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neben der Neuerburger Stadthalle entstehen neue Wohnungen

Stadt befürwortet die Schaffung neuen Wohnraums : Bauunternehmen Eifel-Haus plant zwei neue Gebäude in Neuerburg

Auf dem ehemaligen Bahngelände neben der Neuerburger Stadthalle sollen neue Wohnungen entstehen. Der Stadtrat hat die dafür erforderliche Änderung des Bebauungsplans abgesegnet.

Gleich zwei größere Gebäude plant das Bauunternehmen Eifel-Haus auf dem Areal zwischen der Neuerburger Stadthalle und der Filiale des Mode-Discounters Kik: eine Wohnanlage, die zur Straße hin errichtet werden soll, und dazu dann noch ein Reihenhaus mit drei Wohneinheiten in Richtung Enz. Um diese beiden Vorhaben umzusetzen, ist zunächst eine erneute Änderung des Bebauungsplans für den Bereich „Ehemaliges Bahngelände“ erforderlich. Diese wurde auch bereits vor längerem in die Wege geleitet, und im Rahmen der Offenlegung wurden dabei im Spätsommer auch  die Stellungnahmen von Behörden und Trägern öffentlicher Belange sowie der Öffentlichkeit gesammelt. Zu letzterem gehört auch der Einwand von Eheleuten aus der unmittelbaren Nachbarschaft.

Diese wohnen auf der gegenüberliegenden Straßenseite und haben die Befürchtung, dass es durch den Bau der Wohnanlage zu einer Verschattung ihres Hauses und verbunden damit zu einer Wertminderung der im Haus der Anwohner ebenfalls vorhandenen Mietwohnung kommen könnte. Kritisiert wird in diesem Zusammenhang die Höhe des Gebäudes. Geplant sind drei Vollgeschosse sowie ein Staffelgeschoss. Und das, so die Feststellung, sei ein Stockwerk mehr als ursprünglich geplant.

„Für die Wirtschaftlichkeit eines solchen Vorhabens sind drei Geschosse zwingend“, sagt dazu Planer Klaus Zimmermann, der in der Sitzung des Stadtrats auf die eingegangenen Einwände und Stellungnahmen im Rahmen der öffentlichen Auslegung eingeht. Zimmermann verweist auf die bereits im Sommer 2019 präsentierte Verschattungsstudie. In dieser Studie wurde simuliert, wie sich der Bau der Wohnanlage auf die Verschattung der Umgebung auswirken könnte.  Ausgewählt wurden dazu die Gegebenheiten zu bestimmten Jahres- und Uhrzeiten. Die Studie kommt dabei zu dem Ergebnis, dass im Normalfall aufgrund der Abstände zur gegenüberliegenden Bebauung und des Sonnenverlaufs „keine nachteilige Verschattung der gegenüberliegenden Gebäude“ auftrete und dass lediglich in den Monaten September bis Dezember und Januar bis März „in den abendlichen Tagesrandzeiten Verschattungswirkungen erkennbar“ seien. Zudem betont Zimmermann, dass in der Simulation die Topographie nicht berücksichtigt werde.

  Aufgrund der Kessellage Neuerburgs verschwinde die Sonne in den Wintermonaten ohnehin recht früh, sodass die Auswirkungen der Wohnanlage auf die Umgebung noch geringer seien. Darüber hinaus, so der Planer, bestehe allgemein kein Recht auf ein „unverschattetes Grundstück“.

Im Stadtrat schließt man sich dieser Auffassung an. Nahezu einstimmig (eine Gegenstimme) wird der Bebauungsplan abgesegnet. „Alle Einwände wurden überprüft, für uns hat sich also nichts gravierend geändert“, meint dazu Stadtbürgermeister Lothar Fallis. Ähnlich sieht das Ratsmitglied Günter Scheiding. „Für die Stadt ist es wichtig, dass die innerörtlichen Bereiche belebt werden“, sagt Scheiding. Außerdem lasse sich der derzeitige Rückgang der Einwohnerzahl nur stoppen, wenn auch neuer Wohnraum zur Verfügung gestellt werde.