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Jugendprojekt: Nachhaltig, digital und innovativ

Jugendprojekt : Nachhaltig, digital und innovativ

Wie sehen jungen Menschen die Zukunft der Eifel? Die Teilnehmer des Exzellenzkurses äußern bei der Abschlussveranstaltung ihre Ideen und Wünsche.

Manche Zertifikate landen direkt im Keller oder auf dem Speicher. Jene, die am Mittwochabend im  feierlichem Rahmen in der Aula des Eifelgymnasiums Neuerburg ausgehändigt wurden, dagegen in der Bewerbungsmappe oder in den Händen von Personalverantwortlichen Eifeler Firmen.

Und diese wissen etwas mit der erfolgreichen Teilnahme am Exzellenzkurs anzufangen, denn dieses Projekt gibt es schon seit 18 Jahren (siehe Extra) und sagt etwas über besondere Kompetenzen und besonderes Engagement der Besitzer aus. In diesem Jahr ist es zudem ein Zeichen, dass alle Beteiligten der Pandemie erfolgreich getrotzt haben, obwohl viele Veranstaltungen kurzfristig verschoben werden mussten.

Nach zahlreichen Workshops stand nun die Abschlussveranstaltung an, auf denen die 27 Teilnehmerinnen und Teilnehmer sich in Gruppen mit dem Thema „Suche nach der exzellenten Zukunft für die Eifel“ befassten. Da standen in allen Präsentationen zwei Punkte im Vordergrund: Nachhaltigkeit und Digitalisierung. Die Gruppe „Zukunft der Schule“ zum Beispiel wünschte sich neben schnellerem Internet, mehr Tablets, kleinen Lerngruppen und „Zukunftskompetenzen“ auch mehr Chancengleichheit - und wagte den Blick nach Finnland, wo das Schulsystem bei der Pisa-Studie immer weit vor Deutschland liegt. Die Gruppe „Zukunft der Arbeit“ ließ die Gäste über drei Modelle - Vier-Tage-Woche, Sieben-Tage-Woche oder 42-Stunden-Woche bei 70 Jahren Lebensarbeitszeit - abstimmen und wünschte sich neben grünen, nachhaltigen Firmengebäuden auch mehr Flexibilität bei den Arbeitszeiten.

Die Gruppe „Eifel der Zukunft“ hat vor allem bessere ÖPNV-Anbindungen, eine stärkere Wirtschaftsförderung für regional produzierende Unternehmen und innovativen Starts-Ups, eine Social-Media-Strategie sowie eine „Eifel-App“ auf der Agenda. Der Fokus für die Regionalbewerbung soll auf Natur, Geschichte, Tourismus und Gastronomie liegen. Daneben plädierte die Gruppe für mehr bezahlbaren Wohnraum und eine bessere medizinische Versorgung.

Die Tourismus-Gruppe setzte sich für eine bessere Vernetzung der Akteure und eine bessere (digitale) Kommunikation ein. Schwerpunkte ihrer Ideen waren der barrierefreie Tourismus, der Mehr-Generationen-Tourismus und mehr nachhaltige, „sanfte“ Reiseangebote in der Eifel. Spannend für die Vertreter der Volksbank Eifel - dem Mitgründer des Exzellenzkurses - waren die Ideen zur Bank der Zukunft. Für die Gruppe aus Volksbank-Azubis gibt es 2040 keine Geschäftsstellen mehr, die Beratung der dann zur „Volksbank Rheinland-Pfalz“ fusionierten Großbank erfolgt über Videos, aber die dann ökologisch- und sozial-engagierte Bank kommt ihrer regionalen Verantwortung weiterhin durch Spenden- und Fördergelder nach - und schafft in den Filialen Platz für Co-Working-Angebote.

Nicht nur angesichts der Abschlusspräsentationen freute sich Jens Kemper, Leiter des Eifelgymnasiums Neuerburg, dass der Exzellenzkurs „definitiv für alle eine Gewinn“ sei und „ein perfektes Beispiel, dass man nicht für die Schule, sondern fürs Leben lernt“.