Nattenheimer packen's an

75 000 Euro haben die Nattenheimer in den zeitgemäßen Umbau ihres Dorfgemeinschaftshauses investiert. Da die Bürger selbst kräftig mitangepackt haben, sind die eigenen Kosten mit 40 000 Euro im Rahmen geblieben.

Nattenheim. "Wir werden uns nicht für etwas verschulden, was nur ein paar Mal im Jahr benötigt wird", sagt der Nattenheimer Ortsbürgermeister Peter Billen. Darüber seien auch die Gemeinderatsmitglieder, die ihre Sitzungen im Dorfgemeinschaftshaus abhalten, einig gewesen. Überhaupt wird das Gebäude deutlich öfter als nur zwei, drei Mal im Jahr genutzt. Doch ist mit dem, wofür sich die Gemeinde nicht verschulden will, auch nicht die generelle Nutzung gemeint, sondern die Veranstaltung größerer Feste. "Wir haben Platz für 70 Leute", sagt der Chef der 550-Einwohner-Gemeinde. "Und wer ein größeres Fest plant, muss eben woanders hin."
In den 1920er Jahren wurde das Sandsteingebäude errichtet, das bis vor rund 40 Jahren als Schule diente und danach zum Dorfgemeinschaftshaus umfunktioniert wurde. Seitdem ist die alte Schule immer wieder den aktuellen Bedürfnissen angepasst worden.
Auch die jüngste Renovierung ist so gut wie abgeschlossen. So wurden im vergangenen Jahr neue Toiletten gebaut. Diese waren ursprünglich im Keller des Gebäudes und deshalb für ältere und behinderte Menschen nur schwer bis gar nicht erreichbar. Die neuen Sanitärräume, darunter auch eine Behindertentoilette, sind jetzt im Erdgeschoss.
Der einst große Raum rechts vom Eingangsbereich, in dem bislang nur eine Theke gestanden habe, sei durch den Umbau zwar deutlich kleiner geworden, erklärt Billen, reiche aber für Vorstands- und Gemeinderatssitzungen vollkommen aus. Zudem ist in diesem Raum eine neue Küche mit integrierter Theke eingebaut. Darüber hinaus verfügt das Gemeindehaus nach wie vor über den zweiten Saal, an dessen Größe sich nichts geändert hat, der jedoch ebenfalls neu gestaltet wurde.
Rund 75 000 Euro sind für diesen Umbau veranschlagt, wobei in diesen Ausgaben auch die noch zu leistenden Arbeiten im Außenbereich enthalten sind. So soll der Eingang eine Rampe erhalten, damit künftig nicht nur das Dorfgemeinschaftshaus selbst, sondern auch der Weg dorthin barrierefrei ist.
Dank der Eigenleistung im Wert von mehr als 15 000 Euro und der Landeszuweisung von 20 000 Euro muss die Gemeinde selbst lediglich 40 000 Euro zum Umbau beitragen. "Für uns ist das kein Problem, da wir immer sehr sparsam gewirtschaftet haben", sagt der Ortsbürgermeister. Zudem verfüge die Gemeinde über relativ hohe Rücklagen durch den Verkauf von Wald- und Wiesenflächen in den 1990er Jahren. Diese Grundstücke wurden seinerzeit für den weiteren Ausbau der A 60 sowie den Autobahnanschluss bei Nattenheim benötigt.

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