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Neuer Hut für heiligen Laurentius

Neuer Hut für heiligen Laurentius

Mehrere Jahre Vorbereitung, zahlreiche Helferstunden von Bürgern aus dem Dorf: In Großlangenfeld erhält die Kapelle einen neuen Turm. Damit das gelingen konnte, krempelten viele Großlangenfelder die Ärmel hoch.

Großlangenfeld. In Großlangenfeld sind nach vier Jahren Vorbereitung und großem Engagement der Bürger die Arbeiten an der St.-Laurentius-Kapelle fast abgeschlossen. Das Aufsetzen des Turmhelms auf den Glockenstuhl wurde dabei zum Ereignis.
"Schwer war er nicht, nur etwa acht bis neun Tonnen - dafür aber ziemlich sperrig", sagt Ortsbürgermeister Erich Kribs nach der gelungenen Aktion. Der neue Turmhelm der Pfarrkirche aus dem 16. Jahrhundert wurde von der Firma Brodel in Roth nach den uralten Originalplänen gefertigt und mithilfe eines Krans auf den Turm des Gotteshauses gehoben.
Was so unkompliziert klingt, bedurfte einer langen Vorbereitung. Denn der vor vier Jahren in einer Bürgerversammlung vorgestellte Plan, das Dach des Turmes einfach nur neu einzudecken, erwies sich als frommer Wunsch. Denn die Holzkonstruktion des Turmhelms hat über die Jahre hinweg arg gelitten: "Das Gebälk war marode und musste ersetzt werden", sagt Kribs. Auch der Mauerkranz, auf dem das Dach sitzt, hatte eine Sanierung nötig und wurde neu betoniert, zusätzlich mussten vier Stahlträger unterhalb des Mauerkranzes eingestemmt werden.
Die aufwendige Dachsanierung hat ihren Preis: Insgesamt seien die Kosten auf rund 160 000 Euro gestiegen, berichtet Willi Leinen, der stellvertretende Vorsitzende des Verwaltungsrats der Kirchengemeinde Bleialf, zu der Großlangenfeld gehört. Das Bistum Trier hatte einen Bauzuschuss von 60 Prozent genehmigt - der Eigenanteil der Pfarrgemeinde liege bei weit mehr als 60 000 Euro, sagt Leinen. Ein Teil der Kosten konnte durch Spenden aus der Dorfgemeinschaft gedeckt werden; um den doch noch großen Rest zu bewältigen, wurden im Ort die Ärmel hochgekrempelt: Die Kapelle wird zur Großbaustelle.
"Junge, Alte, Neubürger und Alteingesessene beteiligen sich an den Arbeiten", sagt Willi Leinen. "Und nicht nur die Katholiken helfen", fügt Bürgermeister Kribs hinzu. "Auch unsere nicht katholischen Dorfbewohner sind engagiert dabei. In unzähligen Arbeitsstunden, die zumeist an Samstagen geleistet wurden, schleppten die freiwilligen Helfer Bauschutt über das inzwischen errichtete Gerüst von der Turmspitze nach unten, die verfaulten Balken hebelte die Truppe mithilfe von Wagenhebern aus und goss hoch oben ein neues Fundament für den Turmhelm samt Glockenstuhl. Die Verpflegung für die vielköpfige ehrenamtliche Mannschaft übernahmen die Frauen des Ortes.
Nun, da das Dach des Turms wieder dort ist, wo es hingehört, will die Dorfgemeinschaft das noch stehende Gerüst nutzen und das Gebäude streichen. "Das ist das nächste Projekt", sagt Erich Kribs. "Bald muss die Holzkonstruktion des Turmhelms auch mit Schiefer gedeckt werden. Bis jetzt hat alles super funktioniert - den Rest kriegen wir auch noch hin." Willi Leinen freut das große Bürgerengagement in Großlangenfeld: "Die gesamte Aktion beweist, dass Gemeinsinn und Dorfgemeinschaft dort funktionieren."