Beda-Markt 2018: Nach dem Beda-Markt ist vor dem Beda-Markt: Zum „40.“ soll’s richtig rund laufen

Beda-Markt 2018 : Nach dem Beda-Markt ist vor dem Beda-Markt: Zum „40.“ soll’s richtig rund laufen

250 Aussteller, 50 000 Besucher und etliche Ideen für den runden Beda-Markt Geburtstag im kommenden Jahr.

Heute ist vom Beda-Markt schon nicht mehr viel zu sehen. Aber zu hören wird davon noch sein. Denn die Messe zieht – nicht nur Besucher, sondern auch Kunden. Im Handwerkerzelt wurden konkrete Termine zum Ausmessen vereinbart und auch für die Autohändler läuft noch der Nachbrenneffekt.

„Wir haben über das Wochenende gut verkauft“, sagt Edgar Bujara, Sprecher der Werbegemeinschaft Autowelt Bitburg. Und erfahrungsgemäß kämen noch Monate später Kunden in die Autohäuser, die sich beim Beda-Markt erstmals informiert und umgesehen haben. Ähnlich berichtet das Rudolf Rinnen von der Volksbank Eifel, die das Handwerkerzelt auf die Beine stellt: „Die Aussteller kommen, weil sich diese Messe für sie lohnt.“

Die Party-Zone: Das Handwerkerzelt ist schon so gut wie abgebaut. Foto: TV/Dagmar Schommer

Was die Premiere der ersten Landwirtschaftsschau in Fließem angeht, wurden die Erwartungen von Gerd Grebener, Leiter der Rinder-Union West (RUW), weit übertroffen. „Sind überhaupt noch Leute in der Stadt?“, fragte er am Sonntagnachmittag. Sein Eindruck: Alles tummelt sich in Fließem, wo die RUW für 2,5 Millionen Euro ihre neue Auktionshalle gebaut hat.

Das war der Boden: Auch im Zirkuszelt wird eingepackt. Foto: TV/Dagmar Schommer

Tatsächlich war in der Stadt nicht ganz so viel los, wie man das zum Beda-Markt gewohnt ist. „Das frostige Wetter hat sicher einige vom Bummeln abgehalten. Dafür waren die Ausstellungszelte aber proppenvoll“, sagt Bürgermeister Joachim Kandels.

Das spiegeln auch die offiziellen Besucherzahlen der Polizei Bitburg wider. Über die drei Messetage sollen nach Schätzungen rund 50 000 Gäste in Bitburg gewesen sein – 15 000 weniger als im Vorjahr. „So ein eisiges Wetter hatten wir noch nie zum Beda-Markt“, sagt Wolfgang Zenner. Ein Blick in die einzelnen Ausstellungsbereiche.

Auto-Schau: Die Premiere mit dem Zirkuszelt kam an. Natürlich gab es vereinzelt auch Kritik. „Vor allem daran, dass die Wagen nicht genügend angestrahlt wurden“, sagt Bujara. Das habe man noch versucht, am Freitagabend zu verbessern: „Nächstes Jahr werden wir auf jeden Fall für mehr Strahler sorgen.“ Und das Zirkuszelt? „Wahrscheinlich, ja“, sagt Bujara. Aber darüber würden alle Händler gemeinsam entscheiden. Und das bedeutet ihm was: „Diesmal haben fast alle Vertragshändler mitgemacht.“ Zusammen mit Partnern wie Kreissparkasse und TÜV haben sich im Autozelt mehr als ein Dutzend Aussteller präsentiert. Und die, die dabei waren, machen auch 2019 mit. Idee des Bürgermeisters: „Ein Abendprogramm, vielleicht mit Artisten.“

Streetfood-Festival: 23 Foodtrucks haben Burger & Co. verkauft. „Alle wollen wiederkommen“, sagt Organisator Markus Angel. Und das, obwohl das Wetter nicht ideal war. „Dennoch hatten drei Wagen am Sonntagnachmittag ausverkauft, und auch die anderen sagten, dass es sich gelohnt habe.“ Um das Ganze etwas wetterunabhängiger zu gestalten, plant Angel für 2019 mit einem Pavillon. „Ein Dach über dem Kopf, ein paar Sitzgelegenheiten und auch Heizstrahler könnten nicht schaden.“ Ansonsten ist es Ziel, das Angebot weiter auszubauen: „Sushi, Pasta oder Fischbrötchen – da gibt es noch Ideen.“

Rummel: Weniger zufrieden waren die Schausteller. Auf Autoscooter und Co. hatte bei dem Wetter kaum jemand Lust. Und auch an Mandel- und Wurstständen herrschte Flaute. „Einige Aussteller haben kurzfristig abgesagt, manche waren krank“, sagt Elfriede Grewe von der städtischen BVB. So kamen nur 20 statt der üblichen 30 Schausteller und Budenbetreiber. Folge: Auf dem Spittel war es neben dem Karussell recht leer. „Das kann so natürlich nicht bleiben“, sagt Grewe. Entweder richtig oder gar nicht. Ihr hat auch in der Stadthalle ein einladender Außenbereich gefehlt: „Aber ich kann es keinem verübeln, wenn er sich bei dem Wetter nicht tagelang in die Kälte stellt.“

Schleppertreffen: Ziel waren 50 Oldtimer-Traktoren, gekommen sind 45. „Damit sind wir absolut zufrieden“, sagt Winfried Pütz, der zusammen mit Franz-Josef Gasper und Thorsten Weber das erste Schleppertreffen in der alten Auktionshalle organisiert hat. Etliche Fahrer würden gerne 2019 wiederkommen und auch für Pütz und Team steht fest: „Wir wollen weitermachen.“ Die Frage wird sein: wo. Denn das alte Auktionsgelände will die RUW samt Halle verkaufen. Unabhängig davon: An einem passenden Standort sollte das Schleppertreffen 2019 nicht scheitern.

Landwirtschaftsschau: „Wir hatten deutlich mehr Besucher hier als in den Vorjahren“, sagt RUW-Chef Grebener. Rund 60 Aussteller haben sich in Fließem präsentiert. Vielleicht war es die Neugierde, die viele Landwirte in die neue Halle zog. „Und dann muss man sagen: Für uns war das Wetter natürlich günstig. Bei Frost wird ja noch nicht mal Gülle gefahren.“ Bis aus Minden bei Hannover seien einige Gäste angereist – und viele Luxemburger.

Gesundheitsmesse: Die Schau rund um die Themen Wellness, Fitness und Gesundheit mit 30 Ausstellern in der Stadthalle hat sich längst neben Handwerker-, Auto- und Landwirtschaftsschau als vierter großer Bereich etabliert. „Wir sind auch 2019 wieder mit unserer Gesundheitsmesse dabei“, sagt Evelin Maus, Verlagsleiterin vom Wochenspiegel. Die Messe ziehe inzwischen auch ein jüngeres Publikum, was die Veranstalter freut. Was sie verändern möchten: „Viele Besucher wünschen sich auch bei uns eine gastronomische Versorgung, die zum Verweilen einlädt.“ Zudem wolle man das Thema gesunde Ernährung einschließlich „Live-Cooking“ ausbauen. Die wieder gut besuchten Vorträge stehen auch 2019 wieder auf dem Programm.

Handwerker-Zelt: Weiter gefeilt wurde auch am Programm im Handwerkerzelt, wo 104 Aussteller ihre Stände aufgeschlagen hatten. Freitagabend sorgte die Unplugged Gang für volles Haus, am Samstag die Moneyrollers mit der neuen Vorgruppe JuSiGs. „Es hat sich bewährt, die beiden Top-Acts auf zwei Abende zu verteilen“, sagt Rinnen. Was den Ausstellern besonders gefallen habe: „Viele Besucher kamen mit sehr konkreten Anliegen. Die haben die Messe wirklich gezielt zur Kontaktaufnahme genutzt.“ Teilweise seien die Besucher aus Hunsrück und Hochwald bis nach Euskirchen und Belgien angereist. Rinnen schätzt, das etwa 1000 bis 1400 Gäste gleichzeitig im Zelt waren: „Uns kam das Wetter natürlich zupass.“ Man hätte Öl nachtanken müssen, weil die Heizung auch nachts gelaufen sei. Sein Wunsch: „Die Innenstadtkaufleute sollten mit mehr Engagement an die Sache rangehen und zum Beispiel am Beda-Markt-Samstag alle bis 18 Uhr geöffnet haben oder Sonderaktionen anbieten. Mehr Menschen kommen das ganze Jahr nicht in die Stadt.“