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"Nachholbedarf bei der Digitalisierung"

Homepage der Verbandsgemeinde Arzfeld funktioniert derzeit nur schlecht : „Nachholbedarf bei der Digitalisierung“

Wer derzeit auf der Homepage der Verbandsgemeinde Arzfeld surft, muss mit technischen Problemen rechnen. Die Seite wird nicht richtig dargestellt, Links funktionieren nicht. Doch auch sonst macht die Website wenig her.

Den Reisepass anfordern, das Wunschkennzeichen des Autos durchgeben oder ein Gewerbe anmelden – all das könnte durch moderne Technik mit wenigen Mausklicks möglich sein. Digitalisierte Ämter würden manchen Behördengang überflüssig machen. Und dem Bürger Stunden in Wartezimmern ersparen. So sieht man das auch in Berlin.

Dass die Verwaltungen moderner werden müssen, ist inzwischen beschlossene Sache.  Bis 2022, so fordert es der Bund im Online-Zugangsgesetz, sollen Kommunen alle Leistungen digital anbieten. Wie weit manche deutsche Amtsstube davon aber noch entfernt ist, zeigt kaum ein Beispiel besser als die Homepage der Verbandsgemeinde Arzfeld.

Seit Wochen schon erscheint die Website im Browser Google Chrome  als eine Auflistung von Links, ohne erkennbares Layout. Nur im Internet Explorer lässt sich die Seite überhaupt öffnen.

Ebenfalls fehlerhaft ist der Zugang zum Bürgerportal. Zumindest seit Mai des vergangenen Jahres, als wir zuletzt über die Digitalisierung der Eifeler Verwaltungen berichteten, finden Nutzer unter der Rubrik „Online Bürgerservice“ nur eine Fehlermeldung.

Was genau das Problem ist, und wann es behoben wird, kann auch Bürgermeister Andreas Kruppert (CDU) nicht sagen. Er verspricht aber, dass sich die Verwaltung bald um den Fehler kümmere. Doch auch jenseits dieser Pannen macht die Website der Verbandsgemeinde vergleichsweise wenig daher.

Fast alle anderen Kommunen im Eifelkreis haben in den vergangenen Jahren ihren Internetauftritt aufpoliert. Allen voran die Stadt Bitburg, die im März 2018 ihre Homepage einer Generalüberholung unterzog, bei der Darstellung und Design verbessert wurden und auch einige Rubriken dazukamen.

Doch auch die anderen Verwaltungen haben nachgebessert und neue Leistungen ergänzt. So können sich die Südeifeler und die Prümer im Netz etwa für VHS-Kurse anmelden. Beim Kreis können Bürger Wunschkennzeichen fürs Auto reservieren. Und mit der Website des Bitburger Landes lässt sich ein polizeiliches Führungszeugnis anfordern. Bei den Arzfeldern ist all das nicht möglich. Zudem steht den Bürgern nicht einmal ein öffentliches Ratsinformationssystem zur Verfügung.

Auf den Portalen aller anderen Verbandsgemeinden können sich Nutzer  durch einen Kalender mit den Sitzungen kommunaler Gremien klicken. In Arzfeld aber steht ein vergleichbarer Service nur den Ratsmitgliedern zur Verfügung, wie Andreas Kruppert sagt.

Ein Problem sieht der VG-Chef darin allerdings nicht. Über Sitzungstermine und Beschlüsse würde ja schließlich auch im Mitteilungsblatt der Kommune informiert. Die Einführung eines „einheitlichen Systems“ für die 43 Ortsgemeinden hält er daher für kaum wirtschaftlich, da „zu teuer und zu aufwändig“.

Kruppert räumt aber ein: „Was das Thema Digitalisierung unserer Verwaltung angeht, gibt es durchaus Nachholbedarf.“

Abhilfe wird also womöglich erst die Einführung eines ebenenübergreifenden Portals im gesamten Eifelkreis schaffen. Nach dem Vorbild des Landkreises Cochem-Zell soll spätestens nach Einführung einer solchen Homepage Schluss sein mit den eigenen Internetauftritten der VGen.

Foto: TV/Christian Altmayer

Nutzer sollen alle Leistungen und Formulare also zukünftig auf einer einzigen Plattform abrufen können, bei der sie sich, etwa ähnlich wie bei Online-Versandhäusern, mit einem Konto registrieren müssen. Bis dies aber technisch umgesetzt ist, müssen die Arzfelder also wohl mit ihrer alten Homepage vorlieb nehmen.