Neue Bahn soll Zukunft sichern

SPANGDAHLEM. Die neue Landebahn der US-Air-Base Spangdahlem ist am Dienstag ihrer Bestimmung übergeben worden. Gegen Mittag startete das erste Flugzeug. Unterdessen haben die rheinland-pfälzischen Grünen ein Nacht- und Wochenendflugverbot für die Air-Base gefordert.

Amerikaner verstehen es, aus einer Tatsache Events zu machen. Die Wiedereröffnung der Rollbahn der US-Air-Base Spangdahlem war solch ein Ereignis. Denn im Grunde feierte man nur den Abschluss eines Projekts der Verlegung der Rhein-Main-Air-Base nach Ramstein und Spangdahlem. 23 andere Projekte laufen derzeit noch. Aber die Start- und Landebahn ist für die Militärs und die Planer auch ein Symbol. Und das feiert man eben mit National-Hymnen, Ehrungen, Ansprachen sowie dem Durchschneiden eines Bands.Doch vor den ersten Take-Off von der mehr als 3000 Meter langen, 60 Meter breiten und rund neun Millionen Euro teuren Bahn haben die Militärs eine Feierstunde gesetzt, die nur wenige Meter vom zu feiernden Objekt stattfindet.Mit dem zackigem Einmarsch der Ehrengarde des Flugplatzes beginnt die Feier, zu der neben Militärs auch deutsche Ehrengäste und die Medien geladen sind. Die Eifel-Singers schmettern die Nationalhymnen ("Bluh im Glanze dieses Gluckes ), Kaplan Colonel Carl Andrews spricht ein Gebet und schon hat Hausherr Colonel Stephen P. Mueller das Wort.Er begrüßt die "besonderen Gäste", unter ihnen die Landräte Beate Läsch-Weber und Roger Graef, den Generalmajor in spe Stan Gorenc vom Air-Force-Hauptquartier Ramstein, die kommunalen Vertreter der Flugplatz-Anrainer und zuständige Behördenvetreter."In den vergangenen 50 Jahren haben wir zahlreiche Aufträge von dieser Start- und Landebahn gestartet, die weltweit sowohl die Kampagnen der Nato als auch der Air-Force unterstützten", sagt der Commodore des 52. Jagdgeschwaders. Daran werde deutlich, "welch kritischer Bestandteil diese Rollbahn für die freie Welt darstellt". In nur sechs Monaten sei die Landebahn neu gebaut worden, fristgerecht und im Rahmen des Budgets, sagt Mueller, während ein Teil seiner Soldaten die neue Bahn nach Steinen absucht. Die könnten nämlich die Turbinen der Jets beschädigen und einen Unfall bewirken.Wichtiger Teil der Infrastruktur

Für das Hauptquartier Ramstein betont dann Generalmajor in spe Stan Gorenc die Wichtigkeit der Air-Base für die Amerikaner, um mit einem Scherz - inzwischen zieht ein kalter Wind über den Festplatz und wirbelt Staub auf an der Baustelle der Frachtmaschinen-Rampe - noch einmal für Stimmung zu sorgen. Die Herren Militärs und Behördenleiter schreiten anschließend zur Tat, das blaue Band wird durchschnitten, und schon ist die Landebahn eröffnet.Nach den Schlussworten bewegen sich die Ehrengäste zum Bus, um zur Feier ins Spangdahlemer Gemeindehaus gebracht zu werden.Colonel Mueller wird unterdessen noch mit Fragen bombardiert. Wie es um die Zukunft der Air-Base bestellt ist, wollen alle wissen.Das könne er auch nicht sagen, bekennt der smarte Militär. Das werde an anderer Stelle entschieden. "Ich bin mir aber sicher, dass da auf die Infrastruktur geschaut wird", sagt Mueller. "Und da kann Spang nicht zuletzt wegen der neuen Landebahn gut mithalten".Unterdessen haben die rheinland-pfälzischen Grünen ein Nacht- und Wochenendflugverbot für die Air-Base. "Statt Runways für Großraumflugzeuge wie die Galaxy in Sichtweite von Kindergärten und Wohnhäusern zu bauen, wäre den Eifelgemeinden mit Investitionshilfen zum Ausbau beispielsweise des sanften Tourismus und ziviler Konversionsmaßnahmen zukunftsorientierter und buchstäblich sicherer gedient", schreiben die Grünen.

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