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Naturschutz

Zum Artikel "53 Projekte umgesetzt: Vulkaneifel ist Spitze im Land" (TV, 19. März) meinen diese Leser:

Es ist begrüßenswert, dass 3,2 Millionen Euro Leader-Fördergelder in die Vulkaneifel geflossen sind, um den Wert der Landschaft für die Einwohner zu steigern und auch den Tourismus attraktiver zu machen. Wie auch schon bei der Vorstellung des Master-Planes für den Natur- und Geopark Vulkaneifel am 26. Oktober 2012 in Hohenfels-Essingen wird in dem Bericht die gute Zusammenarbeit mit dem steirischen Vulkanland in Österreich besonders hervorgehoben. Auch in dem Bericht "Vulkaneifel profitiert von Geld aus Brüssel" lobt die LAG (Landesaktionsgruppe Vulkaneifel) die "Kooperation mit der Steiermark". Josef Ober, der Vulkanobmann für das Steirische Vulkanland betont: "Die Region muss sich ihres Wertes bewusst werden. Das Potenzial ist vorhanden … Ich glaube sogar, dass die Vulkaneifel Spitzenreiter in Europa werden kann." Vom Bund für Umelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und der Interessengemeinschaft Vulkaneifel auf die riesigen Abbauprobleme hingewiesen, war Obmann Ober erstaunt und bekannte, dass er davon nichts wisse und man ihm auch von der LAG kein Wort gesagt habe. Als Zuhörer bei dieser Veranstaltung hatte man den Eindruck, dass alles in Butter sei. Von den Vortragenden wurden große Worte ausgesprochen wie "Bewusstseinsbildung, systematische Nutzungssteuerung, Handlungsfelder und Visionen". Nicht eine Andeutung, nicht ein Wort über die anstehenden riesigen Abbaumengen und die Probleme, die sie für den Wasserhaushalt, das Landschaftsbild und damit für die Bevölkerung und den Tourismus unweigerlich mit sich bringen werden. Alle Visionen und Pläne werden scheitern, wenn dem nicht entgegengesteuert wird. Oder will man das zeitraubende und unangenehme Protestieren den Naturschutzverbänden und der Bürgerinitiative allein überlassen, um spätere Erfolge mit gutem Gewissen ernten zu können? "Vulkaneifel ist Spitze" - das kann so kommen, aber im umgekehrten Sinn: Spitze, was Raubbau der natürlichen Vorräte und die Zerstörung der einzigartigen Landschaft angeht! Norbert Leinung, Gerolstein Thea Merkelbach, Pelm Anmerkung der Redaktion: Die Autoren sind Vorsitzender und stellvetretende Vorsitzende der BUND-Kreisgruppe Vulkaneifel