Neue Wege

In Ammeldingen, Emmelbaum, Heilbach und Plascheid wird die sogenannte Agrarstrukturelle Entwicklungsplanung der Verbandsgemeinde (VG) Neuerburg zurzeit mit Leben erfüllt. Im Zuge einer ausgeklügelten Bodenordnung werden neue Strukturen geschaffen.

Alle Beteiligten des Bodenordnungsverfahrens sind mit dem Fortschritt und den bisherigen Ergebnissen zufrieden. TV-Foto: Manfred Reuter

Ammeldingen. Großer Bahnhof im Gemeindehaus von Ammeldingen bei Neuerburg: Gut 25 aktiv an den Flurbereinigungsverfahren Beteiligte informierten sich kürzlich über den Stand eines komplexen Verfahrens, bei dem es unter anderem um die Verbesserung der Produktions- und Arbeitsbedingungen in der Landwirtschaft geht. In diesen vier Verfahren für Ammeldingen, Emmelbaum, Heilbach und Plascheid werden 20 Kilometer neue Erdwege gebaut. Ausgebaut und saniert werden weitere zehn Kilometer, außerdem erfolgt ein Wirtschaftswegeausbau von 6,4 Kilometer mit Mineralgemisch. Die Kosten für die vier Verfahren betragen rund 2,7 Millionen Euro, wobei 90 Prozent (bezogen auf die landwirtschaftlichen Nutzflächen und die Ortslagen) von EU, Bund und dem Land Rheinland-Pfalz getragen werden. Bei den Waldflächen gibt es einen Zuschuss von 80 Prozent. Stellvertretend für die beteiligten Ortsbürgermeister dankte Ammeldingens Gemeindechef Rudolf Mayer den Experten für die bisher geleistete Arbeit. Norbert Schneider, Bürgermeister der VG Neuerburg, lobte den Fortgang und betonte: "Die Agrarstrukturelle Entwicklungsplanung hat uns richtig gut getan." Schneider dankte besonders dem Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum (DLR) für die "hervorragende Begleitung" des Projekts.Nach den Worten von Ottmar Burelbach, Sprecher des Arbeitskreises Landwirtschaft, sollen die positiven Aspekte von Bodenordnungsverfahren nun auch in andere Gemeinden weitergetragen werden. Im Jahr 2013 würden die Zuschüsse neu geordnet. Friedhelm Schreiber, Ortsbürgermeister in Plascheid, hob die Relevanz der Ortslagenregulierungen hervor, ein probates Mittel, um Eigentumsverhältnisse zu klären. Für Plascheid sei das laufende Verfahren "ein Glücksfall", da es zudem auch noch parallel mit den Kanalisationsarbeiten laufe. DLR-Experte Oskar Heck teilte mit, dass durch die Verfahren etliche neue Baugrundstücke erschlossen worden seien. Auch das neue Wegenetz sei für die Gemeinden eminent wichtig. In diesem Kontext sprach Heck unter anderem von der Möglichkeit, den Dörfern auch einen touristischen Schub zu geben. Den Umstand, dass sich das Verfahren dann und wann in die Länge ziehe, begründete Heck mit der teils problematischen Topografie, die einen hohen vermessungstechnischen Aufwand erfordere.