Musikverein Tell Lahr-Hüttingen feiert Jubiläum

Kultur : 111 Jahre, 20 Jubilare und eine große Fete

Der Musikverein Tell Lahr-Hüttingen feiert am Sonntag, 15. September, sein Jubiläum. Mit viel Musik, Gästen und Ehrungen.

(utz) „Das Miteinander ist total klasse.“ Die Antwort kommt wie aus der Pistole geschossen. Fragt man nach dem Besonderen des Musikvereins Tell Lahr-Hüttingen, muss Vorsitzende Birgit Wälter aus Lahr gar nicht lange überlegen. Im Verein, der 1908 gegründet wurde, gebe es eine kameradschaftliche Atmosphäre, obwohl die Altersspanne von 16 bis 58 Jahren reicht. Dazu gehört auch, dass der Spaß nicht zu kurz komme.   Trotz teilweise intensiver Proben, wenn größere Auftritte anstehen. Das ist im Moment wieder der Fall. Denn der Verein plant ein großes Jubiläumsfest zum 111. Geburtstag.

Wieso 111 und nicht 110? „Das ist ungewöhnlicher, hat aber vor allem organisatorische Gründe“, sagt Birgit Wälter. Denn in diesem Jahr ist der  Musikverein – wie alle zwei Jahre – wieder dran, die Kirmes  zusammen mit dem Verein zur Förderung der Brauchtumspflege Lahr auszurichten. Im  vergangenen Jahr war die Feuerwehr mit von der Partie, die sich mit dem MV ein ums andere Jahr als Partner des Fördervereins abwechselt.

Also eben 111 statt 110. Was gut zum Verein passe, wie Birgit Wälter findet.  Denn nicht nur die 34 Mitglieder, die aus Lahr-Hüttingen und den umliegenden Orten wie Nusbaum oder Kruchten kommen, sind mit viel Spaß dabei, wenn Märsche, Musical- und Filmmelodien geprobt werden. Auch Dirigent David Theisges (28), der den Verein seit November 2016 leitet, verbreitet gute Laune und ist mit viel Engagement dabei.

Und das, obwohl derzeit viel Arbeit ansteht. Denn das Programm bei der Kirmes ist lang und anstrengend. Zunächst gilt es, die legendäre und 14. Singleparty am Freitag zu stemmen, bei der 2000 Gäste im 200-Einwohner-Ort erwartet werden und etwa 90 Helfer mit anpacken. Danach steht noch der Kirmessonntag mit einer  traditionellen Messe, vielen musikalischen Gästen und Familienprogramm an. Wichtig sind Birgit Wälter aber vor allem die Ehrungen durch den Kreismusikverband am Sonntagnachmittag.  „20 Mitglieder werden geehrt, davon sogar acht für mehr als 40 Jahre im Verein“, sagt sie.

Bleibt nur noch eine Frage. Warum trägt der Verein eigentlich den Beinamen „Tell“?  Weil  1952 Schillers „Wilhelm Tell“ als Freilichtspiel im Ort aufgeführt wurde, um mit dem Erlös die durch den Krieg schwer beschädigte Pfarrkirche wieder instandzusetzen.

Mit einem Teil des Erlöses wurden neue Instrumente gekauft und damit eine Neugründung des Musikvereins ermöglicht, der 1938 seine Tätigkeit wegen der Kriegswirren eingestellt hatte. Fortan trug der Verein das „Tell“ im Namen.

Zwar gehören die Tellspiele der Vergangenheit an, aber der Musikverein bleibt noch lange bestehen. Da ist sich Birgit Wälter sicher. Große Nachwuchsprobleme habe man im Moment nicht. Viele Mitglieder seien bereits im jungen Erwachsenenalter. Dennoch freut man sich über Zuwachs.  Bei Bedarf werden auch Instrumente verliehen. Die gute Laune kommt beim Mitspielen.

Proben sind mittwochs, um 20 Uhr im Dorfgemeinschaftshaus. Kontakt zum Verein gibt es auf Facebook.

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