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Neubaugebiet Unter der Mühle Waxweiler: Gemeinde will Verkäufe ankurbeln

Neubaugebiet in Waxweiler : Gemeinde will die Verkäufe ankurbeln

Auf dem Areal „Unter der Mühle“ bietet die Ortsgemeinde Waxweiler seit 2017 Bauplätze an. Die Nachfrage hält sich in Grenzen. Offenbar, weil nicht jeder bauen darf, wie er will..

Von den insgesamt 14 erschlossenen Grundstücken im Baugebiet „Unter der Mühle“ seien inzwischen zwei bebaut und ein weiteres verkauft, sagt Waxweilers Ortsbürgermeister Manfred Groben. Es könnten mehr sein: „Wir wünschten uns selbstverständlich ein besseres Ergebnis nach nun drei Jahren“, sagt Groben.

Zumal die Gemeinde 375♦000 Euro für die Erschließung bezahlt hat. Als Grund für die geringe Nachfrage vermutet Groben die sogenannte Gestaltungslinie, die im Neubaugebiet vorgeschrieben ist. „Es soll eifeltypisch gebaut werden, das schließt allerdings einige Haus- und Dachformen aus.“ Lediglich Sattel- und Zeltdächer seien für Neubauten zugelassen. Die Häuser sollten zudem lediglich höchstens zweigeschossig errichtet werden, eine Holzverkleidung ist nur bis zu einem gewissen Grad zulässig, ebenso ist eine Versiegelung der Freiflächen rund um das Gebäude nur in gewissem Maß erlaubt.

„Stein- und Schottergärten wollen wir im Neubaugebiet verhindern“, sagt der Bürgermeister. Mit den Vorgaben soll einerseits Wildwuchs verhindert werden, der den vielen Eifeler Neubaugebieten der vergangenen Jahrzehnten Toscana-Villen, Türmchenbauten und sonstige ästhetischen Verirrungen beschert hat – andererseits soll den Bauherren die Sicherheit gegeben werden, sich nicht plötzlich in der Nachbarschaft eines solchen Bauwerks wieder zu finden.

„Keiner baut für sich allein, jeder baut das Umfeld des Anderen mit“, heißt es in der Konzepterstellung des Ingenieurbüros Plan-Lenz aus Winterspelt zu den angestrebten Zielen.

 Und weiterhin heißt es in dem Papier, es werde ein harmonisches Siedlungsbild angestrebt: „Es geht um ein eifeltypisches Bauen, jedoch nicht um das Kopieren oder Nachbauen traditioneller Haustypen.“ Vielmehr sei die Umsetzung regionaltypischer Elemente in zeitgemäße Architektur gefragt.

Die Auflagen für künftige Bauherren seinen eine Vorbedingung zur Förderung durch das Innenministerium gewesen, sagt Bürgermeister Groben. „Denn nur mit den Zuschuss von rund rund 170 000 Euro war es möglich, die ehemalige Industriebrache der Kleiderfabrik Stöver auf dem Gelände abzutragen. Dadurch können wir einen Quadratmeterpreis von 60 Euro anbieten und stehen damit im Vergleich zu anderen Orten gut da.“

Bauvorschriften wie die Gestaltunsleitlinie für Bauherren seien zunächst vielleicht abschreckend, sagt der Bürgermeister.

 Der Platz wäre vorhanden, nur die Bauherren lassen sich bitten: Ortsbürgermeister Manfred Groben am Neubaugebiet in Waxweiler.
Der Platz wäre vorhanden, nur die Bauherren lassen sich bitten: Ortsbürgermeister Manfred Groben am Neubaugebiet in Waxweiler. Foto: Vladimir Nowakowski

„Doch wir geben den Leuten damit die Sicherheit, dass sie sich nicht ein Leben lang über untypische Bauten in der Nachbarschaft ärgern müssen.“