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Neue Prümer Intensivstation ist fertig

Neue Prümer Intensivstation ist fertig

Die neue Intensivstation im Prümer Krankenhaus hat 3,1 Millionen Euro gekostet - und damit ist noch lange nicht Schluss. Gesundheitsminister Alexander Schweitzer brachte bei seinem Besuch gleich die Förderzusage für den nächsten Bauabschnitt mit.

Eigentlich hatten die Prümer ja insgeheim gehofft, Ministerpräsidentin Malu Dreyer würde zur Einweihung der neuen Intensivstation ins St.-Joseph-Krankenhaus kommen. Stattdessen fährt ihr Nachfolger als Gesundheitsminister, Alexander Schweitzer, im Dienstwagen vor. Doch der groß gewachsene SPD-Mann macht sich sofort beliebt. Zum einen bekennt er sich ausdrücklich zu den kleinen Kliniken im ländlichen Raum im Allgemeinen und zu Prüm im Speziellen: "Ich wünsche mir eine lange und gute Zukunft für dieses Krankenhaus."
Die 2,8 Millionen Euro, mit denen das Land Rheinland-Pfalz die Erweiterung gefördert habe, seien ein klares Statement für den Standort - auch im Vergleich zu den rund 63 Millionen Euro, die das Land Rheinland-Pfalz jährlich für Investitionen zur Verfügung stelle.
Zum anderen hat er auch dabei, was die Prümer noch lieber haben als warme Worte: den unterschriebenen Bewilligungsbescheid für den zweiten Bauabschnitt über 1,1 Millionen Euro.Minister bringt Förderzusage mit


Denn nun, nach der Fertigstellung der neuen Intensivstation, soll damit begonnen werden, die bisherigen Räume zu einer Station für Endoskopie und Funktionsdiagnostik umzubauen. Dort sollen künftig Ultraschalluntersuchungen oder Magen- und Darmspiegelungen vorgenommen werden.
Man sei in den Planungen schon sehr weit fortgeschritten, sagt Chefarzt Dr. Kersten Krauter. Doch zunächst gilt es, die Fertigstellung der neuen Intensivstation zu feiern.
Einhelliges Credo der geladenen Redner: "Heute ist ein guter Tag für uns." Das sagt unter anderem Aloysius Söhngen, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Prüm, der die Worte von Ministers Schweitzer erfreut zur Kenntnis nimmt. "Das Krankenhaus ist unbedingt wichtig, damit die Menschen hier gesund und sicher leben können und unsere schöne Kulturlandschaft nicht menschenleer wird."
Für Uwe Szymanski, den neuen kaufmännischen Direktor des Krankenhauses (der TV berichtete), ist die Intensivstation ein gutes Beispiel für die gelungene Kooperation zwischen den verschiedenen Bereichen im Haus, die sich alle bei den Planungen eingebracht haben.
Auch die Geschäftsführer des Krankenhausträgers, der Caritas-Trägergesellschaft West (ctw), Bernd Koch und Gábor Szük, freuen sich über die nun vorliegende Förderzusage. "Wir hatten zwar darauf gehofft, dass er sie mitbringen würde, aber nicht damit gerechnet", sagt Koch.
Damit ist nun sichergestellt, dass der zweite Bauabschnitt umgehend in Angriff genommen werden kann.
"Den Prümern ist man in Mainz sehr wohlgesonnen", sagt Monika Fink (SPD), erste Beigeordnete des Eifelkreises Bitburg-Prüm in Vertretung von Landrat Joachim Streit. "Wir sehen uns dann beim nächsten Spatenstich, dem Richtfest und der Einweihung."Meinung

Wichtige Etappe für die Westeifel
Die Fertigstellung der neuen Intensivstation ist in der Tat ein guter Tag für die gesamte Westeifel. Denn zum einen hat sich Gesundheitsminister Alexander Schweitzer klar zu dem Standort bekannt. Zum anderen - und wesentlich nachhaltiger: Auch finanziell ist das Land bereit, sich zu engagieren - mit mehreren Millionen Euro. Nun mag die überreichte Förderzusage für den zweiten Bauabschnitt auch dem Wunsch Schweitzers gefolgt sein, bei seinem ersten Besuch in der Abteistadt nicht mit leeren Händen zu kommen. Außerdem sind die Kassen in Wahlkampfzeiten traditionell eher offener. Von den Investitionen profitieren vor allem die Menschen im Prümer Land, die nun besser versorgt werden können und sich außerdem darauf verlassen können, dass das Krankenhaus auch in 20 Jahren noch für ihre medizinische Versorgung da sein wird. In Zeiten des demografischen Wandels, in der die Menschen immer älter werden, ist es wichtig, dass auch im ländlichen Raum eine Versorgung aufrechterhalten wird. c.brunker@volksfreund.deExtra

Die neue Intensivstation vereint die bisher getrennten Intensivstationen für Innere Medizin und Chirurgie. In vier Zimmern können acht Patienten untergebracht werden. Auf den 420 Quadratmetern sind außerdem ein Notfallraum, Toiletten, Arbeits- und Personalräume sowie Schleusen für Patienten und Besucher untergebracht. Die Arbeiten haben im April 2012 begonnen und wurden nun abgeschlossen - vor dem eigentlich avisierten Zeitpunkt, wie Bernd Koch, Geschäftsführer der Caritas-Trägergesellschaft West betont. Die Gesamtkosten liegen bei rund 3,1 Millionen Euro, von denen das Land 2,8 Millionen Euro übernommen hat.