Mut zum Lückenschluss

Neben seiner Praxis lässt der Prümer Hautarzt Wilhelm Akst derzeit am Johannisborn 16 Wohnungen bauen. Zwei Häuser stehen bereits, zwei weitere sollen im Mai folgen.

Prüm. Eine Arztpraxis, Parkplätze, zwei Wohnhäuser: Der nördliche Stadteingang (der TV berichtete) erhält ein neues Gesicht. Und die beiden Rohbauten mit insgesamt acht Wohnungen werden demnächst Zwillinge bekommen - zwei baugleiche Häuser, die an die obere Tiergartenstraße grenzen. Die ehemalige Tankstelle unterhalb der Feuerwache, zuletzt nur noch als Autohandel betrieben, wird dafür abgerissen."Das hat sich so entwickelt", sagt der Investor, der Prümer Hautarzt Wilhelm Akst, der die insgesamt 2700 Quadratmeter große Fläche vor fünf Jahren von Peter Stein erwarb. "Ich hatte das Grundstück für die Praxis gekauft. Aber jetzt sind die Kinder größer, und die Familie ist gewachsen." Und damit nicht nur eine Tochter mit Anhang dort wohnen kann, sondern auch Studenten, die beim Hautarzt ausgebildet werden, Familien oder andere Mieter, hat er gleich ein bisschen größer gebaut. "Viele Leute fragen mich: Wird das ein Krankenhaus?" erzählt der 54-Jährige. Nein, kein Krankenhaus. Aber immerhin: Insgesamt 16 Wohnungen (60, 80 und 100 Quadratmeter Fläche) werden es demnächst sein. "Das wird eine ruhige Ecke hier", versichert der Mediziner. "Die Häuser werden keinen stören, ich will die Stadt ja auch attraktiver machen." Zur Höhe der Investition will er nichts sagen, räumt jedoch ein: "So viel Geld habe ich nicht." Aber da helfe ihm die Bank."Aus städtebaulicher Sicht ist das nur zu begrüßen, dass die Tankstelle abgerissen wird", sagt Stadtbürgermeisterin Mathilde Weinandy. "Und das Haus, das da noch hinkommt, wird auch den Stadteingang verschönern." Zumal das Projekt auch mit den Städteplanern vom Aachener Büro "Heinz Jahnen Pflüger" abgesprochen sei und sich an die höhere Bebauung der Feuerwache und anderer Häuser anpasse.Neuer Wohnraum für neue und alte Prümer Bürger - ein wenig spiegelt das Projekt auch die Geschichte von Wilhelm Akst selbst: Als Spätaussiedler kam er 1992 aus dem Wolgagebiet mit seiner Familie nach Deutschland. Um auch hier als Dermatologe praktizieren zu dürfen, schloss er eine Zusatzausbildung an. Nachdem er seine Zulassung erhalten hatte, eröffnete er 1996 seine Praxis in der Abteistadt, als erster Hautarzt in Prüm. Offenbar die richtige Entscheidung: "Vom ersten Tag an hat hier alles gut geklappt", sagt er im TV-Gespräch. Und deshalb fühle sich seine Familie in der Eifel auch längst zu Hause: "Hundert Prozent. Sogar mehr als hundert Prozent."