Neue Straßen und dunkles Dorf
Feusdorf · Bei einer Versammlung im Bürgerhaus Feusdorf haben sich Einwohner für den Umbau der Haupt- und Wiesbaumerstraße ausgesprochen. Die Idee, mit ausgeschalteten Straßenlaternen Geld zu sparen, gefiel nicht allen.
Die Bürger Feusdorfs begrüßen die für 2018 geplante Instandsetzung der Hauptstraße (K?70) von Höhe der Kirchstraße bis zum Ortsausgang in Richtung Jünkerath. Auch die Sanierung der Wiesbaumerstraße (K?69) wird unterstützt. So lautet der Tenor einer Bürgerversammlung, bei der die vorläufige Planung vorgestellt wurde. Schwerer fiel den Einwohnern eine spontane Meinungsbildung zum zweiten Tagesordnungspunkt mit der Frage: Soll Feusdorf zur Kosteneinsparung nachts die Laternen im Ort ausschalten?
Der Straßenausbau: Schlaglöcher, Risse, Flicken, gefährliche Einmündungen und Absenkungen prägen seit vielen Jahren Teile der Haupt- und der Wiesbaumerstraße. "Man muss im Kreis schon weit schauen, um eine Straße zu finden, die so kaputt ist wie die K?70", stellte Klaus Eich von der Verwaltung des Vulkaneifelkreises fest. Voraussichtlich 2018 solle das vorbei sein, wenn das Land nicht die Fördermittel kürzt, sagte Ortsbürgermeister Franz-Josef Hilgers.
Neben der Fahrbahnsanierung sollen die Gehwege erneuert werden, Querungshilfen eingebaut, eine bananenförmige Mittelinsel am Ortsausgang installiert und die Kreuzung Hauptstraße/Auf dem Faller/Am Seewinkel neu gestaltet werden. "Das Ziel ist, den Verkehrsfluss so zu regulieren, dass Gefahrenstellen entschärft werden und Raser ausgebremst werden", erklärte Helmut Bell vom Landesbetrieb Mobilität (LBM) Gerolstein.
Zudem ist vorgesehen, die Einmündung vor der Kirche zu schließen. Auch auf der K?69 sollen die Kreuzungssituationen so gestaltet werden, dass der Verkehr entschleunigt wird. Die Kosten werden auf 1,4 Millionen Euro geschätzt, erklärte Eich, stehen aber erst nach der abgeschlossenen Planung fest.
Grundstücksfragen seien geklärt, jeder Eigentümer habe sich bereit erklärt, nötige Flächen an die Gemeinde zu verkaufen. Einwände gegen die Vorentwürfe wurden nicht vorgebracht.
Die Straßenbeleuchtung: Feusdorf müsse weiter sparen, teilte Hilgers mit. "Unter anderem ist die Straßenbeleuchtung eine Sparoption."
Der Betrieb der 152 Leuchten habe 2012 genau 11.280 Euro gekostet. Die Gemeinde sei nicht verpflichtet, sie nachts einzuschalten. "Einige Orte haben mit dem Ausschalten gute Erfahrungen gesammelt." Vier Sparvarianten seien erwogen, zwei gleich wieder verworfen worden: "Wir dürfen definitiv nicht nur ein paar Lichter ausschalten. Der Wechsel zwischen hell und dunkel ist für Autofahrer zu gefährlich. Dimmer sind zu teuer und sparen bei Installationskosten von 21.280 Euro zu wenig."
Zur Diskussion stellte er zwei Vorschläge. Erstens: Licht aus von 1 bis 5 Uhr verringert die Kosten um 36 Prozent - 3600 Euro. Zweitens: Dunkelheit von sonntags bis freitags zur selben Zeit für 3255 Euro weniger Kosten.
Die Alternative sei Abwarten auf die Sparaufforderung: "Vielleicht müssten dann aber die Grundsteuern erhöht werden." Bedenken, dass Diebe die Situation ausnutzen, hat Edgar Steffes von der Verbandsgemeinde Obere Kyll nicht: "Erfahrungen zeigen keinen Anstieg der Einbruchszahlen. Dunkelheit ist auch für Einbrecher schlecht. Sie kommen meist tagsüber."
In Orten, die das Konzept umgesetzt hätten, hätten sich die Einwohner schnell daran gewöhnt, sagte Hilgers. "Wer nachts raus muss, nimmt nun selbstverständlich Taschenlampen mit."
Bei einer Abstimmung stimmten 14 von 24 Befragten für das Ausschalten - zehn waren dagegen. "Keine deutliche Tendenz, das nehme ich mit in den Rat", versprach der Ortsbürgermeister. Sollten die Laternen ausgehen müssen, sprachen sich 14 Bürger für ein konsequentes Ausschalten an allen sieben Wochentagen aus.