Neue Rettungswache am Südring in Bitburg geplant

Standortfrage geklärt : Neue Feuerwache am Südring in Bitburg geplant

Bitburgs Feuerwehr bekommt ein neues Zuhause: Einstimmig hat der Stadtrat beschlossen, auf dem Gelände der alten Auktionshalle neu zu bauen.

Gut Ding will Weile haben. Aber in dem Fall hat es wirklich viel Zeit gebraucht. Seit zehn Jahren wird in Bitburg darüber diskutiert, die Rettungsdienste an einem Standort zusammenzuführen. Mindestens ebenso lange ist bekannt, dass sowohl die Feuerwehr wie auch das Technische Hilfswerk akute Platzprobleme an ihren heutigen Standorten haben. Zusammen mit einer Schnelleinsatzgruppe des Deutschen Roten Kreuz (DRK) könnte also ein Katastrophenschutzzentrum entstehen, in dem alle drei Rettungsdienste unter einem Dach sind. Doch wo?

Die Alte Kaserne war dafür schon im Gespräch, die Housing ebenso. Seit 2015 treffen sich Vertreter von THW, DRK und Feuerwehr unter Vorsitz des städtischen Beigeordneten Josef Heuzeroth in einem Arbeitskreis. Keine Frage: Die Idee hat Charme, aber die Standortfrage schien unlösbar.

Das Grundstück sollte groß sein und zentral gelegen, damit die Anfahrtswege für die Feuerwehr nicht zu lange werden. Andererseits sollte die neue Wache aber auch nicht mitten in einem Wohngebiet liegen – immerhin rücken die Einsatzkräfte rund um die Uhr aus, oft auch mit lautem Martinshorn.

Ende 2016 beauftragte der Stadtrat die Verwaltung mit der Suche nach einem geeigneten Grundstück. Für die Feuerwehr ist die Wache in der Mötscher Straße längst zu klein.

Zehn mögliche Standorte für einen Neubau hat die Verwaltung untersuchen lassen. Vier davon stellten sich als ungeeignet heraus, weil die Umsetzung brandschutztechnischer Anforderungen nicht möglich gewesen wäre. Von den verbleibenden sechs Optionen fielen zwei nach einer schalltechnischen Untersuchung wieder raus. Hier wäre es für Anlieger zu laut geworden.

Übrig blieben ein Grundstück auf dem Housinggelände, eins an der B 50 Ecke Bitburger Straße/Spangdahlemer Straße, eins zwischen der B 50 und dem Wohngebiet Auf Paulskreuz sowie das Gelände der alten Auktionshalle, das die Stadt Ende vergangenen Jahres der Rinder-Union West (RUW) abgekauft hat (der TV berichtete).

Genau dort soll nun das neue Katastrophenschutzzentrum gebaut werden. Das hat der Stadtrat nach Jahren des Überlegens, Abwägens und Verhandelns in seiner jüngsten Sitzung einstimmig beschlossen. Am Ende schien das Housinggelände wegen einer Hochspannungsleitung doch nicht geeignet, da diese Leitung die Funkanlagen stören könnte. Vorteil des Auktionsgeländes ist, dass bereits Baurecht besteht. Hinzu kommt: Auch der Feuerwehrbeirat, in dem Vertreter von Politik, Feuerwehr und Verwaltung nach der Eskalation des Bitburger Feuerwehrstreits zusammenarbeiten, hat sich für dieses Gelände am Südring ausgesprochen.

Dieses Jahr stehen im Haushalt der Stadt 500 000 Euro für das Projekt bereit. Vorrangig geht es darum, eine Planung anzustoßen. Ob die Stadt einen Architektenwettbewerb auslobt oder die Planungsleistungen europaweit ausgeschrieben werde, ist noch nicht geklärt. Ziel ist es, dass der Neubau 2022 steht.  Die Kosten werden von der Verwaltung grob auf rund sieben Millionen Euro geschätzt.

Ob auch das THW am Südring mit DRK und Feuerwehr unter ein Dach kommt, ist offen. „Eine Aussage des THW steht noch aus“, sagt Bauamtsleiter Berthold Steffes. Träger des THW ist der Bund und damit ist die Bundesimmobilienanstalt zuständig für die Unterbringung. Ob die sich nach eigener Prüfung für die Idee eines Katastrophenschutzzentrums am Südring oder einen anderen Standort entscheidet, bleibt abzuwarten.

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