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Neue Schilder für alte Häuser

Stadtentwicklung : Neue Schilder für alte Häuser

Der Dorf- und Förderverein Stahl hat einigen Gebäuden im Ortsteil ihre früheren Namen wiedergegeben. 3000 Euro haben die Tafeln gekostet, die jetzt an 32 Fassaden hängen.

„Uowen Märjen“ steht auf dem Schild an der Fassade. „Bielen“ auf einer anderen Tafel. Seit Neuestem hängen 32 solcher blau-weißen Platten an ausgesuchten Häusern im Bitburger Stadtteil Stahl. Aber was hat es damit auf sich?

Wer „Bielen“ bei Google eingibt, landet in Thüringen. Doch der Name steht nicht nur für einen Ortsteil der Stadt Nordhausen. Er ist auch eine alte Bezeichnung für das Haus, an dem er nun prangt.

Den vielen Neubürgern, die in den vergangenen Jahren in den wachsenden Stadtteil gezogen sind, wird das nichts sagen. Alteingesessene Stahler wie Ortsvorsteher Willi Heyen aber kennen die früheren Namen der Gebäude.

Sie stammen aus einer Zeit, als es keine Hausnummern gab. Im 18. Jahrhundert hatten sich die zwar in den Großstädten durchgesetzt. In den Dörfern aber trugen die Gebäude statt Ziffern Namen, damit die Postboten sie erkennen konnten. Meistens hießen die Häuser so wie die Familien, die dort einmal gelebt haben.

Einige dieser Bezeichnungen haben bis in die Gegenwart überdauert. Wenn etwa vom „Bromessen“ die Rede ist, weiß so mancher Stahler, dass die ehemalige Dorfschänke gemeint ist.

Damit die Namen im Laufe der Jahre nicht in Vergessenheit geraten, hat der Dorf- und Förderverein Stahl kürzlich Schilder aufgehängt. An 34 historischen Gebäuden sollten sie angebracht werden. Zwar hatten sich zwei Besitzer geweigert. „Die anderen waren aber von der Idee begeistert“, sagt Ortsvorsteher Heyen.

Gekostet hat die Aktion rund 3000 Euro. Den Großteil, nämlich 2000 Euro, habe der Verein allerdings aus EU-Fördermitteln bekommen, wie Heyen sagt.