Neue Stelle soll für mehr Überblick sorgen

Neue Stelle soll für mehr Überblick sorgen

Mehr als 10 000 Ausländer leben im Eifelkreis, darunter auch knapp 1000 Flüchtlinge. Um letztere zu integrieren, ist in den meisten Fällen zunächst die Teilnahme an Sprachförderangeboten wichtig. Kreisweit gibt es viele dieser Kurse, doch sind diese aufgrund der unterschiedlichen Anbieter untereinander kaum vernetzt. Mit Hilfe eines Bildungskoordinators wollen die Eifeler das ändern.

Bitburg. "Früher war es so, dass wir die Zuständigkeit geprüft haben, um nur nicht selbst zuständig zu sein", sagt Landrat Joachim Streit. "Heute ist es so, dass der Kreis schaut, ob jemand zuständig ist. Und falls nicht, dann übernimmt es der Kreis", fügt er hinzu.
Das gilt natürlich nicht für alle Angelegenheiten, wohl aber in weiten Teilen für die Lebensbereiche, von denen die Zukunftsfähigkeit des ländlich geprägten Eifelkreises abhängt. "Die Kreisverwaltung wird immer mehr zur Sozialbehörde", so der Landrat, der nun mit einer Unterschrift diese Entwicklung weiter vorantreibt.
Gemeinsam mit Tim Thielen, stellvertretender Leiter der Transferagentur Rheinland-Pfalz - Saarland, unterzeichnet er eine Zielvereinbarung, mit der die Flüchtlingskoordination im Kreis verbessert werden soll.
Ab Anfang 2017 wird ein so genannter Bildungskoordinator Behörden und Ehrenamtliche, Schulen und Anbieter von Sprachkursen aus der Region vernetzen, um Neuzugewanderten den Einstieg in Kita, Schule oder die berufliche Aus- und Weiterbildung zu erleichtern. "Mit der neuen Stelle können wir eine Unterstützungsstruktur aufbauen, die es den Menschen durch gute Informationen und passende Angebote leichter macht, diese Hürde zu nehmen", meint Streit. Ziel sei es, einen Überblick über vorhandene Bildungsangebote zu bekommen, um diese besser auf den eigentlichen Bedarf vor Ort abzustimmen.
Finanziert wird diese zunächst auf zwei Jahre befristete Stelle komplett über ein Förderprogramm des Bundesministeriums für Bildung und Forschung. Und Aufgabe der Transferagentur ist es, den Kreis bei der Entwicklung konkreter Strategien und Maßnahmen zu unterstützen. "Wir schauen, wo Schnittstellen sind", erklärt Thielen. Sowohl innerhalb als auch außerhalb der Verwaltung. Doch dabei soll es nicht bleiben.
"Wir werden die Verwaltung auch bei der Zielentwicklung für ein kreisweites Bildungsmanagement im Rahmen des angestrebten Kreisentwicklungskonzepts beraten und begleiten", fügt der stellvertretende Leiter der Transferagentur hinzu. Die Koordination der Bildungsangebote für Flüchtlinge soll also nur ein erster Schritt sein. "Wir steigen bei den Flüchtlingen ein und schauen dann, wie wir das auch auf die übrigen Felder übertragen können", sagt Streit. Schließlich komme eine optimal vernetzte Bildungslandschaft allen Bürgern des Kreises zugute.Extra

Bildungsangebote: Ende 2015 lebten im Eifelkreis 10406 Ausländer, darunter 7761 EU-Bürger, 891 Menschen aus sonstigen europäischen Staaten sowie 1754 aus nichteuropäischen Ländern. Zusätzlich zu den Sprachangeboten von Volkshochschulen, Sozialverbänden und Ehrenamtlichen gibt es (neben den Angeboten der Grundschulen) an den Realschulen plus in Bitburg, Irrel und Prüm Deutschintensivkurse. Zudem wird an den Berufsbildenden Schulen in Bitburg und Prüm das Berufsvorbereitungsjahr Sprache angeboten. In den 56 Kindertagesstätten des Eifelkreises werden aktuell 524 ausländische Kinder betreut. In elf dieser Kitas sind Migrationsfachkräfte im Einsatz. uhe

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