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Neue Gedenkstafeln sind da: Gefallene Soldaten bekommen würdiges Andenken

Nach Diebstahl auf dem Ehrenfriedhof Kolmeshöh : Gefallene Soldaten bekommen in Bitburg wieder ein würdiges Andenken

Vor mehr als drei Jahren haben Diebe zwei Gedenktafeln vom Bitburger Ehrenfriedhof Kolmeshöh gestohlen. Pünktlich zum Volkstrauertag hat die Stadt sie ersetzen lassen.

Hans Stolz ist gerade einmal volljährig, als sein Leben schon endet. Gerade einmal 18 Jahre alt sollte der Soldat werden, bevor er, wie so viele seiner Kameraden, am ersten Oktober 1944 bei der sogennanten Ardennenoffensive fällt.

Der Zweite Weltrkieg war in jenem Herbst vor 76 Jahren bereits verloren. Beim letztlich erfolglosen Versuch, die Oberhand an der Westfront zu gewinnen, schickten die Nazis aber noch einmal etliche Männer in den Tod. Auf beiden Seiten starben 155 000 Menschen. Manche der Gefallenen, wie der 1926 geborene Hans Stolz, waren damals fast noch Kinder.

Das einzige, was man nach den Kriegsjahren für sie tun konnte, war es, ihnen eine würdige Ruhestätte zu schaffen. Einige der Toten wurden daher auf dem Bitburger Ehrenfriedhof Kolmeshöh beerdigt. Wo nun endlich auch wieder Gedenktafeln an 61 in einem Kameradengrab bestatteten Soldaten erinnern.

Anfang November hat die Stadt zwei in Sandstein eingefasste Platten links und rechts des Grabturms aufstellen lassen. Sodass die Gefallenen, wie angekündigt, pünktlich zum Volkstrauertag eine neue Gedenkstätte erhielten.

Doch auch, wenn die Feierlichkeiten in diesem Jahr dem Corona-Virus zum Opfer fallen mussten, ist der Bitburger Hobbyhistoriker Stephan Garçon zufrieden mit den neuen Arbeiten der Steinwerkstatt Bungert und Wirtz aus Kell am See: „Die können sich wirklich sehen lassen. Endlich haben die Kriegstoten wieder einen Erinnerungsort.“

Gut drei Jahre lang hatte das Mitglied des Bitburger Arbeitskreis Gedenken für diese Tafeln gekämpft. Denn nachdem Diebe im April 2017 die zwei Originalbronzen gestohlen hatten, sah es zunächst nicht danach aus, als würden sie bald ersetzt werden.

Nun ist der Ersatz da. Und die Stadt hat ihn sich einiges kosten lassen. 10 000 Euro hat die Gemeinde nach Angaben von Pressesprecher Werner Krämer für die neuen Pulte gezahlt.

Und die sind nicht nur schön anzusehen, sondern haben auch einen entscheidenden Vorteil gegenüber den alten Bronzeplatten: Sie sind ziemlich diebstahlsicher. Denn, um die massiven Sandsteinblöcke loszumachen und vom Friedhof abzutransportieren, bräuchte man schon schweres Gerät.

Die Suche nach den Dieben der früheren Platten ist derweil schon lange im Sande verlaufen. Möglich, dass sie noch immer im Wohnzimmer irgendeines Neonazis hängen, oder aber längst eingeschmolzen wurden. Die Ermittlungen jedenfalls hat die Polizei mangels Hinweisen schon vor Jahren eingestellt.