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Nach der Schule ist vor der Schule

Nach der Schule ist vor der Schule

Wenn die Ganztagsschule nicht realisierbar ist: Weil nicht genügend Kinder angemeldet wurden, kann aus der Grund- und Hauptschule Schönecken keine Ganztagsschule werden. Auf ein Betreuungsangebot am Nachmittag will die Schule trotzdem nicht verzichten.

Schönecken. Eine Ganztagsschule: Das wäre der große Wunsch gewesen. Für Schönecken wird dieser Wunsch aber nicht in Erfüllung gehen, denn die Sache hat einen Haken: Um eine Ganztagsschule einrichten zu können, muss eine bestimmte Anzahl von Schulkindern vorhanden sein. In Schönecken aber gibt es nicht genügend Kinder, um aus der Graf-Hartard-Grund- und Hauptschule eine Ganztagsschule zu machen. Von den Eltern war für 47 Kinder - Grund- und Hauptschüler zusammengezählt - ein grundsätzliches Interesse an einem solchen Angebot bekundet worden. Nötig wären für das Konzept der Ganztagsschule aber 36 Grundschüler oder 54 Hauptschüler. Gemeinsam essen, spielen und lernen

Trotzdem wollen die Verantwortlichen dort nicht auf ein Betreuungsangebot verzichten, das auch über die normalen Schulzeiten am Vormittag hinausgeht. Deshalb ist die Schönecker Grund- und Hauptschule ab diesem Schuljahr eine Schule mit nachmittäglicher Betreuung. "18 Kinder nutzen hier momentan das Angebot der betreuenden Schule", sagt Aloysius Söhngen, Bürgermeister der Verbandsgemeinde (VG) Prüm. Das Konzept sieht vor, dass die Schüler der Klassen eins bis vier nach ihrem normalen Unterricht gemeinsam in der Schule essen, zusammen spielen und sich entspannen, um dann bei ihren Hausaufgaben von zwei Fachkräften betreut zu werden. Rund eine Stunde ist dafür vorgesehen, danach folgen gemeinsame Beschäftigungen - Sport, Basteln oder Backen sind bisher zum Beispiel vorgesehen. Um 16 Uhr endet das Angebot der Nachmittagsbetreuung. Im Prinzip bekommen die Kinder also die Betreuung, die sie auch in einer Ganztagsschule erhalten würde. Lediglich Förderstunden können in Schönecken nicht angeboten werden. Die beiden Betreuerinnen werden vom Land Rheinland-Pfalz bezuschusst. Generell aber finanziert sich die betreuende Schule über die Elternbeiträge. Söhngen: "Wir haben uns für den niedrigsten Satz entschieden." 45 Euro zahlen die Eltern derzeit pro Kind, das Land hat einen Zuschuss von 2046 Euro gewährt. 2000 Euro an Fördermitteln kommen von der VG Prüm: Von diesem Geld soll der Betreuungsraum eingerichtet und Spiele oder Bastelmaterial angeschafft werden. Ebenfalls von der Verbandsg bezuschusst (1,20 Euro pro Kind) wird das freiwillige Mittagessen, das durch das Seniorenheim Habscheid geliefert wird (Kosten: 3,20 Euro pro Kind). Bürgermeister Söhngen sieht das neue Angebot der Grund- und Hauptschule Schönecken als weiteren Baustein im VG-Konzept, was Kinderbetreuung betrifft, zu dem bisher die Grund- und Hauptschule Prüm, die Regionale Schule Bleialf und die Grundschule Bleialf gehören. "Auch wenn eine Ganztagsschule aus demografischen Gesichtspunkten nicht möglich ist: Wir wollen junge Familien und Alleinerziehende unterstützen. Heute sind meistens beide Elternteile berufstätig, und das Angebot ist doch auf jeden Fall besser, als wenn die Kinder alleine sind."