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Nach der LGS-Entscheidung: Wie geht es jetzt mit dem Gelände der Bitburger Housing weiter?

Nach der LGS-Entscheidung: Wie geht es jetzt mit dem Gelände der Bitburger Housing weiter?

Keine Landesgartenschau für Bitburg: Die Reaktionen der Bürger reichen von Enttäuschung bis zu Kritik am Land. Und auch der Ruf nach einem Plan B für das Housing-Gelände wird laut.

Denken wir noch ein letztes Mal zurück an den März: an die vielen Überstunden im Rathaus, damit die Bewerbung für die Landesgartenschau perfekt auf ihren Weg geschickt werden konnte. An den Sonntagmittag auf dem Spittel, als eine Idee eine ganze Region zusammenbrachte: Mehr als 2000 Menschen sangen, ausgestattet mit Pauken, Trompeten, Blümchen und Luftballons, dort das eigens umgetextete Lied "Wir woll'n die Gartenschau". An die gute Laune und die Hoffnung - die dann am Dienstag jäh zerstört wurde, als Mainz verkündete, dass der Zuschlag eben nicht an Bitburg geht.

Der erste Schock sitzt tief - und trotzdem ist da auch Dankbarkeit: "In den letzten Tagen und Wochen habe ich erneut den großen Rückhalt der Bürger in unserer Stadt und dem Eifelkreis gespürt", sagt Bürgermeister Joachim Kandels.Kritik an Mainz

Kritik und Zweifel an Mainz werden laut. "Ich hoffe, dass die Verantwortlichen einen besseren Kandidaten gewählt - und nicht auf politischer Ebene entschieden haben", sagt Gewerbevereins-Chef Edgar Bujara, der sich trotz aller Enttäuschung über die Entscheidung stolz zeigt. Denn keiner habe eine so gute Bewerbung abgegeben wie Bitburg, das stehe für ihn außer Diskussion. "Und wir hätten mit der Housing auch den Bedarf einer LGS gehabt."

Wie wird die Stadt nun mit dem Gelände umgehen? Ein Thema, das auch unsere Leser im sozialen Netzwerk Facebook beschäftigt: Dort schreibt Michi Kandels-Schares auf unseren ersten Bericht hin, traurig sei auch, "dass die Landesregierung nach Nürburgring und Co. anscheinend immer noch genügend Steuergeld zum Verschwenden hat.
Wie Frau Dreyer im Interview sagt, sichert sie Bitburg in der Konversion finanzielle Hilfe zu. Mit der Landesgartenschau hätte man hier zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen." Hans-Leo Müller findet: "Wie erwartet, wir auf dem Lande werden immer hinten angestellt!"

Auch Stephan Garcon, für die SPD im Stadtrat, meldet sich zu Wort: Tief enttäuscht sei er von seinen eigenen Genossen. Zugleich hoffe er, dass "unser Bürgermeister einen Plan B hat". Garcon ist der Meinung, dass nun schnellstmöglich mit den Amerikanern verhandelt werden müsse: "Es könnte uns nichts Besseres passieren, als dass sie die Housing weiternutzen."

Der CDU-Stadtverband sieht "durch Mainz ein dringendes Infrastrukturprojekt verhindert", will sich aber nicht geschlagen geben: Man werde sich für eine sinnvolle Entwicklung der Housing stark machen, teilt Andreas Gerten mit - so zum Beispiel für die Ansiedlung einer Hochschule und die Schaffung eines Existenzgründer-Zentrums sowie eines grünen Sport- und Freizeit areals.

Bürgermeister Joachim Kandels hatte stets deutlich gemacht, mit den für die LGS-Bewerbung erarbeiteten Unterlagen habe die Stadt eine wichtige Grundlage für die künftige Nutzung des Geländes geschaffen. Ziel sei es, das Areal nachhaltig zu entwickeln - er setze dabei voraus, dass das Land Bitburg dabei "nach allen Kräften" unterstütze.
Bitburg hat nun zwar nicht die große Aufgabe erhalten, 2022 die Landesgartenschau auszurichten. Die Stadt steht aber weiterhin vor der Herausforderung der Konversion. Es warten weitere Überstunden. eib