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Nach Diebstahl in Supermarkt in Gerolstein, bei Sefferweich erwischt

Kriminalität : Bitburger Polizei schnappt Gerolsteiner Ladendiebe

Auf der Flucht nach einem Diebeszug im Aldi in der Vulkaneifel hat die Polizei vier Leute bei Sefferweich gestellt. Hat die Bande noch mehr auf dem Kerbholz?

Zwei junge Männer schieben am Montagabend zwei Einkaufswagen durch den Gerolsteiner Aldi. In den Körben stapeln sich Elektrogeräte, Lebensmittel, Kosmetika. Es sind Waren im Wert von mehreren Hundert Euro. Doch die beiden denken gar nicht daran, sie zu bezahlen. Statt zur Kasse zu fahren, rollen sie die Wagen direkt zum Ausgang.

Die Mitarbeiter des Supermarkts bekommen davon zunächst nichts mit. Dafür sorgen zwei Komplizen, die am Ausgang stehen und das Personal ablenken, so dass die Kriminellen es mit ihren „Einkäufen“ auf den Parkplatz und zum Fluchtauto schaffen. Diebestour geglückt, denken sie. Doch sie haben die Rechnung ohne den Herrn gemacht, der sie bei der ganzen Aktion beobachtet hat.

Schon im Supermarkt sind ihm die Heranwachsenden aufgefallen. Und irgendetwas an ihnen erschien ihm wohl nicht koscher. Als er die vier Männer und die Frau auf dem Parkplatz mit der Beute sieht, wählt er die 110 und gibt den Beamten nicht nur eine Beschreibung des Fluchtautos durch, sondern auch das Kennzeichen.

„Dieser Zeuge war spielentscheidend“, sagt Tino Schwarz, kommissarischer Leiter der Polizeiwache Gerolstein. „Sein Anruf war sehr detailliert. Er hat uns sogar noch mitgeteilt, dass die Verdächtigen im Ort noch mal das Auto gewendet haben.“

So konnten sich die Beamten erschließen, wohin die mutmaßlichen Diebe unterwegs waren. Sie konnten eigentlich nur, sagt Schwarz, Richtung Bitburg oder Prüm flüchten. Daher haben die Gerolsteiner ihre Kollegen in den beiden Inspektionen informiert. Diese haben sich dann an den Landstraßen aufgestellt.

Letztlich ist es eine Streife der Bitburger Polizei, die die fünf Flüchtigen stellt. Die Beamten halten den Wagen gegen 18.30 Uhr, somit nur eine halbe Stunde nach der Tat an. Die Verdächtigen gehen den Ermittern auf der L 32 bei Sefferweich ins Netz, auf der Kylltalstrecke zwischen Gerolstein und Bitburg.

„Wären sie Richtung Prüm gefahren, hätten die Kollegen sie dort abgefangen“, sagt Christian Hamm, Leiter der Inspektion Bitburg. „Die hatten praktisch keine Chance, wegen dem Top-Zusammenspiel der Dienststellen, aber vor allem auch dem Tipp des Bürgers.“ Timo Schwarz von der Gerolsteiner Wache ergänzt: „Ohne den Zeugen wäre uns dieser Fahndungserfolg wohl nicht gelungen.“

Viel ist über die Täter derzeit noch nicht bekannt. Nur so viel: Es handelt sich um vier Männer und eine Frau, alle im Alter zwischen 20 und 33 Jahren. Und sie stammen, sagt Schwarz, nicht aus der Region.

Angesichts des professionellen Vorgehens liegt der Schluss nahe, dass sie zu einer Bande gehören könnten und solche Diebestouren womöglich nicht zum ersten Mal gemacht haben. Konkrete Angaben dazu kann Timo Schwarz aber aus ermittlungstaktischen Gründen nicht machen. Der kommissarische Leiter der Gerolsteiner Polizeiwache sagt nur so viel: Es werde derzeit geprüft, ob es Zusammenhänge zu weiteren, ähnlichen Fällen in der Region gebe.

Die fünf könnten also noch mehr auf dem Kerbholz haben. Zunächst wurden aber nur Ermittlungsverfahren wegen der Tat vom Montagabend eingeleitet. Nur einer von ihnen, ein 21-Jähriger, wurde auf Anordnung der Staatsanwaltschaft Trier vorläufig festgenommen und einem Richter vorgeführt. Die übrigen vier sind demnach noch auf freiem Fuß.