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Neue Einrichtung, neues Konzept und neue Zielgruppe

Neue Einrichtung, neues Konzept und neue Zielgruppe

Einen kompletten Neuanfang wollen Ernst Jacques Hanns und sein Vater Ernie Hanns im ehemaligen Colosseum wagen. Nach acht Monaten Umbau startet das Projekt Wittlich 54 am Freitag mit wöchentlich wechselnden Programmen.

Wittlich. Wohin, wenn man mal richtig feiern und tanzen will? Ernst Jacques Hanns und sein Vater Ernie Hanns möchten diese Frage künftig mit einem neuen Angebot beantworten. Acht Monate haben sie im ehemaligen Colosseum im Industriegebiet gearbeitet. "Es musste alles raus", sagt Ernie Hanns. Nichts soll mehr an frühere Zeiten in der wechselvollen Geschichte der Großraumdisco erinnern. Über die genaue Investitionssumme möchte Hanns keine Angaben machen. Nur so viel: Es handele sich um einen höheren sechsstelligen Betrag.
Auch die Zielgruppen, die künftig hier feiern sollen, werden andere sein, hoffen die Veranstalter. Sie setzen mit einem ständig wechselnden Programm auf ein breit gefächertes Publikum.
Dabei möchten sie vor allem auch denen, die aus dem typischen Discoalter herausgewachsen sind, eine Möglichkeit zum Feiern geben. Schlager, Mallorca-Parties, House, Discofox-Parties, Mainstream, "Old School" - diese Angebote sollen im Vordergrund stehen. "DJs von Rang und Namen" seien für die nächsten Veranstaltungswochenenden bereits verpflichtet. Das aktuelle Programm gibt es auf der Facebook-Seite oder der Internetseite von Wittlich 54.
Was es definitiv nicht geben soll, sind Techno und ähnliche Musikrichtungen. Außerdem werden Besucher unter 18 Jahren hier nicht feiern können, sagt Ernie Hanns. Etwa 1000 Quadratmeter stehen künftig für die Parties zur Verfügung. Im Erdgeschoss befindet sich die Main-Hall. Hier ist der Platz, wo richtig gefeiert und getanzt werden kann. Im Obergeschoss gibt es die Pink Lounge mit reichlich Sitzgelegenheiten, dort soll es etwas ruhiger zugehen. Und im dritten Bereich, können die Gäste bei einer Tasse Kaffee oder einer Runde Billard, Zeit miteinander verbringen. Um das Wohl der Gäste sollen sich etwa zehn Aushilfskräfte bemühen. Vollzeitkräfte könne er bei nur zwei Öffnungstagen pro Woche nicht beschäftigen, sagt Hanns. Immer freitags und samstags soll der Tanzpalast für das Partyvolk geöffnet sein. Darüber hinaus können auch Firmen oder private Veranstalter die Räume mieten. Mit Lichtfenstern lässt sich dann auch das farblich passende Ambiente schaffen.
Hanns ist zuversichtlich, dass sein Konzept aufgeht. "Im Rhein-Main-Gebiet gibt es das schon, und da kommen um die tausend Leute". Die Lage in Wittlich mit einem großen Einzugsgebiet hält er außerdem für eine gute Voraussetzung. nojExtra

Das ehemalige Colosseum in Wittlich hat eine wechselvolle Geschichte. 1994 war das "Colo" die erste Großraumdisco in der Region. Discjockey-Stars wie Dr. Motte (Erfinder der Love-Parade) legten auf, die Fantastischen Vier spielten in Wittlich. Später firmierte die Disco unter den Namen Musikpark oder Imperium. 2010 kam es zur Zwangsversteigerung. Der Wittlicher Unternehmer Manfred Hermes erwarb das Gelände und ist bis heute der Besitzer. In den folgenden Jahren wurde der Veranstaltungssaal als "Russendisco" bekannt. Zuletzt stand die Disco leer. Ein Unternehmer, der 2013 versuchte, die Räumlichkeiten als Veranstaltungsort neu aufzubauen, sprang Ende des Jahres wieder ab. noj