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Neuer Markt nimmt Formen an

Neuer Markt nimmt Formen an

Der letzte Baustein bei der Entwicklung des Bahnhofsgeländes in Prüm nimmt Formen an: In der jüngsten Sitzung des Stadtrats hat der Projektentwickler P1 nun die Entwürfe für den neuen Rewe-Markt vorgestellt. Das Gebäude soll dabei nach besonders umweltverträglichen Standards gebaut werden.

Prüm. Dass auf das letzte freie Grundstück am Bahnhof ein Rewe-Einkaufsmarkt hinkommt, ist seit einiger Zeit klar. Dorthin soll der bislang in Niederprüm ansässige Markt verlegt werden. Neu ist aber, was sich dort architektonisch tun wird: Denn Rewe wird dort kein Standardgebäude errichten lassen. "Das wird etwas ganz Neues, ein ,green building\'", sagt Hans-Peter Maas vom Projektentwickler P1, der das Gebäude für die Rewe-Gruppe errichten wird.
"Die gibt es in Deutschland erst zwei Mal - in Berlin und Mainz." Geht es zügig voran, könnte Prüm den dritten Markt in dieser Reihe erhalten.
"Green Building" - das bedeutet, dass das Gebäude von der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) ausgezeichnet wird. Dabei werden die Projekte nach verschiedenen Kriterien von Ökologie und Ökonomie bis zu Technik mit einem Punktesystem bewertet - beispielsweise für die Verwendung umweltschonender Baustoffe oder die Installation von Solarpanelen auf dem Dach. Auch die Energieeffizienz spielt eine Rolle. Die neuen Märkte sollen laut Rewe kohlendioxidneutral betrieben werden und dank modernster Technik 50 Prozent Energie im Vergleich zu einem normalen Markt einsparen. Auf die Nutzung fossiler Brennstoffe zur Raumheizung soll ebenfalls verzichtet werden.
In Prüm soll ein Markt mit einer großen Glasfront und einem Pultdach entstehen, sagt Maas. In der Folge wird es im Markt viel Tageslicht geben, künstliches Licht wird bei Bedarf von Helligkeitssensoren automatisch zugeschaltet. Doch weil der Entwurf nicht den Vorgaben des Bebauungsplans entspricht, musste der Stadtrat diesen in seiner jüngsten Sitzung anpassen. "Ein wirklich guter Entwurf muss da aber Vorrang haben", sagte Städteplaner Harald Heinz.
Für den geplanten Kundenparkplatz wird die Stadt zudem einen rund 80 Zentimeter breiten Streifen des dort drei Meter messenden Bürgersteigs abgeben. Weil es dort in Höhe der Einmündung des Kreuzerwegs einen deutlichen Höhenunterschied zwischen Straße und Parkplatz gibt, kann dann auf eine Stützmauer verzichtet und stattdessen eine abfallende Böschung angelegt werden. Zwischen Parkplatz und Bahnhofstraße solle zudem eine Hecke angelegt werden. Fortschritte macht das geplante Feriendorfgebiet in der Prümer Wolfsschlucht. Laut Besitzer Klaus Enders ist ein Investor gefunden, den er aber noch nicht öffentlich nennen möchte. Um dessen Vorstellung umsetzen zu können, muss jedoch der Bebauungsplan für das Gelände geändert werden. Denn entgegen der ursprünglichen Planung wird die Zahl der Betten deutlich erhöht, von bislang 200 auf dann 299. Damit verbunden ist eine größere Zahl an einzelnen Gebäuden. Diese Änderung hat der Stadtrat nun einstimmig beschlossen. Enders hofft, bis Ende Dezember soweit zu sein, dass 2012 mit der Umsetzung begonnen werden kann. ch