Neue Ausstellung im Haus Beda: Die ganze Welt in einer Blume

Neue Ausstellung im Haus Beda: Die ganze Welt in einer Blume

Sie zeigen Blüten und Blumen in allen Formen und Farben – und das mithilfe technischer Fertigkeiten, die dem Betrachter ganz neue Ansichten ermöglichen: Zehn Künstler präsentieren ihre Werke von Sonntag, 11. September, an in der neuen Ausstellung im Haus Beda.

Die ganze Welt in einer einzigen Blume zeigen - das vermag nur die Kunst. "Und Antworten geben auf das, was in unserem Leben geschieht", sagt Margriet Smulders. Die holländische Künstlerin inszeniert Blüten in aufwendigen Arragements mit Spiegeln, Glasgebilden und Wasserbecken. Die Bilder, die dabei entstehen, sind voller Sinnlichkeit: Blüten, die in trübem Gewässer schwimmen, Blüten, die sich in das Bild geradezu hinein drängen und immer wieder spiegeln, Blüten, in roter Farbe, orange oder auf eine Weise lila, dass sie fast schwarz sind. Ein fotografisches Stillleben, eine moderne Darstellung der Vergänglichkeit des Lebens.

Zehn der opulenten Arbeiten der Künstlerin sind in der neuen Ausstellung im Haus Beda zu sehen, die diesen Sonntag eröffnet wird. Margriet Smulders wird dann dabei sein, ebenso wie eine Handvoll der anderen Künstler, deren Werke dort bestaunt werden können: insgesamt mehr als 80 Fotografien und Gemälde sowie eine Installation, die die "Blütenpracht" - so der Titel der Ausstellung - zelebrieren.

Es ist die zweite Jahresausstellung, für Besucher zugänglich bis Anfang Januar und damit über einen vielleicht kalten und dunklen Eifeler Winter - und zugleich die wohl farbenfroheste, die das Haus je gesehen hat. Da stecke natürlich ein Gedanke dahinter, sagt Michael Dietzsch, Vorsitzender des Stiftungsrats der Dr. Hanns Simon Stiftung, die das Haus Beda betreibt: "Zum einen möchten wir damit die Bewerbung der Stadt für die Landesgartenschau unterstützen - auch wenn wir nicht wissen, ob wir gewinnen." Zum anderen ein Gedanke, der kunsthistorisch interessant sei: "Blumen begleiten den Menschen von der Geburt an bis in den Tod. Und auch in der Kunst sind sie immer wieder Gegenstand opulenter Bilder, oft ein Symbol für Vanitas - die Vergänglichkeit irdischer Schönheit."

Zehn Künstler beschäftigen sich mit dem Thema - und jeder auf seine Weise. Dietzschs Lieblingsbild: "Single Fish Head" von Vera Mercer, ein Stillleben mit Blumen, ergänzt um weitere Gegenstände wie eben dem Fischkopf auf einem Holztisch - weil es "so etwas Morbides" habe.

Atemberaubend auch der Moment, den Martin Klimas in seinen Bildern einfriert: einzelne Schnittblumen in Vasen, im Moment des Zerschießens fotografisch festgehalten. Der Betrachter sieht das, was vor der Zerstörung liegt, nicht den Scherbenhaufen, sondern die Schönheit des Materials, noch in der plötzlichen Veränderung verhaftet, berstende Glassplitter in der Luft.

Auch wenn die Kunstgeschichte proppenvoll ist mit Stillleben und Blumenbildern - in der Ausstellung sind nur zeitgenössische Künstler zu sehen, denn die möchte die moderne Auseinandersetzung mit dem Vanitas-Thema zeigen, sagt Dietzsch. Die älteste Arbeit stammt aus dem Jahr 1996, die meisten Werke sind nach 2008 entstanden.
Eine Arbeit aber gibt es, die für sich steht: Zwischen all den zeitgenössischen Werken zeigt sie, wie ein klassisches Stillleben im 18. Jahrhundert ausgesehen hat. Das Bild ist von Barbara Regina Dietzsch, einer Malerin aus der Nürnberger Künstlerdynastie und "einer Vorfahrin von mir", sagt Dietzsch. Und es zeigt eine Seltenheit in der Ausstellung, die sich an Blütenformen und Blumenarten kaum überbieten lässt: Es ist das einzige Werk, auf dem Wildrosen zu sehen sind.

Extra
So blüht es in Haus Beda
Die Ausstellung "Blütenpracht" wird am Sonntag, 11. September, um 11.30 Uhr eröffnet. Sie ist zu sehen bis Sonntag, 8. Januar, zu sehen.
Künstler und Werke: Margriet Smulders (fotografischen Stillleben), Luzia Simons (gescannte Tulpenarragements), Stephanie Senge (Installationen), Tim Otto Roth (Schattenbilder), Marc Quinn (Blumengemälde), Carla van de Puttelaar (Fotografien), Vera Mercer (Stillleben), Andrea Küster (großformatige Gemälde), Martin Klimas (Fotografien) und Peter Hutchinson (Fotocollagen).
Workshop: Ursula Nafziger-Garcia von der Blumenecke bietet im Rahmen der Ausstellung am Samstag, 24. September, einen Blumen-Workshop an. Anmeldung: Haus Beda, Telefon 06561/96459.

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