Nervensägende Kisten

Zur Kunstflugwoche auf dem Flugplatz Bitburg schreibt dieser Leser:

Was sich seit einer Woche im Himmel über Bitburg abspielt und für viel Unmut bei der Bevölkerung sorgt, sind lärmtechnisch gesehen nur Peanuts im Gegensatz zu dem, was sich der Zweckverband Flugplatz Bitburg wünscht: einen Industrieflughafen inklusive Nachtflug. Es reicht nicht, dass die Bewohner von Mötsch und Teilen der Stadt Bitburg Wochenende für Wochenende von lautstarken Autorennen auf dem Flugplatzgelände belästigt werden, nein, nun auch noch tagelanges Starten und Landen von Kleinflugzeugen zu Schulungszwecken über dem Stadtgebiet. Ist das der Auftakt für die seit zehn Jahren angekündigte fliegerische Nutzung des Flugplatzes, oder ist die fliegerische Nutzung schon so flügellahm, dass der Zweckverband jetzt massenhaft Flugschüler nach Bitburg bringt? Wie dem auch sei, die Lärmbelästigung ist mittlerweile unerträglich geworden und der damit verbundene Verlust an Lebens- und Wohnqualität wird durch fehlende Einnahmen des Zweckverbandes nicht kompensiert. Und jetzt sollen weitere Millionen Euro an Steuermitteln in dieses "Luftschloss" gesteckt werden, ohne dass der Zweckverband oder dessen Geschäftsführer ein Konzept vorlegen kann, das wenigstens eine schwarze Null garantiert. Wir haben in der Großregion ausreichend viele Flugplätze, was wir brauchen, sind weitere Flächen auf dem Flugplatz, damit sich Handwerk und Mittelstand so wie bisher erfolgreich auf der ehemaligen US-Air-Base ansiedeln können. Der Zweckverband sollte so schnell wie möglich aufgelöst werden und die unnötigerweise reservierten Flächen endlich für weitere gewerbliche Planungen freigegeben werden. Der Traum vom Fliegen ist in Bitburg hoffentlich bald ausgeträumt. Stephan Garçon, Bitburg(Anm. der Redaktion: Der Autor ist Vorsitzender der SPD-Fraktion im Bitburger Stadtrat) FLIEGerei