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Neuer Chef des Naturparks Nordeifel in Prüm

Naturpark Nordeifel : Aus dem Ländchen in die Eifel

Er wohnt bereits in Prüm, jetzt hat er dort auch einen Posten: Max Zacharias. Der Luxemburger übernimmt für zwei Jahre die Geschäfte von Anne Derks im südlichen Abschnitt des Naturparks Nordeifel.

Anne Derks, Geschäftsführerin des Naturparks Nordeifel in Prüm, hat sich davongemacht. Nach gut fünf Jahren mit vielen Ideen und umgesetzten Vorhaben zwischen Naturschutz und Umweltbildung.

Sie ging allerdings nur für zwei Jahre und aus dem so ziemlich besten denkbaren Grund: Mutterschutz. Für den rheinland-pfälzischen Abschnitt im Naturpark bedeutete das allerdings, dass man jemanden suchen musste, der die Geschäfte übernimmt. Und den haben die Veranwortlichen gefunden.

Er heißt Max Zacharias, stammt aus Luxemburg, machte an der Universität Bonn seinen Master-Abschluss in Geografie und steht kurz vor den finalen Federstrichen an seiner Doktorarbeit.

Gleichzeitig arbeitete er zuletzt in Luxemburg an der Entwicklung hochwertiger Wanderwege und der Weiterentwicklung eines nachhaltigen Tourismus.

Und er wohnte bereits in Prüm, nahe an der Heimat also, bevor er sich um den Posten bewarb. Wie kam das? Der 29-Jährige lacht: „Das ist eher der Liebe wegen.“ Denn seine Frau Mona-Céline Puschmann-Zacharias arbeite in Kall in einer Kinder- und Jugendeinrichtung.

Bereits in Bonn hatten die beiden zusammengewohnt – „und uns dann gegen die Stadt entschieden. Und die Eifel kommt uns da sehr gelegen. Sehr reizvoll, sehr vielfältig. Und in Prüm hat uns einfach erstaunt, wie viel Infrastruktur hier ist. Man hat hier alles, was man braucht, das ist schon sehr schön.“

Das hört der Prümer gern, war aber nicht der Ausschlag dafür, dass Zacharias unter mehreren Bewerbern ausgewählt wurde. Einerseits bringe er das richtige Wissen mit, sagt Aloysius Söhngen, stellvertretender Naturpark-Vorsitzender und Bürgermeister der Verbandsgemeinde Prüm.

Dann sei da Zacharias’ Erfahrung aus der touristischen Tätigkeit im Großherzogtum. Nicht zuletzt habe er sich da ebenfalls „mit Dingen beschäftigt, die auch uns wichtig sind. Und er machte einfach einen guten Eindruck.“

Den will Zacharias natürlich noch vertiefen. Im Naturpark, sagt er, gebe es „einen Batzen an verschiedenen Aufgaben, die ich sehr spannend finde. Allen voran: Die Umweltbildung.“

Bereits an der Uni habe er das als wissenschaftlicher Mitarbeiter gemacht. Seine Erfahrung: „Es ist schön, sich Wissen anzueignen. Aber ich finde es auch toll, es an andere weiterzugeben.“ Da helfe es, dass der Naturpark in enger Verbindung stehe mit Ortsgemeinden, Unternehmen, Touristikern, Kindergärten und Schulen. „Und jetzt kommt ja ganz neu das Schülerforschungszentrum, das hier im Haus entstehen soll.“

Nutzen sollen es künftig Kinder und Jugendliche von Schulen aus dem gesamten Eifelkreis Bitburg-Prüm. „Das ist der nächste Schritt in der Zusammenarbeit“, sagt Zacharias. „Da bin ich sehr gespannt, wie das wird.“

Außerdem freut ihn eine Spezialität des Naturparks: die grenzüberschreitende Zusammenarbeit mit Belgien. Genau die möchte Max Zacharias noch intensivieren. Und im neuen Plan des Parks verankern, an dem gerade gearbeitet wird.

Und die Doktorarbeit? Hat auch mit Landschaften zu tun. Aber weder in Luxemburg noch in der Eifel. Stattdessen befasst sich Zacharias darin mit der südafrikanischen Savanne und allem, was dort wächst. Und einem Effekt, der sich infolge der verstärkten Beweidung eingestellt hat: Die nämlich führe zu vermehrter Verbuschung.

Denn schwächt man die Gräser, breiten sich Bäume und Sträucher immer stärker aus – und Weideland geht verloren. Das wiederum versuche man zurückzugewinnen, indem man den Bewuchs mit Pestiziden und mit Feuern bekämpfe, die oft außer Kontrolle geraten. Für Mensch und Ökosystem aber habe das gravierende Folgen.

Ein guter Arbeitsplatz, auf jeden Fall: die Landschaft im Naturpark Nordeifel. Foto: Fritz-Peter Linden
Ein guter Arbeitsplatz, auf jeden Fall: die Landschaft im Naturpark Nordeifel. Im Bild der Schneifelrücken. Foto: Fritz-Peter Linden

Und an der Stelle könne man fast schon den Bogen schlagen zu seiner neuen Tätigkeit: Denn auch in Prüm sollen Schüler Einblicke in ökologische Systeme erhalten. „Aber auch eben experimentieren und forschen. Die Ökosysteme hier sehen zwar anders aus“, sagt Max Zacharias. „Aber die Methoden sind dieselben.“