Neue Baugebiete verzögern sich
Bitburg · Wer in Bitburg bauen möchte, hat die Qual der Wahl. Während sich in einigen Baugebieten die Grundstücke bereits füllen, stockt es in anderen noch bei der Umsetzung. In Erdorf startet die Stadt im nächsten Jahr mit der Erschließung des ersten Bauabschnitts.
Bitburg. In fast jedem Stadtteil von Bitburg gibt es ein Neubaugebiet, oder es ist eines geplant. Während in der Kernstadt und in Stahl Bauwillige Grundstücke finden, gibt es bei der Neuausweisung in anderen Gebieten Verzögerungen. Eine Übersicht:
Erdorf: In Erdorf gab es lange Jahre kein Neubaugebiet. Mit Auf der Acht sollen 6,6 Hektar Bauland erschlossen werden. Rund 30 Baugrundstücke würden entstehen. Doch einigen Anwohnern war das ein Dorn im Auge, weshalb sie beim Oberverwaltungsgericht (OVG) Koblenz die Rechtmäßigkeit der Planung überprüfen ließen. Auslöser für die Klage waren unter anderem Streuobstwiesen, die dem Neubaugebiet hätten weichen müssen. Zudem befürchteten einige Anwohner eine Wertminderung ihrer Häuser, da ihnen durch die Bebauung der Grundstücke die Aussicht auf die Natur genommen würde. Trotzdem wird nun im kommenden Jahr mit dem ersten Abschnitt mit 19 Baustellen begonnen. Die Voraussetzung dafür wurde seitens der Stadt geschaffen. "Die Erschließung des Baugebietes wurde in zwei Abschnitte geplant. Mit Einverständnis der Anlieger wurde hier auch die entsprechende Baulandumlegung (Grundstücksflächen werden so ausgetauscht, dass für die Bebauung sinnvolle Einheiten entstehen. Anmerkung der Redaktion) eingeleitet", teilt Werner Krämer, Pressesprecher der Stadt Bitburg, auf TV-Anfrage mit. Die Normenkontrollklage, bei der überprüft werden soll, ob der gesamte Bebauungsplan gültig ist, läuft weiterhin. Die Verhandlung vor dem OVG Koblenz ist für den heutigen 6. November angesetzt.
Matzen: In Bitburg-Matzen stocken die Planungen. Bislang lag das an den Gerüchen der Landwirtschaft. Denn in Matzen werden verstärkt Schweine gemästet. Die Ausdünstungen lagen bislang über den gesetzlich akzeptablen Grenzwerten. Doch die Richtlinien wurden vor einigen Jahren gelockert und würden eine Bebauung jetzt ermöglichen. "Da gibt es nichts Neues zu berichten", sagt Krämer. Letzter Stand war, dass sich Mitglieder des Ortsbeirats, Landwirte, Grundstückseigentümer und Fraktionsmitglieder an einen Tisch setzen wollten, wie vom Bauausschuss im Juni gefordert. Einen Termin für den Runden Tisch gibt es jedoch bislang noch nicht.
Masholder: Dort wird immer noch um die Zuständigkeit der Zufahrten zum Neubaugebiet gestritten. Nach Auffassung der Stadt ist dafür der Erschließungsträger zuständig, in diesem Fall die Grundbesitz- und Beteiligungsgesellschaft Schuh GbR. Diese weigert sich jedoch. Das Verwaltungsgericht in Trier war der Ansicht, dass laut Vertrag die Stadt zuständig sei. Die hat Berufung beantragt. Ein Ergebnis liegt noch nicht vor.
Stahl: Der Ausbau der Oberweiser Straße stockt aus dem gleichen Grund wie die Erschließung in Masholder. Noch nicht geklärt ist, ob die Stadt oder die Schuh GbR für die Arbeiten zuständig sind.
Mötsch: Vom Mötscher Ortsbeirat gewünscht, von einigen Anwohnern gefürchtet: Zurzeit kein Thema mehr in Mötsch ist das vor Jahren angedachte neue Wohngebiet mit 20 Grundstücken.
Die Beschlüsse sind zwar gefasst, doch die Umsetzung scheiterte am Widerstand einiger Grundstückseigentümer, die ihr Land nicht hergeben wollten. sn