Neue Pläne für die Stadtwaldsiedlung in Prüm

Kostenpflichtiger Inhalt: Stadtentwicklung : Privater Investor will Prümer Stadtwaldsiedlung zum Erfolg führen

Für die ehemalige Housing am Stadtwald in Prüm gibt es neue Ideen. Die neue Eigentümerin, die Eifelstolz GmbH, hat ihre Pläne dem Stadtrat vorgestellt. Unter anderem ist eine Event-Halle geplant.

Ein Baustein zwischen Stadt und Landschaft oder anders gesagt: „Vom Trabant vor der Stadt zum Tor der Stadt“, so sieht die Vision von Lars Grosenick für die Entwicklung der Siedlung Am Stadtwald aus. Grosenick ist zusammen mit Peter Hettenbach Geschäftsführer der Firma Eifelstolz Grundbesitz GmbH. Der Investor hat dem Stadtrat in seiner jüngsten Sitzung seine Ideen vorgestellt.

Eifelstolz ist seit August 2018 die neue Eigentümerin des 7500 Quadratmeter großen Areals mit insgesamt neun Häusern, verteilt auf drei Blocks und dem eingeschossigen Ärztezentrum auf dem Hügel. Nicht dazu gehört der Block, den Lebenshilfe und DRK bezogen haben.

Aus dem Stadtwald, der doch eher „einen schlechten Ruf genieße“ und bislang „ohne Charme sei“ soll ein ganz normales Wohnquartier mit eigener Identität werden. Zurzeit werden alle Wohnungen auf Vordermann gebracht. Auch die Wohneingangstüren sollen erneuert werden. Doch damit nicht genug. Grosenick wünscht sich eine bessere Anbindung an die Kernstadt. Neue Wege seien denkbar. So könnte auch ein Waldpfad angelegt werden und eine ÖPNV-Anbindung wäre wünschenswert. Außerdem sollen Grünflächen vor den Häusern entstehen. Wie in anderen Städten schon umgesetzt, könnten Gemeinschaftsgärten angelegt werden. Ein Dorfplatz, Sitztreppen und Spielterrassen könnten zu mehr gelebter Nachbarschaft anregen.

Die Ideen, wie so ein modernes Wohnquartier aussehen könnte, stammen unter anderem von Professor Volker Kleinekort, Architekt und Stadtplaner aus Düsseldorf, der bereits ähnliche Projekte umgesetzt und über strategische Bestandsentwicklung ein Buch geschrieben hat. Außerdem ist Kleinekort Professor für Städtebau an der Hochschule RheinMain in Wiesbaden.

„Wir haben auch schon Street-Art-Künstler beauftragt, sich Gedanken zu machen über Fassaden und Treppenhausgestaltung“, sagt Grosenick. Das werde vielleicht nicht jedem gefallen, aber es gebe Menschen, die das lieben.

Um die Siedlung besser an die Stadt anzubinden, brauche es auch eine bauliche Veränderung, sagt er. Denkbar wäre die Ausweisung von Bauplätzen für Einfamilienhäuser. Entlang der Langemarckstraße gebe es Flächen, die Platz für Baugrundstücke böten. Auch rechts vom Kiefernweg wäre Platz vorhanden. Dafür müsste die Stadt dort Bauland schaffen. „Wir hoffen, dass der Stadtrat sich positioniert. Erst wenn wir Klarheit haben, können wir in die Planung einsteigen“, sagt Grosenick.

Bereits realisiert werden könnte die Event-Halle in der ehemaligen Tanzschule. Es hätten bereits erste Gespräche stattgefunden. „Wir sind auf der Suche nach einem Betreiber für die Halle, die als multifunktionale, stylische Eventfläche umgestaltet werden soll“, sagt er. „Sobald wir den haben, fangen wir mit den Umbauten an.“ Die Halle hat 220 Quadratmeter, teilbar zu je 110 Quadratmetern. Der Außenbereich ist 800 Quadratmeter groß. Zum Parken gibt es 60 Plätze.

In Planung ist zudem eine neue Arztpraxis, die sich beim Ärztezentrum ansiedeln soll. Dort sei man schon in fortgeschrittenen Verhandlungen, sagt er. Die Stadtratsmitglieder nehmen die Pläne des Investors mit Wohlwollen zur Kenntnis. Harald Valentin (CDU) findet die Aufwertung der Siedlung super, gibt allerdings zu Bedenken, dass die Stadt günstigen Wohnraum verliere und sich Gedanken machen müsse, wo man den zukünftig in Prüm finde. Wie Gabriele Mölter, Hausverwalterin der Siedlung, mitteilt, liegen die Mieten in den Häusern Am Stadtwald derzeit zwischen 5,20 Euro und 6,60 Euro kalt pro Quadratmeter und seien damit noch vergleichsweise günstig für Prümer Verhältnisse.

Günstiger wird zukünftig auch die Gremienarbeit im Stadtrat. Der Rat stimmt einstimmig zu, den Postverkehr weitgehend einzustellen und stattdessen digital zu organisieren. Ein Anliegen, das besonders Bürgermeister Johannes Reuschen sehr am Herzen liegt. „Wir haben einen enormen Papierverbrauch“, sagt er. Sitzungseinladungen und Unterlagen sollen den Ratsmitgliedern zukünftig über das Ratsinformationssystem auf elektronischem Weg zugehen. Über ein Tablet können die Mitglieder mittels einer App einzelne Tagesordnungspunkte aufrufen und sich Notizen machen.

Aus der ehemaligen Housing Am Stadtwald soll ein Quartier mit einer eigenen Identität und neuem Flair entstehen. Die Wohnblocks werden baulich alle modernisiert. . Foto: TV/Stefanie Glandien
Bürgermeister Johannes Reuschen (dritter von rechts) hat verdiente Stadtratsmitglieder geehrt, die jetzt ausgeschieden sind. Von links: Horst Follmann (25 Jahre), Dirk Kleis (16 Jahre), Richard Kläsges (5 Jahre), Erich Reichertz (15 Jahre) und Bernd Weinbrenner (25 Jahre). Foto: TV/Stefanie Glandien

Vermutlich moderner wird auch der Aldi-Markt im Gerberweg. Die Unternehmensgruppe Aldi-Süd beabsichtigt, die Verkaufsläche von derzeit rund 930 Quadratmetern auf 1200 Quadratmeter zu erweitern. Entweder werde dazu an das bestehende Gebäude angebaut oder – Vatiante zwei – abgerissen und durch einen Neubau an gleicher Stelle ersetzt. Der Rat gibt grünes Licht. Nun muss die Fortschreibung des Einzelhandelkonzepts noch den Genehmigungsbehörden vorlegt werden.