rock zu verbinden. "Außerdem war gerade eine aktuelle Umschrift für Blasorchester erschienen, das war natürlich ideal." Ideal auch die Partner, die er gefunden hat. Denn die Band Roxxbusters widmet sich musikalisch genau der Ära, in der Deep Purple und andere legendäre Bands Meilensteine der Rockgeschichte setzten, spielt auf ihren Konzerten viele Lieder der "alten Meister" nach.
Und so ist die Aufführung im Trifolion von Anfang an eine runde Sache. Das Konzert beginnt wie eine klassische Sinfonie, in der das aus 60 Musikern und erst 14 Tage zuvor formierte Orchester zu brausenden Fanfarenklängen aufläuft.
Plötzlich peitscht dahinein ein Gitarrensolo des Roxxbusters-Gitarristen Frank Rohles, das alle Nervenfasern unter Strom setzt. Dazu liefert die Band voluminöse Schlagzeug- und Bassrhythmen, die dem sinfonischen Bläserklang Kontur verleihen.
Dramatische Klangkontraste


Der erste und der dritte Satz des Werks werden durch dramatische Klang-Kontraste zum Erlebnis. Der zweite Teil ist sanfter, hier singt Roxxbusters-Sänger Hagen Grohe poetische Verse, oder das Orchester spielt Bluesmotive, Orgelsoli von Tobias Schmitz und feine Querflöteneinsätze schaffen Atmosphäre.
Die Grenzen von Klassik und Rock verschwimmen. Entscheidend ist aber, dass die Musik berührt und den Nerv der Hörer von heute trifft, die mit dem Mix von verschiedenen Genres vertraut sind.
Deshalb warten das Orchester und die Band noch mit mehr auf: So schallen zum Ende sogar die Melodien von Queen durch das Trifolion, als die Musiker gemeinsam "We are the Champions" anstimmen.