Neuer Macher im Lokschuppen

Neuer Macher im Lokschuppen

Lange war es ruhig im und um den alten Lokschuppen am ehemaligen Bahnhof in Waxweiler. Doch seit Anfang November hat Andreas Bormann aus Watzerath die Diskothek übernommen und will ihr neues Leben einhauchen.

Waxweiler. Sie gehört eindeutig zu den bedrohten Arten. Früher einmal fest verankerter Treffpunkt für Jugendliche und junge Erwachsene aus dem Ort und der Umgebung, ist die Dorfdisko mittlerweile zum Auslaufmodell geworden. Jenseits der großen Städte findet sich mittlerweile kaum noch etwas, das den Namen "Disko" verdient hätte.
In Waxweiler soll sich das nun wieder ändern. Seit Anfang November hat Andreas Bormann gemeinsam mit Jochen Kauth den Lokschuppen als Pächter übernommen und will dem Laden neues Leben einhauchen. Der 24-Jährige hatte bisher in Watzerath eine Kneipe gepachtet, nun möchte er im Lokschuppen ein Ausgeh-Angebot für junge Erwachsene ab 18 Jahren etablieren.
Pachtvertrag für ein Jahr


"Es gibt hier in der Gegend einfach sehr wenig für diese Altersklasse", sagt Bormann. Deshalb hatte er sich im Sommer den Lokschuppen angeschaut und war schnell überzeugt, das Vorhaben anzugehen. Sein Pachtvertrag läuft zunächst für ein Jahr, danach müsse man schauen, wie es sich entwickele, sagt Bormann. Hauptberuflich ist er Betriebsleiter bei der Busfirma Tücks, der Lokschuppen ist für ihn "ein kleines Hobby".
Zunächst einmal musste Bormann investieren. Der Boden des Lokschuppens ist zwar bereits vor einigen Jahren erneuert worden, doch eine neue Licht- und Soundanlage waren für Bormann unverzichtbar. "Es war beispielsweise kein Pult für den DJ vorhanden." Rund 30 000 Euro seien bisher von ihm in den Lokschuppen geflossen.
"Es soll eine reine Disko sein, ohne Kneipengeschäft", sagt Bormann. Deshalb sollen regelmäßig bekannte DJs an den Plattentellern stehen und für den richtigen Sound sorgen. Geöffnet ist bisher freitags und samstags ab 21.30 Uhr.
Doch eine Erfahrung hat der Pächter schon in den ersten vier Wochen gemacht: "Der Samstag ist einfach sehr schwierig. Da sind zu viele andere Veranstaltungen." Freitags hingegen sei eigentlich immer sehr viel Betrieb. Bis zu 500 Leute passen maximal in den Lokschuppen, freitags seien es in der Regel zwischen 250 bis 300 Gäste. "Das ist auch eine Größenordnung, in der es Spaß macht", sagt Bormann. Seine Kosten seien allerdings schon bei rund 100 Leute gedeckt.
Ab Januar will er daher nur noch freitags aufmachen und die Partys unter ein klares Motto stellen. "Diese Mottopartys von Ladys Night, School\'s out oder Singleparty sprechen einfach die Leute an", sagt Bormann. So wird am Heiligen Abend eine Weihnachtsparty mit DJ Steve angeboten, am 31. Dezember findet eine große Silvesterparty statt.
Extra

Der Lokschuppen in Waxweiler ist ein Teil des ehemaligen Bahnhofs. Die Strecke von Pronsfeld nach Waxweiler wurde 1907 in Betrieb genommen und 1989 stillgelegt und abgebaut. Erhalten ist neben dem Lokschuppen auch noch das alte Bahnhofsgebäude, das sich in Privatbesitz befindet. Der Lokschuppen wird seit 1986 als Diskothek genutzt. ch

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