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Aus dem Archiv (Januar 2019): Neue Bleibe für Direktvermarkter?

Aus dem Archiv (Januar 2019) : Neue Bleibe für Direktvermarkter?

Da die Bauernmarkthalle für den geplanten Bau der Bit-Galerie in Bitburg weichen muss, benötigen die Direktvermarkter eine Übergangslösung, bis die Einkaufspassage fertig ist. Im Gespräch ist das Gangolf-Gebäude in der Trierer Straße.

„Es läuft richtig gut“, sagt Christof Lausberg. Seit fast 14 Jahren verkauft er sein Geflügelfleisch in der Bitburger Bauernmarkthalle. Jeden Freitag und Samstag teilt sich der Landwirt aus Niederstedem die rund 320 Quadratmeter große Halle mit elf weiteren Direktvermarktern aus der Region. Und jeden Freitag und Samstag ist die Hütte voll. Was einst als Projekt des Landsozialen Arbeitskreises der Katholischen Landvolkbewegung mit einigen Unwägbarkeiten ins Leben gerufen wurde, hat sich innerhalb kürzester Zeit zum Selbstläufer entwickelt. „Es gäbe da auch noch weitere Anbieter, die gerne in der Halle ihre Produkte verkaufen würden“, sagt Lausberg. Doch dafür sei die Halle zu klein.

Wäre die Halle größer, würde dort auch noch mehr Ware angeboten. Doch eine Erweiterung des Gebäudes, in dem zuletzt ein Getränkemarkt war, ist nicht geplant. Im Gegenteil: Die Bauernmarkthalle soll abgerissen werden, um Platz für die Bit-Galerie zu schaffen. Und in dieser Galerie soll dann eine neue Markthalle entstehen. Die Direktvermarkter sollen also vom alten Gebäude ins neue umziehen.

Das zumindest ist im Groben der Plan. Unklar ist allerdings nach wie vor, wann dieser Plan umgesetzt werden soll.  Wobei auch das eher zweitrangig ist. Entscheidend ist für die meisten der regionalen Anbieter vielmehr die Frage, wo sie in der Zwischenzeit hin sollen. Denn zwischen dem Abriss der alten Bauernmarkthalle und der Eröffnung der Bit-Galerie dürften mindestens zwei Jahre liegen. Die Direktvermarkter brauchen also ein Ausweichquartier.

Die Kreissparkasse (KSK) Bitburg-Prüm, die Eigentümer der derzeitigen Bauernmarkthalle ist, hat den Händlern zugesichert, ihnen bei dieser Suche zu helfen. Und möglicherweise sind Mieter und Vermieter fündig geworden.

So wird in Erwägung gezogen, übergangsweise das ehemalige Gangolf-Geschäftshaus in die Trierer Straße als Bauernmarkthalle zu nutzen. „Wir könnten uns das durchaus vorstellen“, sagt KSK-Vorstandsmitglied Rainer Nickels, betont aber gleichzeitig, dass es sich dabei bislang nur um eine Überlegung handle. „Dafür bräuchten wir zunächst erst mal eine behördliche Genehmigung“, so Nickels.

Das Gebäude habe aber den Vorteil, dass es ebenfalls im Eigentum der Kreissparkasse und zudem auch nicht weit entfernt vom jetzigen Standort der Bauernmarkthalle sei. Ob es aber tatsächlich auch für diese Zwecke genutzt werden könne, müsse erst noch geklärt werden, sagt der Bankvorstand. „Wir sind aber auf jeden Fall bemüht, eine Lösung zu finden.“

Das weiß auch Landwirt Lausberg. Wie diese Lösung am Ende aber aussehen wird, das weiß er nicht. Wann die Direktvermarkter ihre Halle verlassen müssen und ob sie dann irgendwann in der Bit-Galerie ihre Erzeugnisse anbieten werden, auch dazu kann derzeit keiner verlässliche Angaben machen, da bei der Bit-Galerie derzeit noch das Genehmigungsverfahren läuft. „Natürlich fragen mich die Kunden oft, wie es mit der Bauernmarkthalle weitergeht“, sagt der Geflügel-Landwirt. „Aber was soll man schon groß über ungelegte Eier reden.“