Neue Brücke am Dreiländereck

Ouren/Sevenig · Eine neue Metallbrücke verbindet beim Europadenkmal in Ouren Deutschland und Belgien. Sie bildet den Abschluss eines von der Europäischen Union geförderten Projekts, in dem insgesamt sieben Fußgängerbrücken erneuert worden sind.

Die neue Fußgängerbrücke beim Europadenkmal in Ouren ist eröffnet. TV-Foto: Christian Brunker

Ouren/Sevenig. Während das Europa der großen Politik derzeit in einer tiefen Krise steckt, zeigt sich wieder einmal im Kleinen, wie wichtig die europäische Zusammenarbeit ist. Seit vielen Jahrzehnten verbindet der deutsch-luxemburgische Naturpark die beiden Nachbarländer, Fußgängerbrücken führen Wander- und Radwege auf beiden Seiten der Grenze über Our und Sauer zusammen.
In den vergangenen zwei Jahren sind für insgesamt rund eine Million Euro sieben Brücken erneuert worden. Zudem wurde das Wander- und Radwegenetz ausgebaut - ein Beleg für die Bedeutung der internationalen Zusammenarbeit im Tourismus. "Die Grenzen interessieren die Touristen nicht", sagt Françoise Hetto-Gaasch, die luxemburgische Ministerin für Tourismus. "Das grenzüberschreitende Reisen gehört zu den wertvollsten Errungenschaften der Europäer."
Die nördlichste und letzte der erneuerten Brücken - die Georges-Wagner-Brücke am Dreiländereck im belgischen Ouren wurde nun freigegeben. Seit 1984 spannte sich dort eine Holzkonstruktion über die Our, nur wenige Meter daneben stoßen mitten im Fluss Deutschland, Belgien und Luxemburg aufeinander. Ihren Namen hat die Brücke von Georges Wagner, dem ehemaligen Präsidenten der luxemburgischen Abgeordnetenkammer und Gründervater der Europäischen Vereinigung für Eifel und Ardennen (EVEA). Er war es, der sich nach dem Zweiten Weltkrieg für die Völkerverständigung einsetzte und die grenzüberschreitende Zusammenarbeit förderte.
Auch das Europadenkmal in Ouren geht auf seine Initiative zurück. Daher war es nur folgerichtig, dass die Brücke nach ihm benannt wurde und an den 1994 gestorbenen überzeugten Europäer erinnert.
Auch die neue, 265 000 Euro teure Brücke wird seinen Namen tragen. 50 Prozent der Kosten hat die Europäische Union übernommen. Die andere Hälfte tragen das Land Rheinland-Pfalz und die Deutschsprachige Gemeinschaft Ostbelgiens. Die Verbandsgemeinde Arzfeld ist mit fünf Prozent beteiligt.
"Für uns geht ein langgehegter Wunsch in Erfüllung", sagt Roby Lenertz, Vorsitzender des deutsch-luxemburgischen Naturparks. Lenertz, wie alle anderen Ehrengäste, betonte die große Bedeutung der Brücken für die grenzüberschreitende Zusammenarbeit. "Wir wissen", sagt Ernst-Christoph Stolper, Staatssekretär beim rheinland-pfälzischen Wirtschaftsministerium, "was wir an der europäischen Integration haben." ch