Nach Misshandlungsvorwürfen: Staatsanwaltschaft ermittelt gegen sieben Beschuldigte aus Eifeler Jugendhilfe-Einrichtung

Nach Misshandlungsvorwürfen: Staatsanwaltschaft ermittelt gegen sieben Beschuldigte aus Eifeler Jugendhilfe-Einrichtung

Die Misshandlungs-Ermittlungen gegen Mitarbeiter einer Eifeler Jugendhilfeeinrichtung dauern an. Der mit neuen Vorwürfen konfrontierte Träger hat inzwischen Widerspruch gegen den Entzug der Betriebserlaubnis eingelegt.

Die Vorwürfe wiegen schwer: In der Daleidener Einrichtung des privaten Trägers Jugendhilfe Eifel sollen Kinder und Jugendliche mit Wasser und Brot in einem unsanierten Teil des Gebäudes bestraft worden sein. Wegen der Misshandlungsvorwürfe ermittelt die Trierer Staatsanwaltschaft inzwischen gegen sieben Beschuldigte, wie der Leitende Oberstaatsanwalt Peter Fritzen auf Anfrage unserer Zeitung sagte. Gegen die Mitarbeiter bestehe der Anfangsverdacht, an einzelnen Vorfällen beteiligt gewesen zu sein, so Fritzen. Die Betreiber der Einrichtung zählten nicht zu den Beschuldigten.

Details zu den Vorwürfen nennt der Chef-Staatsanwaltschaft nicht, "um die Ermittlungen nicht zu beeinträchtigen", wie es offiziell heißt. Die Vernehmungen auch der Kinder seien noch nicht abgeschlossen.

Das Landesjugendamt hatte Ende April Strafanzeige gestellt, weil in der Einrichtung in Daleiden (Eifelkreis Bitburg-Prüm) Kinderrechte missachtet worden sein sollen. Erst später wurde bekannt, um welche Vorwürfe es sich handelte. Nach und nach holten mehrere regionale Jugendämter die von ihnen dort untergebrachten Kinder und Jugendlichen aus der Einrichtung und verteilten sie auf andere Häuser. Bis zu zwölf Kinder sollen in Daleiden betreut worden sein. Ende Mai entzog das Landesjugendamt der Einrichtung "mit sofortigem Vollzug" die Betriebserlaubnis. Inzwischen hat der Träger gegen diese Entscheidung Widerspruch eingelegt, bestätigten ein Sprecher der Jugendhilfe Eifel und Silvia Kitzinger vom Landesjugendamt.

Derweil haben sich die Vorwürfe gegen die Daleidener Einrichtung offensichtlich manifestiert.

Träger sagt Unterstützung zu

"Die bekannten Sachverhalte wurden durch weitere Informationen bestätigt", sagte die Sprecherin der Aufsichtsbehörde, ohne Details zu nennen. Inzwischen ist eine weitere Einrichtung der Jugendhilfe Eifel nach Hinweisen auf Mängel ins Visier des Landesjugendamts geraten. Auch in diesem Fall prüft die Behörde nun den Widerruf der Betriebserlaubnis. Bei den Vorwürfen gehe es aber nicht um die Misshandlung von Kindern, sagte Sprecherin Silvia Kitzinger.

Der Träger teilte auf Anfrage unserer Zeitung mit, man werde auch weiterhin die Ermittlungen der Behörden mit aller Offenheit und Transparenz unterstützen.

Die Jugendhilfe Eifel gibt es seit drei Jahren. Die gemeinnützige Gesellschaft bietet nach eigenen Angaben in etwa 30 Orten der Region Betreuungen in einem familiären Umfeld an. Zuletzt hieß es, die Jugendhilfe habe 82 Mitarbeiter und biete 110 Plätze für Kinder und Jugendliche.