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Nach viereinhalb Jahren: Amtsgericht Bitburg nimmt Verfahren zu tödlichem Verkehrsunfall auf der B50 wieder auf

Bitburg/Wilsecker. Auf diesen Tag haben Heinrich und Martina Scholten aus Wilsecker viereinhalb Jahre gewartet: Heute soll das Verfahren zum Verkehrsunfall, bei dem ihr Sohn Tim im März 2012 sein Leben verlor, am Amtsgericht Bitburg fortgeführt werden. Nach Jahren der Ungewissheit hoffen die Scholtens nun auf ein Prozessende.

Hätte der abbiegende Lastwagenfahrer den Motorradfahrer, der ihn von hinten-links überholt hat, sehen können oder sogar müssen? Oder war vielleicht der Motorradfahrer viel zu schnell unterwegs? Diese und weitere Fragen will das Amtsgericht Bitburg heute zu einem Verkehrsunfall klären, bei dem im März 2012 ein damals 19-jähriger Motorradfahrer auf der B50 zwischen Bitburg und Spangdahlem in Höhe der Abfahrt Metterich/Hüttingen tödlich verunglückt ist.

Viereinhalb Jahre zieht sich der Prozess nun schon hin, da sowohl die Staatsanwaltschaft wie auch die Verteidigung und zu guter Letzt das Gericht selbst ein Gutachten zur Klärung des Unfallhergangs in Auftrag gegeben haben.

Die enorme Verfahrensdauer belastet die Angehörigen, die ihren Sohn verloren haben, psychisch stark. "Hoffentlich ist heute damit ein Ende. Für uns wäre es eine riesengroße Erleichterung, wenn ein Urteil fallen würde", sagt Heinrich Scholten, Vater des verstorbenen Motorradfahrers. "Damit wir wirklich mal anfangen können, in Ruhe zu trauern."

Die Staatsanwaltschaft wirft einem Brummifahrer fahrlässige Tötung vor. Der Motorradfahrer, der angesetzt hatte, eine Fahrzeugkolonne zu überholen, wurde tödlich verletzt, als der Angeklagte mit seinem Lastwagen nach links abbog. Zur Frage steht, ob der Lastwagenfahrer bei seinem Abbiegemanöver die rückwärtige Verkehrslage sorgfältig genug beobachtet hat. Mehrere Augenzeugen, Autofahrer aus der Fahrzeugkolonne, sowie ein Gutachter sind für den heutigen Verhandlungstermin, der um 9.15 Uhr beginnt, geladen. cmo