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Naturpark Hohes Venn-Eifel plant grenzüberschreitende Angebote

Ein Plan ohne Grenzen : Naturpark Hohes Venn-Eifel will mehr grenzüberschreitende Angebote

Ein gemeinsames Leitbild und eine noch engere Zusammenarbeit: Das haben sich Deutsche und Belgier als Ziel gesetzt, als sie 2019 mit der Aufstellung des grenzüberschreitenden Naturparkplans für die nächsten zehn Jahre begonnen haben. Einige neue Projekte stehen jetzt an. Andere benötigen noch etwas Detailarbeit.

In Zeiten von Brexit und geschlossenen Landesgrenzen scheint der europäische Gedanke der Zusammenarbeit zu bröckeln. Der Naturpark Hohes Venn-Eifel schlägt nun eine andere Richtung ein und möchte vor allem eines: enger zusammenrücken.

Bereits vor 50 Jahren haben der Naturpark Nordeifel mit seinen Zentren in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen und der belgische Naturpark Hohes Venn-Eifel, dessen Hauptsitz in Botrange liegt, ihre länderübergreifende Zusammenarbeit besiegelt und damit den Deutsch-Belgischen Naturpark Hohes Venn-Eifel ins Leben gerufen. In den vergangenen zwei Jahren haben sich die Teilzentren mit ihren Partnern zusammengetan, um ein gemeinsames Naturparkkonzept zu entwickeln. Die Ergebnisse wurden in einer virtuellen Pressekonferenz vorgestellt.

Manfred Poth, Vorsitzender des Naturpark-Nordeifel-Vereins, zählte auf, welche Fragen für die Planungskomitee im Vordergrund standen: „Wie können wir noch effektiver zusammenarbeiten? Und wo können wir – vor allem sprachlich – Grenzen abbauen?“

Der neue gemeinsame Naturparkplan sieht 14 Projekte vor, die auf genaue diese Punkte eingehen sollen. Zuerst werde an sechs Starterprojekten in den Bereichen Naturschutz, nachhaltiger Tourismus, Bildung und Kommunikation gearbeitet, da diese gut umsetzbar seien und somit schnell das Image des Parks verändern können. Der Fokus all dieser Projekte liege natürlich auf grenzüberschreitender Zusammenarbeit, wie Dominik Hosters, der Geschäftsleiter Naturpark-Nordeifel-Zentrale in Nettersheim, betont.

Die erste Aktion, die noch in diesem Jahr umgesetzt werden soll, ist die Ausweitung des Eifel-Trekkings. Das besonders bei jungen Wanderern beliebte Angebot, bei dem auf ausgewiesenen Flächen mitten in der Natur übernachtet werden kann, gibt es bis jetzt noch nicht auf der belgischen Seite des Parks. Das soll sich nun ändern. Damit sei es Naturcampern möglich, auf mehrtägigen Abenteuerausflügen wortwörtlich „Grenzen zu überschreiten“, beschreibt Hosters den Gedanken hinter dem Projekt. Die 18 Eifel-Trekking-Plätze, die es bis jetzt gibt, seien zu normalen Betriebszeiten heiß begehrt und häufig ausgebucht.

Eine weitere Neuheit im Repertoire des Naturparks soll auf die Bildung von Jugendlichen in den Bereichen Klimawandel und Naturschutz abzielen: einwöchige Jugendcamps für 14- bis 20-Jährige, bei denen in Workshops mit Partnern des Naturparks, wie zum Beispiel die anliegenden Forstämtern, praktisch vermittelt wird, wieso es sich lohnt, die Umwelt mit Respekt zu behandeln und was man tun kann, um sie zu schützen. Was darüber hinaus Teil der Aktion sein wird, ist dem Planungsteam im Detail noch nicht ganz klar, da das erste Camp erst 2022 starten soll. Sicher ist: Es soll es ein jährlich wiederkehrendes Aushängeschild des Parks werden, das jedes Mal an einem anderen Ort in Belgien oder Deutschland stattfindet.

Ein zusätzliches Ziel für das kommende Jahr formulierte Max Zacharias, Leiter des Verwaltungssitzes in Prüm: „Gemeinsam arbeiten bedeutet auch gemeinsam auftreten.“ Deshalb wird ein neues Logo für den grenzüberschreitenden Naturpark entwickelt und Kernbotschaften sowie ein interner Leitfaden für beide Länder festgelegt. Doch auch in diesem Bereich stehen noch konkrete Planungsgespräche aus.

Die Vorhaben des Parks bis 2030 sind zahlreich. Zum Beispiel sollen die bekannten Eifel-Expeditionen erweitert, das Programm „Sternenhimmel schützen“ angetrieben und ein Taschenführer für ein barrierefreies Naturerlebnis entworfen werden.

Genaue Infos zu allen 14 Projekten gibt es in einer Kurzfassung auf der Website des Naturparks unter www.naturpark-eifel.de