Nach tödlichem Unfall im Eifelkreis Bitburg-Prüm: Gutachten soll Klarheit bringen

Nach tödlichem Unfall im Eifelkreis Bitburg-Prüm: Gutachten soll Klarheit bringen

Weil keine Zeugen den Zusammenstoß eines Traktors mit einer Radfahrerin bei Ormont-Neuenstein (Eifelkreis Bitburg-Prüm) beobachtet haben, ist nun ein Gutachter mit der Rekonstruktion des Unglücks beauftragt worden.

Ormont-Neuenstein. Noch kann niemand genau erklären, wie es zum Unglück kommen konnte, doch beim Abbiegen von der Kreisstraße 64 hat am Dienstag in der Ormonter Ortslage Neuenstein ein 78-jähriger Traktorfahrer mit seiner Maschine eine Radfahrerin erfasst und überfahren. Die 66-Jährige wurde dabei so schwer verletzt, dass sie noch an der Unfallstelle starb. "Es ist schwer festzustellen, wie es genau zu dem traurigen Unfall kommen konnte. Es gibt keine Zeugen, nur die zwei beteiligten Personen," sagt Hauptkommissar Richard Schleder, stellvertretender Leiter der Polizeidienstelle Prüm. Die Staatsanwaltschaft habe deshalb einen Unfallgutachter mit der genauen Rekonstruktion der Ereignisse beauftragt. "Alles, was wir bisher aufnehmen konnten, sind also nur vorläufige Feststellungen für die weiteren Ermittlungen", sagt er.

Sicher sagen könne man allerdings, dass keiner der Beteiligten - weder die verunglückte Radfahrerin, noch der Unfallverursacher - unter Alkoholeinfluss gestanden habe, als gegen 15 Uhr der 78-Jährige mit seinem Traktor in Fahrtrichtung Ormont auf der K 64 unterwegs war. "Der Mann wollte in die Ortslage Neundorf links abbiegen und stieß in der Kurve mit der Fahrradfahrerin zusammen, so unglücklich, dass die Frau vom Hinterrad des Traktors überrollt wurde", sagt Schleder. Dabei wurde sie so von dem schweren Gerät erfasst, dass ihr der Fahrradhelm keine Sicherheit bieten konnte.
Wie es zum Zusammenstoß kommen konnte, könne man zum aktuellen Zeitpunkt nicht definitiv sagen. "Der Traktorfahrer gibt an, dass er die Radfahrerin nicht gesehen habe. Die Markierungen und Fotos zeigen, dass er sehr weit links in die Straße einbog", sagt Schleder. Aufgrund der Straßensituation habe die Radfahrerin keine Möglichkeiten zum Ausweichen gehabt.

"Es sind wenige Fakten, aber dadurch, dass es keine Zeugen gibt, niemand den Unfall beobachten konnte, müssen wir uns zunächst auf die Aussage des Fahrers und die Untersuchungen der Unfallstelle beschränken. Alles Weitere wäre reine Spekulation", betont der stellvertretende Dienststellenleiter. Eine Häufung von tödlichen Unfällen dieser Art gebe es übrigens nicht in Dienstbereich der Prümer Polizei (siehe Extra). Zwar sei der traurige Fall einer Fahrradfahrerin, die bei einem Zusammenstoß in Bleialf ums Leben gekommen ist, erst jüngst in den Medien präsent gewesen, das sei aber ein Zufall. "Tödliche Unfälle mit Fußgängern oder Radfahrern sind bei uns im Bezirk glücklicherweise eher selten." affExtra

Im Dienstbezirk der Polizeiinspektion Prüm kamen im Jahr 2015 acht Menschen bei Autounfällen ums Leben (2014 zwei). Der Bezirk umfasst die Verbandsgemeinden Arzfeld, Prüm, Obere Kyll sowie die A 60 zwischen den Anschlussstellen Waxweiler und dem Grenzübergang Steinebrück. Zuletzt starb im September 2014 eine 76 Jahre alte Radfahrerin nach einem Unfall in Bleialf. Beim Zurücksetzen aus einer Einfahrt wurde sie von einem 58-jährigen Fahrer eines Gabelstaplers beim Rückwärtsfahren übersehen. aff

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