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Nationalpark erhält Auszeichnung zum "International dark sky park"

Auszeichnung : Die ausgezeichnete Nacht

Nationalpark Eifel ist endgültig als Gebiet ausgezeichnet worden, in den man ungestört von Lichteinflüssen den Sternenhimmel erkunden kann.

Einen nächtlichen Sternenhimmel genießen, klar und ungestört von Lichtverschmutzungen, ist ein unvergleichlichliches Erlebnis, das nur noch selten in Deutschland möglich ist. Seit 2010 arbeitet eine regionale Initiative daran, alle störenden Beleuchtungen vom Nationalpark Eifel fernzuhalten – mit Erfolg. 2014 folgte eine vorläufige Anerkennung zum ersten „International dark sky Park“ in Deutschland. Bei einem Festakt wurde der Titel am Freitag auf dem Gelände der Astronomie-Werkstatt „Sterne ohne Grenzen“ entgültig anerkannt.

Die Auszeichnung zu einem Schutzgebiet der International Dark Sky Association (IDA) ist ein Prädikat, mit dem weltweit wenige Regionen für sich werben können, in Deutschland sind es nur vier. Nordrhein-Westfalens Umweltministerin, Ursula Heinen-Esser, betonte den vielseitigen Nutzen, den der Schutz des nächtlichen Sternenhimmels mit sich bringe: „Dunkle Nächte wirken positiv auf die Gesundheit, schonen Ressourcen und dienen damit dem Klimaschutz. Für viele nachtaktive Tierarten, vor allen Dingen für Insekten, ist die Dunkelheit wichtig. Künstliches Licht in der Nacht kann für sie eine ernste Bedrohung sein.“ Für Nordrhein-Westfalen sei die endgültige Anerkennung des Nationalparks Eifel als einziger Sternenpark in der gesamten westlichen Hälfte Deutschland eine herausragende Ehrung.

Die Initiative geht auf den Astronomen und Beleuchtungsberater Harald Bardenhagen aus Köln zurück. Er überzeugte die Region vom Wert des Sternenhimmels und fand in der Verwaltung des Nationalparks Eifel, in der Kreisverwaltung Euskirchen, den Nationalparkstädten Schleiden und Heimbach sowie bei den Verantwortlichen für die Liegenschaft Vogelsang Mitstreiter.

Bis zur endgültigen Anerkennung waren jedoch noch Anstrengungen auf unterschiedlichsten Ebenen notwendig: In der Gestaltung der Außenbeleuchtung zur Reduzierung des künstlichen Lichts im Nationalpark und den direkt umliegenden Ortschaften oder in der Entwicklung von touristischen Angeboten zur Sternenbeobachtung. Auch der Naturpark Nordeifel, in den der Nationalpark Eifel eingebettet ist, hat sich eingebracht.

Michael Röös, Leiter der Nationalparkverwaltung Eifel, dankte Bardenhagen für sein Engagement: „Mit der endgültigen Anerkennung haben wir eine Vorreiterrolle zum Schutz der Dunkelheit in Nordrhein-Westfalen eingenommen.“

„Dieses Alleinstellungsmerkmal werden wir deutlich ausbauen“, freute sich Manfred Poth, Vorsitzender des Naturpark Nordeifel. Mit dem innovativen Projektantrag „Unterm Sternenzelt – Eifel bei Nacht“ konnte sich der Naturpark im „Naturparkwettbewerb.2021.NRW“ des Umweltministeriums NRW durchsetzen und belegte, erstmals in seiner Geschichte, den ersten Platz.

„Mit den damit verbundenen 400 000 Euro Fördermitteln wird der Schutz der Dunkelheit durch Öffentlichkeitsarbeit, durch Bildungsangebote einer nachhaltigen Entwicklung und touristische Infrastrukturprojekte in der Eifel eine Weiterentwicklung erfahren“, erläuterte Poth.

 Freuen sich über die Anerkennung als  Sternenpark (von links): Michael Lammertz und Michael Röös von der Nationalparkverwaltung, Astronom Harald Bardenhagen, Umweltministerin Ursula Heinen-Essen sowie Manfred Poth, Andreas Hänel und Dominik Hosters vom Naturpark Nordeifel.
Freuen sich über die Anerkennung als  Sternenpark (von links): Michael Lammertz und Michael Röös von der Nationalparkverwaltung, Astronom Harald Bardenhagen, Umweltministerin Ursula Heinen-Essen sowie Manfred Poth, Andreas Hänel und Dominik Hosters vom Naturpark Nordeifel. Foto: M.Weisgerber

Weitere Infos: www.nationalpark-eifel.de