Nachwuchs im Eifelpark: Weißkopfseeadler erblickt in der Falknerei das Licht der Welt - Name gesucht
Gondorf · Große Freude im Eifelpark in Gondorf: Der Park hat am Mittwoch einen jungen Weißkopfseeadler präsentiert, der dort geboren wurde. Mit seinem schwarzen Federkleid sieht er zwar noch aus wie ein Rabe, wird aber in den nächsten Jahren mehr und mehr seinen Eltern gleichen. Der Eifelpark sucht noch einen Namen für das Tier.
Das Greifvogelpärchen hat in einer Voliere des Eifelparks gebrütet. Das Weißkopfseeadlerjunge ist aber nicht das schwarze Schaf seiner Familie: Denn wie die junge Vogeldame, die im Eifelpark Gondorf das Licht der Welt erblickt hat, tragen alle jungen Weißkopfseeadler zunächst ein dunkles Federkleid.
Die Falknerei des Freizeitparks präsentierte gestern ihren gefiederten Nachwuchs, der noch so gar nicht nach einem "König der Lüfte" aussieht. "Ihre typische Färbung mit dem weißen Kopf erhalten die Jungtiere erst im Alter von vier bis fünf Jahren. Bis dahin kann man sie leicht mit anderen Vogelarten verwechseln", sagt Silke Möller-Combes, Pressesprecherin des Eifelparks.
Zunächst wird noch ein Name für das Jungtier gesucht: Wer eine Idee hat, kann sie auf der Facebook-Seite des Eifelparks verraten.
Auch wenn das 90 Zentimeter große und bereits sechs Kilo schwere Jungtier noch nicht das markante Federkleid seiner älteren Artgenossen trägt, ist es in der Eifel schon jetzt eine Besonderheit: "Es ist eine absolute Seltenheit, dass die Weißkopfseeadler in Gefangenschaft brüten", sagt Möller-Combes. "Denn für Greifvögel, die bei Flugschauen eingesetzt werden, ist es eher ungewöhnlich, dass sie den Balztrieb behalten." Parkinhaber Alexander Goetzke spricht von einer "kleinen Sensation". Zum ersten Mal überhaupt stellte sich bei seinem Weißkopfseeadlerpärchen Sam und Hexe, die bereits über zehn Jahre alt sind, Nachwuchs ein.
Die junge Vogeldame schlüpfte bereits im März in einem Nest, welches das Vogelpärchen in einer Voliere der Falknerei gebaut hatte. "Wir haben zunächst nur hin und wieder einen Schnabel über dem Nestrand gesehen." Das flaumige Küken verbrachte 85 Tage im Nest. "Die Vogeleltern haben es mit Getreide, Insekten und Küken gefüttert", erklärt Silke Möller-Combes. Erst vor wenigen Tagen konnten sich Mitarbeiter der Falknerei dem Jungtier zum ersten Mal nähern. "Seitdem wissen wir, dass es ein Weibchen ist", so Möller-Combes.
Der Jungvogel wird derzeit bereits vom Falkner trainiert. "Dazu gehören erste vertrauensbildende Maßnahmen wie auf dem Arm sitzen", sagt Möller-Combes. Der junge Weißkopfseeadler soll bereits in vier Wochen das erste Mal in der Greifvogel-Flugschau, die täglich um 13 Uhr im Eifelpark startet, zu sehen sein.