Natur zum Anfassen im grünen Klassenzimmer
Im Prümer Tettenbusch trafen sich 40 Schulklassen aus dem Eifelkreis und Luxemburg, um die neunten Waldjugendspiele auszutragen. Rund 900 Schüler der dritten und siebten Klassen streiften am Dienstag und Mittwoch durch die Wolfsschlucht.
Prüm. (jör) Welches Tier hat eine Zahl im Namen? Die Zeit läuft. Vor dem Fragesteller stehen im Halbkreis seine Mitschüler. Es ist die letzte Station, bevor es zur Skihütte geht. Ein Quiz, angelehnt an das Gesellschaftsspiel Tabu. Ein kurzer Blick auf die Liste mit Begriffen genügt, und wie aus der Pistole geschossen kommt die Antwort: Siebenschläfer. Beinahe reflexartig wirkt dies. Als ob die siebte Klasse nur für diesen Augenblick geprobt hätte. Dahinter steckt ein nachhaltiges Konzept. Seit sechs Wochen haben sich Schüler der dritten und siebten Klassen auf die neunten Waldjugendspiele vorbereitet. Nun können sie hier im Prümer Tettenbusch ihr theoretisch erworbenes Wissen praktisch beweisen. 40 Klassen sind am Dienstag und Mittwoch angetreten, um ihren Kenntnisstand zu messen. Veranstaltet wurden das Ganze von der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald Rheinland- Pfalz, dem Landesumweltministerium und dem Bildungsministerium. "Für die Schüler ist das hier Natur zum anfassen. Ein grünes Klassenzimmer", sagt Peter Wind, Leiter des Forstamts Prüm. Rund 900 Schüler machten sich dann auf, einen der zwei Parcours je nach Jahrgang zu meistern. Unterwegs wurden alle Sinne auf die Probe gestellt. Angeleitet vom so genannten "Patenförster" galt es, zehn Stationen pro Parcours anzulaufen. An den jeweiligen Stationen lösten die Schüler verschiedene Rätsel und Aufgaben. Galt es etwa an einer Station Holz zu zersägen, waren an anderen Beobachtungsgabe, Wissen oder cleveres Management gefragt. Um cleveres Management ging es auch bei Lukas Ernzer und Eike Disch. Die beiden Jungs waren als Förster gefordert. Anhand von Holzscheiten wurde die nachhaltige Forstwirtschaft erklärt. So mussten die beiden Schüler der Graf-Hartard-Grund- und Hauptschule Schönecken nicht nur Holz fällen, sondern auch für Nachschub in Zukunft sorgen. Dies so zu verteilen, dass pro Jahr Ertrag gefällt werden kann und dass auch in Zukunft zu gewährleisten, das war die Kunst dieser Übung. "Es wird nicht vorkommen, dass ein Förster im Wald steht und es gäbe nichts zu erzählen", sagt Wind. Den Schülern diese Faszination Wald zu vermitteln, das ist die Aufgabe, die an die Waldjugendspiele gestellt wird. Und wenn Schüler wie Melanie Fischer, 14 Jahre aus Fleringen von der Hauptschule Prüm bekennen: "Hier ist es viel interessanter als in der Schule. Wenn ich könnte, würde ich nächstes Jahr wieder kommen." Tagessieger am Dienstag, siebtes Schuljahr: 1. Vinzenz-von-Paul-Gymnasium, Niederprüm; 2. Regino-Gymnasium, Prüm, Klasse 7a2; 3. Regionale Schule, Bleialf, Klasse 7a.Drittes Schuljahr:1. Bertrada-Grundschule, Prüm, Klasse 3d; 2. Bertrada-Grundschule, Prüm, Klasse 3c; 3. Pfarrer-Michael-Bormann-Grund- und Hauptschule, Daleiden.