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Hilfreiche Smart Home-Aufzeichnung
Mutmaßliche Serien-Einbrecher in der Eifel festgenommen

 Ähnlich sah wohl das Bild aus, das eine App auf das Handy einer Bitburgerin gesendet hat. Die Technik hat geholfen, in Bitburg drei Einbrüche aufzuklären.
Ähnlich sah wohl das Bild aus, das eine App auf das Handy einer Bitburgerin gesendet hat. Die Technik hat geholfen, in Bitburg drei Einbrüche aufzuklären. FOTO: TV / DPA
Bitburg. Die Polizei hat am Sonntag zwei mutmaßliche Serien-Einbrecher gefasst. Einen der beiden haben sie auf frischer Tat ertappt. Geklappt hat das nur, weil eine Bitburgerin ihr Haus gesichert hat. Von Christian Altmayer
Christian Altmayer

Es ist etwa 21.40 Uhr als das Handy einer Bitburgerin Alarm schlägt. Auf dem Display des Smartphones laufen Szenen ab, die die meisten nur aus dem Fernsehen kennen: Ein maskierter Mann schleicht durch die Garage. Doch der Film stammt nicht aus irgendeinem Krimi. Nein, er spielt sich bei ihr zuhause in der Franz-Mecker-Straße ab. Es ist ein Livestream aus ihrer Garage. Aufgezeichnet hat ihn das Smart Home der Bitburgerin.

Eigentlich soll die Vernetzung der Technik im Haus vor allem dem Komfort dienen. Benutzer können Heizung und Rolladen per App fernsteuern. Der Kühlschrank kann erkennen, wenn nichts mehr zu essen da ist, die Kaffemaschine brüht morgens vor dem Aufstehen schon frischen Wachmacher. Doch die Vernetzung kann auch der Sicherheit dienen – wie dieser Fall zeigt – und sogar zur Aufklärung von Verbrechen beitragen.

Als die Frau am Sonntag das Video sieht, ruft sie sofort bei der Polizeiinspektion Bitburg an. Innerhalb von wenigen Minuten sind die Beamten am Tatort in der Franz-Mecker-Straße, sperren das Gelände ab und fassen einen Verdächtigen.

Doch damit ist die Arbeit der Beamten Sonntagnacht lange nicht getan. Es beginnen „komplizierte Ermittlungen“ zur Aufklärung der drei nächtlichen Einbrüche in Bitburg. So drückt Dienststellenleiter Christian Hamm es aus. Denn nicht nur in der Franz-Mecker-Straße waren Kriminelle eingedrungen, sondern auch in der nahen Franz-Schubert-Straße.

Auch deshalb wird der Polizei schnell klar, dass der Verbrecher einen Komplizen haben muss. „Das waren keine Anfänger“, sagt Hamm: „Die sind sehr professionell vorgegangen und waren daher auch schwer zu kriegen.“ Gegen 0:20 führen die Bemühungen der Polizisten trotzdem zum Erfolg. Die Beamten fassen den zweiten Mann mit „umfangreichen Beweismaterial“. Unter anderem hätten sie Einbruchswerkzeug gefunden, sagt Hamm, und die Handys des 46-jährigen und des 54-jährigen Tatverdächtigen.

Wie sie das alles in einer Nacht geschafft haben, bleibt vorerst Hamms Geheimnis. Er sagt nur so viel: „Das war ein perfektes Zusammenspiel zwischen einer wachen Bürgerschaft und einer starken Polizei. Man hat uns top zugearbeitet.“ Normalerweise sei meist das Problem, dass die Polizei erst nach einem Einbruch über die Tat informiert würde – also, wenn die Einbrecher längst weg sind.

So war es auch die letzten Male, wenn die Beamten zu einem Tatort gerufen wurden. Von denen gab es in den vergangenen Monaten viele. Eingebrochen wurde unter anderem in Bitburg, Wittlich, Manderscheid, Speicher, Rittersdorf, Bengel und Wallscheid. „Für all diese Taten waren die zwei Männer wohl nicht verantwortlich“, sagt Hamm: „Aber wir vermuten schon, dass noch mehr als diese drei Einbrüche in Bitburg auf ihr Konto gehen.“ Es gebe die Hoffnung durch die Festnahme einige Taten aufklären zu können.

Die Ermittlungen laufen also weiter. Bereits in der Nacht hatten die Kriminaldirektionen Trier und Wittlich den Fall übernommen. Weiterhin sei die Polizei Bitburg aber am Ball, sagt Hamm: „Wir arbeiten eng zusammen.“

Die mutmaßlichen Täter wurden am Montag einem Ermittlungsrichter am Amtsgericht Trier vorgeführt. Dieser ordnete Untersuchungshaft an. Beide Männer sind also bis zum möglichen Prozess in Gewahrsam.

Der Bitburger Polizeichef ist nach der Festnahme zwar „stolz“, sagt er. Ohne die Mithilfe der Bürgerin und ihrer Alarmtechnik wäre der Fahndungserfolg aber nicht möglich gewesen, sagt Hamm. Daher rät erden Eifelern, in moderne Sicherheitstechnik zu investieren. Die Polizei werde weiterhin jedem Hinweis nachgehen.