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Nachdenklicher Beginn, friedlicher Ausgang

Nachdenklicher Beginn, friedlicher Ausgang

Der neue Rat der Verbandsgemeinde Prüm hat am Dienstag seine erste Sitzung absolviert, und zwar reibungslos: Alle Entscheidungen fielen erwartungsgemäß aus. Zu Beginn erinnerten sich die Mitglieder an die Kalvarienbergs-Katastrophe vor genau 65 Jahren.

Prüm. Es ist ein gemessener Auftakt in die konstituierende Sitzung. Denn der Zufall, sagt Aloysius Söhngen (CDU), Bürgermeister der Verbandsgemeinde (VG) Prüm, habe es gewollt, dass die Zusammenkunft exakt auf den Tag fällt, als die Abteistadt vor 65 Jahren von einer verheerenden Explosion erschüttert wurde: der Kalvarienberg-Katastrophe (TV von Montag). Ein Ereignis, sagt der VG-Chef, "das die Schrecken des Weltkriegs noch einmal zurückgeholt hat".
So schauen die Ratsmitglieder zunächst den Film, den Erich Reichertz (FWG) zum 60. Jahrestag 2009 zusammengestellt hat und der noch einmal deutlich macht, welcher Horror die Prümer damals heimsuchte, als zwölf Menschen starben, viele verletzt und obdachlos wurden und die Stadt im Wiederaufbau weit zurückgeworfen wurde.
"Wir haben eine Geschichte", kommentiert Söhngen die Ereignisse, "und wir müssen uns erinnern an die Dinge, die waren."
Das sehen hier alle so - und dann geht es in die Tagesordnung: Der Bürgermeister verpflichtet die 36 Mitglieder des neuen VG-Rats und dankt ihnen für ihre Bereitschaft, "Verantwortung für die Geschicke des Gemeinwesens Verbandsgemeinde Prüm zu übernehmen".
Er wünsche sich, sagt Söhngen, "ein gedeihliches Miteinander", in dem kritische Diskussionen, wie bisher auch, gewiss dazugehörten, "aber sie sollen von respektvollem Miteinander geprägt sein".
Beigeordnete ernten Applaus


Null Diskussionen gibt es im Anschluss bei der Wahl der beiden neu zu bestimmenden Beigeordneten: Weil die Amtszeit des hauptamtlichen Söhngen-Stellvertreters Jakob Weinand noch läuft, geht es heute um den zweiten und dritten in der Rangfolge. Mathilde Weinandy (CDU) schlägt für den zweiten Posten den bisherigen Amtsinhaber Peter Feinen vor. Gegenvorschläge: keine. Feinen bittet um die Stimmen der Ratsmitglieder, denn er würde "dieses Amt gerne weitermachen". Das darf er auch: Mit 31 Ja-Stimmen, bei vier mal Nein und einer ungültigen Stimme.
Ein ähnliches Ergebnis erzielt Paula Sonnen, die von Barbara Hiltawski (SPD) ins Rennen geschickt wird: 29 stimmen mit Ja, zwei sagen Nein, fünf enthalten sich. Beide Beigeordneten ernten Applaus von allen.
Die Ausschüsse werden bestimmt, auch hier hat man sich längst geeinigt, alles wird im Block abgesegnet. Bau- und Planungsaussschuss, Werkausschuss, das Gremium für Fremdenverkehrs- und Wirtschaftsförderung, für die Schulträgerschaft und die Rechnungsprüfung.
Dito bei den Zweckverbänden Schwarzer Mann, Gewerbegebiet Plütscheid und Kurcenter. Als Vertreter für die Planungsgemeinschaft Region Trier werden bestimmt: Aloysius Söhngen und Erdal Dogan (SPD).
Schluss, aus, Einladung zum finalen Getränk. Aloysius Söhngen: "Ich bedanke mich ganz herzlich bei Ihnen allen für den harmonischen Verlauf. Das ist eine gute Grundlage für die Arbeit der nächsten Jahre." So sei es.Meinung

So geht\\'s auch
Es war gewiss nicht nur die verhaltene Stimmung angesichts der verheerenden Ereignisse vor 65 Jahren: Der Rat der Verbandsgemeinde Prüm hat sich angenehm friedlich und gezänkfrei in die neue Legislaturperiode aufgemacht. Das werde nicht so bleiben, scherzte ein Mitglied beim Zigarettchen auf dem Pausenbalkon. Muss es auch nicht. Aber es tut gut zu sehen, dass es nicht überall, wie zuletzt in einigen anderen Räten, mit taktischem Geeiere und persönlichen Animositäten losgeht. Dafür ist auch viel zu viel zu tun in den kommenden Jahren. fp.linden@volksfreund.de