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Neue Angebote für junge Menschen

Neue Angebote für junge Menschen

Während im gesamten Kreisgebiet in den vergangenen Jahren viel in die Betreuung der Klein- und Kindergartenkinder investiert wurde, lässt das Angebot für Jugendliche allgemein stark zu wünschen übrig. Um an dieser Situation etwas zu ändern, will der Kreis nun ein Konzept erarbeiten, das ab dem kommenden Jahr in zwei Verbandsgemeinden getestet werden könnte.

Bitburg. Als der Utscheider Ortsbürgermeister Alexander Stellmes im Rahmen des kreisweiten Modellprojekts "Zukunfts-Check Dorf" im Februar die Ergebnisse seiner Gemeinde präsentierte, konnte er über einige erfreuliche Entwicklungen berichten. Zum Beispiel, dass im Ort allein in den vergangenen zwei Jahren 17 Häuser verkauft wurden. Oder aber dass die Bevölkerungszahl trotz allgemeiner Landflucht in Utscheid noch recht stabil ist.
Bestandsaufnahme zeigt Mängel


Allerdings hat die Bestandsaufnahme auch gezeigt, wo es im Ort noch hängt. Und zu den Defiziten, die der Ortsbürgermeister dabei auflistete, zählte unter anderem eine fehlende Leitung für den Jugendtreff. Im Vergleich zu den meisten anderen Gemeinden im Kreisgebiet hat Utscheid damit allerdings ein Luxusproblem. Denn vielerorts fehlt nicht nur ein Jugendleiter, sondern auch ein Jugendtreff.
"Wenn wir in unseren Dörfern nichts für die Jugend tun, dann haben wir sterbende Dörfer", meint auch Michael Billen, Vorsitzender des Kreisjugendhilfeausschusses, bevor er das Wort an Heinz Müller übergibt. Müller ist Mitarbeiter des Instituts für Sozialpädagogische Forschung Mainz (ISM), das unter anderem auch für die landesweite Datenerhebung von Jugendämtern zuständig ist. Und laut Müller schneidet der Eifelkreis im landesweiten Vergleich bezüglich der Jugendarbeit - an reinen Zahlen gemessen - eher bescheiden ab.
Während beispielsweise im Landesschnitt jährlich 22 Euro für jeden Unter-21-Jährigen ausgegeben würden, seien es im Eifelkreis lediglich 18 Euro. Und auch beim Betreuungsschlüssel, also dem Verhältnis von Jugendamtpersonal und Jugendlichen, stehe der Eifelkreis auf einem der hinteren Plätze. Wie der ISM-Mitarbeiter erklärt, seien die Durchschnittswerte das Landes allerdings nicht als Vorgabe, sondern lediglich als Orientierungswerte zu verstehen. "Das Jugendamt des Eifelkreises leistet eine hervorragende Arbeit im Bereich der Kitas und Familienbildung", sagt Müller. Bei der Jugendarbeit sieht allerdings auch er Verbesserungsbedarf.
Aus diesem Grund hat der Jugendhilfeausschuss bereits Ende 2013 das Jugendamt damit beauftragt, gemeinsam mit einer Steuerungsgruppe sowie fachlicher Begleitung Handlungsempfehlungen für eine dezentrale Jugendarbeit zu erstellen. Ziel ist es, Angebote zu entwickeln, an denen möglichst viele Jugendliche ohne Ausgrenzung teilnehmen können.
Der Kreis setzt dabei auf ehrenamtliche Unterstützung. Und in diesem Zusammenhang möglicherweise auch auf eine Renaissance der Jugendpfleger, die laut Billen bis vor 15 Jahren noch in jeder Verbandsgemeinde vorhanden und zum Teil auch recht erfolgreich gewesen seien. Wenn das Konzept steht, soll es 2015 in zwei Verbandsgemeinden getestet werden. In welchen, steht allerdings noch nicht fest.
5000 Euro für Sonderprogramm


Damit das Sonderprogramm überhaupt realisiert werden kann, stellt der Kreis ein jährliches Budget von 5000 Euro zur Verfügung. Und das Jugendamt steuert im Rahmen seiner Möglichkeiten Personal bei in Form von zwei 50-Prozent-Stellen. Allerdings werden die zwei Stellen für die sogenannte offene Jugendarbeit nicht wirklich neu geschaffen, sondern es werden dafür an anderer Stelle zwei halbe Stellen in der Jugendsozialarbeit gestrichen. Unterm Strich wird also umverteilt. Einige Mitglieder des Jugendhilfeausschusses sind skeptisch, wie etwa Rainer Hoffmann: "Wenn wir merken, dass die Umverteilung nichts bringt, dann müssen wir auch den Schritt gehen, an der Personalsituation etwas zu ändern."
"Es geht nicht nur darum, dass uns das Personal zu teuer ist, sondern auch um die Einhaltung des Haushalts", sagt Landrat Joachim Streit. Wenn also vom Jugendhilfeausschuss mehr Personal gefordert werde, "dann muss jeder, der hier die Hand hebt, das auch im Kreistag tun".