Mutter soll tatenlos zugesehen haben

Bitburg/Trier · Er soll sich an seinen drei Stiefsöhnen vergangen haben, seine Frau - Mutter der Kinder - soll nicht eingeschritten sein: Deshalb muss sich seit Ende November ein Ehepaar aus der Eifel vor dem Landgericht Trier verantworten. Heute wird der Prozess fortgesetzt.

Bitburg/Trier. Die Vorwürfe wiegen schwer: Ein 50-jähriger Mann aus der Eifel soll zwischen 2005 und 2009 seine drei Stiefsöhne in 48 Fällen sexuell missbraucht haben. Deshalb sitzt der Mann seit Ende November vor dem Landgericht Trier auf der Anklagebank. Die drei Jungen sind heute 15, zwölf und zehn Jahre alt. Von "massiven Übergriffen" ist in der Anklageschrift die Rede, mehrere Male soll der Mann einen seiner Stiefsöhne auch vergewaltigt haben.
Stiefvater bereits vorbestraft


Das Gericht prüft, ob der Mann auch nach Verbüßung einer Freiheitsstrafe in eine Sicherheitsverwahrung kommt, womit er weiter eingesperrt bliebe (der TV berichtete).
Grund für diese Überlegung sind die Ergebnisse des psychologischen Gutachtens, das bisher aber noch nicht vorgelesen wurde. Fakt ist: Der 50-Jährige wurde bereits schon einmal im Sommer 2011 wegen sexuellen Missbrauchs verurteilt.
Er soll um Hilfe gebeten haben


Aber nicht nur der Stiefvater, auch die Mutter der drei Jungen ist angeklagt. Der älteste ihrer Söhne soll sich ihr anvertraut und um Hilfe gebeten haben - offenbar ohne Erfolg: Denn auch nach diesem Gespräch soll sich der Stiefvater noch vier weitere Male an dem Kind vergangen haben. Die Staatsanwaltschaft wirft der 44-jährigen Mutter deshalb sexuellen Missbrauch durch Unterlassen in vier Fällen vor.
Beim Prozessauftakt sagte die Mutter, dass sie von Übergriffen auf ihre Söhne nichts mitbekommen habe. "Ich wollte jemanden, der mich mit den Kindern akzeptiert", sagte die Frau damals und ergänzte: "Im Nachhinein ahne ich, dass er mich nur wegen der Kinder akzeptiert hat." scho
Am heutigen Montag, 17. Dezember, wird der Prozess am Landgericht Trier unter dem Vorsitz von Richter Albrecht Keimburg fortgesetzt.

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