Neuer Hausherr am Spittel
BITBURG. Bis Ende des Jahres soll der Verkauf des Postgebäudes "Am Spittel" an die Stadt Bitburg über die Bühne gegangen sein. Wenn der Stadtrat zustimmt, kauft die Kommune für rund 1,5 Millionen Euro das Areal, um es später weiterzuverkaufen.
Jahrelang herrschte Ruhe "Am Spittel" in Bitburg. Immer weniger Mitarbeiter von Post AG und Postbank arbeiteten am Standort in der Innenstadt. Große Teile des in den 50er Jahren erbauten Komplexes stehen deshalb leer. Das Unternehmen hielt jedoch unbeirrt am Standort fest. Die von der Stadt Bitburg fast gebetsmühlenartig wiederholten Kaufwünsche stießen auf taube Ohren in der Konzernzentrale. Die Funkstille ist inzwischen hektischer Betriebsamkeit gewichen. "Die Stadt wird das Postgebäude und das dazugehörige Gelände kaufen", sagt Bürgermeister Joachim Streit auf TV-Anfrage. Bis Ende des Jahres sollen alle nötigen Verträge unterschrieben worden sein. Vermutlich zwischen 1,5 und 1,6 Millionen Euro wird die Liegenschaft kosten. Fast schon so etwas wie ein Schnäppchen angesichts der sonst in diesem Teil der Fußgängerzone zu zahlenden Quadratmeterpreise. Möglich oder zumindest begünstigt wird der Kauf dadurch, dass sich das Land Rheinland-Pfalz beim Erwerb und bei der Entwicklung der planungsrechtlichen Grundlagen finanziell engagiert. "Das Land übernimmt zwei Drittel der Kosten", sagt Streit. Außerdem unterstützt Mainz die notwendigen Planungen mit bis zu 60 000 Euro. Eine solche Planung ist auch nötig. Denn offiziell firmiert das Gelände als Omnibusparkplatz. Eine Bebauung sieht der geltende Plan nicht vor. Abstimmung über Kauf am 10. November
Großen Einfluss auf den Verkaufspreis hatte überdies, dass das Postgelände innerhalb eines Sanierungsgebiets liegt. Dies hat zur Folge, dass nicht das freie Spiel der wirtschaftlichen Kräfte über den Wert der Immobilie entschieden hat. Ein Gutachterausschuss hat vielmehr bestimmt, was Post und Gelände wert sind. Zudem bedeutet die Lage im Sanierungsgebiet, dass beispielsweise Mietverträge der Zustimmung der Kommune bedürfen. Gegen den Willen der Stadt hätte die Post AG mit ihrer Immobilie nicht viel anfangen können (der TV berichtete). Wenn alles nach Plan läuft, gibt es im Jahr 2010 Baurecht für das Grundstück. Zu diesem Zeitpunkt will die Kommune Gebäude und die in Richtung Borenweg liegenden Flächen an einen Investor verkaufen, sagt Streit. Dem vorgeschaltet ist ein Investoren-Wettbewerb geplant. Damit will die Kommune sicherstellen, dass nichts gebaut wird, was den Entwicklungsplänen der Stadt entgegenstehen könnte. Die Post wird sich zum neuen Jahr hin übrigens nicht aus der Bitburger Innenstadt verabschieden. Streit geht davon aus, dass sich das Unternehmen erst einmal mit einem Drei-Jahres-Vertrag wieder am bisherigen Standort einmieten wird. Letztendlich wird der Verkauf aber nur zustande kommen, wenn der Stadtrat in seiner kommenden Sitzung am 10. November dem Vorhaben zustimmt. Streit geht davon aus, dass das Gremium die städteplanerische Chance nutzt, die der Kauf bietet. Streit sieht in der Entwicklung des Geländes die Chance, nach dem Bau von Stadthalle und Brauerei-Erlebniswelt ab 2008 mit dem Postgebäude ab 2010 einen weiteren wichtigen städtebaulichen Akzent zu setzen. Bis dahin müssen die Bitburger aber nicht warten, bis sie die Entwürfe von Studenten der Fachhochschule Trier zu sehen bekommen. Die angehenden Architekten hatten vor einigen Monaten Ideen für eine Umnutzung des Postgeländes entwickelt. "Die ausgewählten Vorschläge will die Stadt der Öffentlichkeit präsentieren, sobald der Stadtrat über den Kauf entschieden hat", sagt Streit.