Nach Sanierung: Feierliche Wiedereröffnung der Plütscheider Kirche

Glaube : Erst Sanierung, jetzt Neueröffnung

Vor gut einem Jahr ist in der Filialkirche in Plütscheid der Putz von der Decke gefallen. Das Gebäude wurde sofort gesperrt. Nach einer umfangreichen Sanierung gibt es am Sonntag, 19. Januar, um 11 Uhr eine feierliche Wiedereröffnung mit Hochamt.

Als wir bei ihm zu Hause anrufen, ist Walter Schweigerer aus Plütscheid gerade in der Kirche - letzte Hand anlegen, wie er später sagt. „Die Kerzenständer und die Bänke mussten noch lackiert werden.“

Der stellvertretende Vorsitzende des Pfarrverwaltungsrats erinnert sich noch gut daran, wie am 7. Dezember 2018 über Nacht in der Filialkirche Plütscheid der Putz von der Decke gefallen ist: „Zwei Tage vorher hatten wir noch eine Abendmesse. Da war noch alles in Ordnung“, sagt er. Dann habe die Küsterin am Morgen die Tür aufgeschlossen und die Bescherung gesehen. Daraufhin musste die Kirche sofort geschlossen werden. Zu gefährlich wäre es gewesen, dort noch Messen zu halten.

Bereits seit dem 15. Jahrhundert ist eine Kirche in Plütscheid bezeugt.  Das heutige Gotteshaus wurde 1928/29 erbaut. Es ist dem heiligen Antonius, dem Einsiedler, geweiht und die einzige Filialkirche der Pfarrei Lambertsberg, erklärt Michael Fischer, Vorsitzender des Pfarreienrates der Gemeinden Waxweiler, Lambertsberg und Ringhuscheid.

„Die Decke ist nach dem Krieg verputzt worden. Aber wie das so war damals - das Material war wohl nicht das beste“, vermutet Schweigerer. Gutachten wurden beauftragt, Statiker guckten sich die Sache an, und dann war klar, dass die Decke komplett saniert werden muss.

„Die Decke ist nach dem Krieg gedämmt und verputzt worden. Der Putz hat sich mit der Zeit vom Trägermaterial gelöst und ist dann runtergekracht. Gott sei Dank nicht während eines Gottesdienstes“, sagt Thomas Stadler, von der Rendantur Prüm, die sich um Bistumsimmobilien kümmert in der Region. Die veranschlagten Kosten für die Sanierung belaufen sich auf 45 000 Euro. Davon übernimmt das Bistum 22 700 Euro, der Rest wird aus Eigenmitteln und Spenden finanziert.

„Es wurden neue Schilfrohrmatten angebracht, und darauf kam Lehmputz. Hinterher wurde alles neu gestrichen“, sagt Schweigerer. Er gibt sich optimistisch, was die Finanzierung betrifft: „Wir haben eine Rücklage. Ansonsten sind wir auf Spenden angwiesen.“ Das habe die Jahre zuvor immer gut funktioniert, sagt er. So wurde vor Jahren der Kirchturm neu eingedeckt. Später wurde ein zweiter, barrierefreie Zugang zur Kirche gepflastert. Auch bei diesen Aktionen haben die Menschen aus der Lambertsberger Pfarrei und zugehörigen Dörfern großzügig gespendet.

Und Kleinigkeiten erledige man in Eigenleistung, sagt Schweigerer. So wie vorhin, als er die Bänke und die Kerzenständer lackiert hat.

Im Dezember 2018 ist in der Plütscheider Kirche der Putz von der Decke gefallen. Foto: Rendantur Prüm. Foto: Rendantur Prüm
Jetzt wieder fast wie neu: der Innenraum der Kirche in Plütscheid. Foto: Michael Fischer

Zur Wiederöffnung gibt es ein Hochamt mit Pfarrer Georg Josef Müller aus Waxweiler anlässlich des Patronatsfestes am Sonntag, 19. Januar, um 11 Uhr. An der Orgel spielt Josef Hahn. Der Musikverein Plütscheid/Lambertsberg begleitet die Messe musikalisch.