Porträt : Monika Dondelinger von der Caritas Bitburg geht in den Ruhestand

Benachteiligten Menschen zu helfen und den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu fördern, war für Monika Dondelinger immer ein Anliegen. Nach 40 Jahren bei der Caritas, bei der sie sich für dieses Ziel eingesetzt hat, geht sie jetzt in den Ruhestand.

Mit den aktuellen Corona-Beschränkungen hat Monika Dondelinger so ihre Probleme. Maske tragen, wo es notwendig ist, ist für sie selbstverständlich. Aber dass Menschen, die zur Caritas kommen, weil sie Hilfe brauchen, gelegentlich vor der Tür warten müssen, bis der zuständige Mitarbeiter sie abholt, bereitet ihr Kummer. Denn aus ihrer Sicht sollen hilfsbedürftige Menschen nicht vor verschlossenen Türen stehen.

Und um solche Menschen hat sich bei Monika Dondelinger das ganze Berufsleben gedreht. Studiert hat sie von 1973 bis 76 Sozialpädagogik an der Fachhochschule Mainz. Dann legte sie sich auf den Schwerpunkt Sozialarbeit bei der Jugend- und Erwachsenenbildung fest.

Dabei galt für sie schon früh, dass es nicht nur darum geht zu helfen, sondern vor allem darum, den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu fördern.

Wichtig waren für Monika Dondelinger auch die fünf Semester, die sie an der Uni Frankfurt Jura studiert hat. „Da lernt man kausale Zusammenhänge zu erkennen“, sagt sie. Das Studium habe ihr auch vermittelt abzuwägen. „Das hat mich gereizt und weitergebracht“.

Zur Caritas kam sie eher aus Zufall oder Schicksal, wie sie es heute sieht. Sie war arbeitssuchend gemeldet und bei dem Verband wurde eine Stelle angeboten für Caritas in der Gemeinde. „Ich konnte bis dahin mit Caritas nicht viel anfangen“, sagt Monika Dondelinger. Aber die Stelle habe sie gereizt. Denn es war die Chance in die Gemeinden zu gehen und dort gemeinsam mit anderen soziale Dienste zu entwickeln und die Ehrenamtler zu unterstützen. Es war aber auch die Chance, vielfältige Erfahrungen zu sammeln und sich persönlich und beruflich weiter zu entwickeln.

Sie habe die Kirche damals im Aufbruch empfunden und sah viele Möglichkeiten, etwas zu gestalten. Es gebe Bereiche, wo eine Pfarrei überfordert sei und da habe sie helfen können.

Vor ihrer Arbeit bei der Caritas habe sie mit dem Christentum auch nicht richtig viel anfangen können. Doch, wenn man das weniger als Pflicht zum regelmäßigen Gottesdienstbesuch, sondern als tätige Nächstenliebe sieht, sei es ein Gewinn. Auch der Austausch mit vielen pastoralen Mitarbeitern sei eine Bereicherung gewesen und habe eigenes dialektisches Denken in Glaubensfragen gestärkt.

Die Arbeit in den Gemeinden sei damals mit vielen Abendterminen verbunden gewesen. Es galt, neue Strukturen und Hilfen wie zum Beispiel Besuchsdienste aufzubauen. Das Thema Alt werden sei wichtig gewesen und habe keine Stigmatisierung gehabt. Bei der Armut auf dem Land sei das schon ganz anders gewesen. Es seien aus der Gemeindecaritas in der Richtung neue Dienste aufgebaut worden. Auch Unterstützung für Ehrenamtler wurde verstärkt.

Ein Problem seien auch bei der Caritas die Finanzen, sagt Monika Dondelinger. Die Beratungsstellen brauchen gute Rahmenbedingungen und finanzielle Mittel. Sonst könne man nicht bei allen Problemen mit einer eigenen Anlaufstelle und notwendiger Beratung helfen. Aber man sei gut vernetzt.

Beispielsweise werde die „allgemeine Sozialberatung“ von vielen Menschen mit sehr unterschiedlichen Notlagen frequentiert, erhalte aber keine kommunalen Zuschüsse. Bei der allgemeinen Sozialberatung gelte es, herauszufinden, wo genau das Problem der hilfesuchenden Menschen liegt. Wenn beispielsweise jemand wegen Geldsorgen kommt, könnten oft ganz andere Probleme ursächlich dafür sein.

„Wir haben ein gutes Netz“, sagt Monika Dondelinger. Und so könne man helfen, die Menschen an die richtigen Stellen zu vermitteln.

Eines ist ihr dabei besonders wichtig. Man müsse den Menschen auf Augenhöhe begegnen und die vorhandenen Fähigkeiten stärken.

Wie Monika Dondelinger rückblickend sagt, waren es in 40 Jahren beruflicher Caritasarbeit spannende Aufgaben und stets neue Herausforderungen.

Um die persönlichen Schicksale der Menschen nicht zu nah an sich herankommen zu lassen, helfe zum einen die Ausbildung, und die damit verbundene Fähigkeit zu professionelem Handeln. Aber auch die kollegiale Beratung sei hilfreich.

Wenn Monika Dondelinger Ende Oktober endgültig in den Ruhestand geht, möchte sie erst einmal mindestens zwei Monate zur Ruhe kommen und die Freiheit genießen, Dinge zu tun ohne berufliche Verpflichtungen. Runterfahren und schauen, was fehlt, sei ihr Plan. Aber für die Engagierte Stadt Bitburg, an deren Konzept sie federführend mitgearbeitet hat, wird sie noch weiter zur Verfügung stehen, solange es notwendig ist. Auch beim Ehrenamt, das ihren ganzen Berufsweg begleitet hat, wird sie treu bleiben und sich selbst neue Aufgaben suchen.