Nach Unwettern sollen See und Risiko beim Eifelzoo kleiner werden

Eifelzoo in Lünebach : See und Risiko sollen kleiner werden

Nachdem das Hochwasser des Bierbachs im Lünebacher Eifelzoo im Sommer 2018 gewaltigen Schaden angerichtet hat, steht nun eine Umgestaltung des Gewässerlaufs an. Davon betroffen ist vor allem der Stausee auf dem Parkgelände.

Es ist nur ein so genanntes Gewässer dritter Ordnung. Bäche und Flüsse dieser Kategorie treten vergleichsweise wenig in Erscheinung. Hier und da kommt es mal zu einem Hochwasser, doch insgesamt sind es eher überschaubare Mengen an Wasser, die sich in dieser Kategorie flussabwärts bewegen.

Ähnlich hat es sich bislang auch mit dem Bierbach verhalten. Bis dann Anfang Juni 2018 das Unwetter kam. Innerhalb kürzester Zeit hatte sich das beschauliche Gewässer zu einem reißenden Strom entwickelt und unter anderem einen Großteil des Eifel-Zoos in Lünebach überflutet.

Zahlreiche Tiere kamen dabei ums Leben, der Zoo wurde verwüstet, die gesamte Existenz des Unternehmens gefährdet.

In diesem Jahr war die Lage am Bierbach bislang entspannt. Und damit das auch zukünftig so bleibt und sich ein Hochwasser wie das im Sommer 2018 nicht wiederholen wird, hat die Struktur- und Genehmigungsdirektion Nord im Frühjahr eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben.  Ziel war es, die Möglichkeiten zur Verbesserung des Hochwasserschutzes sowie die gewässerökologische Aufwertung des Bierbachs zu untersuchen.

Die Ergebnisse dieser Studie liegen inzwischen vor. Und das dafür zuständige Ingenieurbüro Floecksmühle aus Aachen schlägt unter anderem eine Verkleinerung des Stausees auf dem Zoogelände um rund zwei Drittel vor. Der Damm, der ebenfalls erneuert werden müsste, soll dafür um rund 150 Meter nach Westen rücken und auch zukünftig mit einem Fußweg auf der Dammkrone ausgestattet sein. Zudem empfiehlt das Fachbüro, die Dammkrone auf einer Länge von fünf Metern herabzusetzen, sodass dort bei höheren Wasserständen im See die Wassermassen kontrolliert abfließen und dem Bierbach wieder zufließen können.

Nach dem schweren Unwetter im Juni 2018 kam es auch im Eifel-Zoo Lünebach zu Überschwemmungen, die große Schäden anrichteten. . Foto: TV/Fritz-Peter Linden

Um die Durchgängigkeit des Gewässers für die dort vorhandenen Wasserlebewesen zu verbessern, sollen auch die unnatürlichen Hindernisse im Gewässerlauf, wie etwa die Betonrinne, beseitigt werden. Und um dem Aspekt der Naherholung gerecht zu werden, schlagen die Planer vor, einen Teil der durch die Verkleinerung des Stausees freiwerdenden Fläche beispielsweise als naturnahen Spielplatz zu nutzen.

Letzteres ist nur ein Vorschlag, der auf die Verbesserung der Situation des Bierbachs keinen Einfluss hat und somit in der Kostenaufstellung auch nicht enthalten ist. Alle anderen Maßnahmen hingegen schon. Demnach würde eine Umgestaltung des Gewässerlaufs im Bereich des Eifel-Zoos rund 720 000 Euro kosten. Da der Bierbach, der unterhalb des Tierparks in die Prüm mündet, größtenteils auf dem Gebiet der VG Prüm liegt, müsste diese auch den größeren Teil der Kosten übernehmen.

Wie der Arzfelder VG-Bürgermeister Andreas Kruppert in der jüngsten Sitzung des VG-Rats Arzfeld erklärte, liege die Zuständigkeit zu etwa 80 Prozent bei der VG Prüm. Den Hauptanteil der Kosten wird am Ende aber wahrscheinlich nicht die Verbandsgemeinde Prüm, sondern das Land tragen. Denn die Maßnahme soll über das Programm Aktion Blau Plus zu 90 Prozent gefördert werden. Eine entsprechende Zuschusszusage wurde laut Kruppert bereits in Aussicht gestellt.

Der VG-Bürgermeister ist zudem davon überzeugt, dass die Umsetzung der Maßnahme und die damit verbundene Verkleinerung des Sees auch zur Attraktivitätssteigerung des Eifel-Zoos beitragen wird. Es habe bereits vor wenigen Wochen Gespräche mit den Eigentümern des Parks gegeben, sagt Kruppert. Und diese, so der Bürgermeister, hätten die Maßnahme sehr begrüßt.

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