Neue Wege auf alten Pfaden

Neue Wege auf alten Pfaden

Der Naturpark Südeifel hat zusammen mit 82 Ortsgemeinden das alte Wanderwegenetz ausgedünnt und neue Rundtouren entwickelt. Diese erfüllen hohe Standards, gut zu sehen am Beispiel Mettendorfs.

Mettendorf Am Morgen herrscht ideales Wanderwetter in der Eifel. Die Luft ist noch etwas kühl, doch die Sonne strahlt schon vom beinahe blauen Himmel. Und der Dorfplatz in Mettendorfs Mitte bietet genug Platz für zahlreiche Wanderfreunde, die sich von dort aus auf den Weg machen können. Und da haben sie die Qual der Wahl. Denn auf der frisch aufgestellten Info-Tafel am Parkplatz kann man aus mehreren Wegen auswählen. Ganz neu erarbeitet wurden vier örtliche Rundtouren, die zwischen sieben und 14 Kilometer lang sind. "Da wird ein ganzer Blumenstrauß an Möglichkeiten geboten - da ist für jeden etwas dabei", sagt Hans-Bernd Kanzler vom Naturpark Südeifel.Vor vier Jahren hatten die Verantwortlichen des Naturparks Südeifel die Idee, das alte Wanderwegenetz auf den Prüfstand zu stellen. "Durch die vielen Flurbereinigungsverfahren sind alte Wege verschwunden, neue hinzugekommen. Die Streckenführung war zum Teil sehr verwirrend", sagt Kanzler. "Wir haben 23 Premiumwanderwege, davon neun grenzüberschreitende. Dazu kommen lokale Etappen auf insgesamt 1053 Kilometer Länge." Die seien allerdings in die Jahre gekommen. Der Naturpark Südeifel erstreckt sich über eine Fläche von 432 Quadratkilometern. Die Verantwortlichen des Naturparks hatten sich vorgenommen, mit allen Ortsgemeinden die Strecken zu überarbeiten, nach der Prämisse Qualität statt Quantität. "82 von 90 Gemeinden haben wir überzeugen können, mitzumachen", sagt Kanzler. Von den 1053 Kilometern sind 700 übrig geblieben. Die neuen Wege sollen ein Wandererlebnis für die Gäste sein. "Die Anzahl der Strecken ist jetzt deutlich übersichtlicher und auch besser zu betreuen", zählt Kanzler weitere Pluspunkte auf."Gefreut habe ich mich, dass sogar fünf Dörfer beim Projekt mitgemacht haben, die außerhalb des Naturparks liegen", sagt er. Vorbildlich funktioniert habe die Zusammenarbeit unter anderem in Mettendorf. "Das Thema wurde im Gemeinderat diskutiert und einstimmig für gut befunden. Dann hat man uns mit ins Boot genommen", sagt Winfried Pelzer, Erster Vorsitzender der Ortsgruppe des Eifelvereins Mettendorf-Sinspelt. Mit Unterstützung des Naturparks Südeifel habe man vier neue Rundtouren entwickelt. "Das Markierungssystem haben wir komplett geändert. Alle neu überarbeiteten Wege haben jetzt eine rote Zahl auf weißem Grund und eine Stechpalme als Logo", erklärt Kanzler. Doch nicht nur die Neuausweisung sei wichtig, ganz entscheidend sei auch die Instandhaltung. Die übernehmen in Mettendorf fünf Wegewarte des Eifelvereins und der Gemeindearbeiter. "Aber unsere Ehrenamtlichen sind schon ein bisschen in die Jahre gekommen. Wir bräuchten dringend auch junge Leute, die sich für die Gemeinde engagieren wollen", sagt Pelzer. Neue Wanderkarten werden zurzeit erstellt. Bis Ende des Jahres sollen diese vorliegen. Doch im Internet wird man bereits fündig. Auf <%LINK auto="true" href="http://www.naturpark-suedeifel.de" text="www.naturpark-suedeifel.de" class="more"%> kann man sich die fertigen Routen ausdrucken. Eine andere Möglichkeit ist, sich mit dem Smartphone am Startpunkt vor die Info-Tafel zu stellen und den QR-Code zu scannen. Dann hat man die Daten direkt auf dem Handy.Informationen zu den Wanderangeboten rund um Mettendorf gibt es auch auf der Internetseite des Eifelvereins unter der Adresse <%LINK auto="true" href="http://www.eifelverein.de/mettendorf-sinspelt" text="www.eifelverein.de/mettendorf-sinspelt" class="more"%> KommentarMeinung

Weniger ist mehrWer kennt das nicht: Man steht mitten im Wald und findet den Weg nicht mehr. Was bei Hänsel und Gretel dramatisch endet, passiert natürlich nur im Märchen, aber orientierungsloses Suchen und kilometerlange Umwege sind der Gräuel eines jeden Wanderers. Verlaufen wird man sich auf den neuen lokalen Wanderwegen garantiert nicht mehr. Denn die Markierung ist top. Die Wege können mit oder gegen den Uhrzeigersinn gegangen werden, nach Abzweigungen gibt es sogenannte Beruhigungsmarkierungen - ganz so, wie es bei den anspruchsvollen Premiumwegen bereits üblich ist. Dieser hohe Standard ist aber nur möglich, weil es die vielen, fleißigen Helfer gibt, die im Stillen die Wege in Schuss halten. Ganz vorne mit dabei sind die Wegewarte der Eifelvereine. Mit diesen qualitativ hochwertigen neuen Strecken bis in die kleinsten Ortschaften hinein katapultiert sich der Naturpark Südeifel nach ganz oben in der Rangliste der besten Wanderregionen Deutschlands. Garantiert! s.glandien@volksfreund.deExtra: KOSTEN

Hans-Bernd Kanzler vom Naturpark Südeifel (blaue Jacke) hat zusammen mit den Mitgliedern des Eifelvereins und dem Gemeindearbeiter vier neue Routen rund um Mettendorf ausgewiesen. TV-Foto: Stefanie Glandien. Foto: (e_bit )

In Ergänzung zu den Premiumrouten im Naturwanderpark Delux wurden 1053 Kilometer Wanderwege im Naturpark Südeifel überprüft und neue Routen erarbeitet. Die Kosten einschließlich der 75 000 Euro in 2017 betragen 440 000 Euro. Der Zweckverband Naturpark Südeifel hat davon 80 Prozent aus Mitteln des rheinland-pfälzischen Umweltministeriums, der Förderverein Naturpark Südeifel zehn Prozent und die Kommunen zehn Prozent gezahlt. Das Projekt läuft in 2017 aus.